Neulich bei Königs: So volksnah!

Die Majestätische hat meinen Garten in diesem Jahr verschmäht und sich lieber bei der Nachbarin angesiedelt. Auch gut oder eigentlich fast noch besser, denn sonst hätte ich vielleicht beim Morgenkaffee am Aussichtsfenster gar nicht bemerkt, wie sich das geflügelte Kleinvolk an den Brosamen aus den Blüten der hohen Dame gütlich tut.

Koenigskerze_Voegel_01Die Blaumeisen finden sich regelmäßig ein und wippen an den langen Stängeln, während sie emsig Samen aus den verblühten Blütenständen zupfen. Da lassen sich die Spatzen natürlich auch nicht lange bitten und kommen zum Stelldichein. Wie schön, dass die Königliche ihre Gaben so freigiebig mit dem Volke teilt. Koenigskerze_Voegel_02 Koenigskerze_Voegel_03Mein Kamerazoom ist leider etwas schwach auf der Brust. Sorry, das Paparazzi-razzo-razza-Dasein muss ich wirklich noch ein bisschen üben!

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Ausorakelt is‘

Jetzt ist es amtlich: Der Winter ist da. Ob der nun pünktlich gemäß Königskerzen-Orakelei eingetroffen ist, wen interessiert das schon? Die Königin macht einen Hofknicks und begrüßt den weißen Neuankömmling. Schaut fast so aus, als ob sie ihren Hermelinmantel aus dem Kleiderschrank gekramt hätte.

Koenigskerze_Schnee

Neulich bei Königs: Größenvergleiche

„Neulich bei Königs“ – die neue Mini-Soap auf der efeuwildnis informiert über die Neuigkeiten aus dem Adelsgeschlecht derer zu Königkerze, weil mir scheint, dass das Thema „Das Gespür der Königskerze für Schnee“ noch für weiteren Blogstoff sorgen könnte. Größe ist nämlich relativ. Die Blüten an meiner Königskerze sind relativ groß, weshalb ich sie automatisch als Großblütige ihrer Art einsortiert hatte. Ganz sicher war ich mir aber eigentlich nicht und siehe da: Knapp vorbei könnte in dem Fall aber auch daneben gewesen sein, denn  bei der Größblütigen Königskerze (Verbascum densiflorum) sind die Blüten laut Literatur im Durchmesser über 4 cm groß.Koenigskerze_ZollstockSo groß sind die Blüten an meiner Gartenkönigin definitiv nicht, wie das Beweisfoto mit Zollstock (in Bayern besser bekannt als „Meterstab“) glaubwürdig darlegt, trotz zittriger Handhaltung meinerseits, im Wind wackelnder Blüten und einem Kater, der sich just im Moment des Fotografierens gegen meine Beine lehnen musste, was der Kamerastabilisierung auch nicht gerade zuträglich war.

Geben wir mal noch 0,5 cm Spiel drauf, dann sind wir aber immer noch erst bei irgendwas zwischen 2 und 3 cm Blütendurchmesser. Die Sache mit den Blättern, die irgendwie so oder anders am Stängel entlang laufen und manchmal, aber nicht immer als DAS Unterscheidungsmerkmal schlechthin gelten habe ich schon gar nicht mehr verfolgt. Das Fazit der ganzen Aktion ist für mich: Es ist durchaus denkbar, dass wir doch eine klassische Wetterkerze in Form einer Kleinblütigen Königskerze (Verbascum thapsus) im Garten beherbergen. Und die hat relativ (schon wieder dieses Wort!) viele Blüten, die meisten davon im oberen Drittel. Heißt das jetzt, dass es ab dem 1. Februar bis zum 15. April schneit?Koenigskerze_SeptemberIch habe keine Ahnung. Die Hummel hat jedenfalls noch mal ordentlich zugeschlagen. Der war es offensichtlich völlig egal, welche Blaublütige sie da gerade angezapft hat. Größe gilt bei Hummeln bestimmt als völlig überbewertet, aber die Riesenbrummer haben auch leicht reden. 😉  Ich in meiner Funktion als Hofreporterin werde die weiteren Entwicklungen beobachten und berichten. Also dann bis zum nächsten Mal bei „Neulich bei Königs“ …

Wetterfrosch war gestern

Im vergangenen Herbst haben wir ein Rätselraten veranstaltet über den unerwarteten Neuzugang im Blumenbeet. Königskerze? Fingerhut? Doch was ganz anderes? Im Laufe des Jahres hat sich die Gute immer mehr enttarnt, während sie zögerlich zu ihrer vollen Pracht in die Höhe wuchs. Es ist tatsächlich eine Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum), die das Blumenbeet mit ihrer schieren Größe und, nun ja, einigen wenigen Blüten ziert.Tarnkappe gelüftet! In den letzten Wochen ist der längste Blütenstand stand noch einmal ein gutes Stück gewachsen und dürfte etwas über 2 m messen. Er ist jetzt sogar noch höher als die Stockrosen und die Goldruten.

Koenigskerze_FrühsommerKönigskerzen stehen bei uns im Dorf seit einigen Wochen ganz hoch im Kurs. Jeder will eine haben, keine wird mehr abgemäht. Wer keine hat, schaut beim Nachbarn, drittelt den Blütenstand im Geiste und zählt die Blüten. So manch einen friert es dabei schon. Man fachsimpelt, tauscht sich aus, fragt nach: „Wieviele Blüten hat denn Deine und wo – unten, oben, in der Mitte?“ Nach der Fachsimpelei kollektives Seufzen:  „Ach, wir können es ja sowieso nicht ändern. Warten wir es ab, wie der Winter wird.“  So ist es. Schuld an der Königskerzenmanie ist ein Artikel in der Lokalzeitung, in der ein bekannter regionaler Wetterprophet nach seiner Schneeprognose für den Winter gefragt wurde. Die Wetterkerzen blühen schlecht dieses Jahr, das bedeutet vermutlich gar keinen oder nur wenig Schnee. Also, jedenfalls in der Gegend von Benediktbeuren, wo Herr Haslinger seine Königskerzen beobachtet und deutet. In anderen Landstrichen kann das ganz anders aussehen, heißt es. Wenn das so ist, so dachte ich, dann würde unser lokaler Winter wohl deutlich schneereicher, zumindest gemessen an der Zahl der Blüten. Aber weit gefehlt … denn es ist die Kleinblütige Königskerze  (Verbascum thapsus), die landläufig als auch Wetterkerze bezeichnet wird. Glück gehabt. Dann kann ich mich ohne störende Hintergedanken weiter an tiefgelben Blüten freuen, so lange es sie noch gibt, denn nach dem Sommer wird die zweijährige Pflanze wohl dahin sein.

Koenigskerze_HimmelUnd wie der Winter wird? Ach, warten wir’s doch einfach ab. Ändern können wir es sowieso nicht.