Ostermisteln und Osterherzen

BlackWalnut_Bunny-HeartsDa ist selbst der Osterhase von den Socken: Frost und Feuchtigkeit haben das geschafft, wo sich Menschen selbst mit einem Hammer schwer tun. Der Märzfrost hat ganze Arbeit geleistet und ein Frühlingsgeschenk in die grünende Wiese gelegt: Osterherzen aus Schwarznusshälften, fein säuberlich in der Mitte geknackt. So sauber hätte ich das mit Hammer und Meißel kaum hinbekommen. Ich konnte es gestern gar nicht glauben, denn bis vor wenigen Tagen waren die Nüsse definitiv noch  ganz. Tja, so beschert die Schwarznuss ungeahnte Frühlingsfreuden, denn Anfang März lag schon mal eine Überraschung am Boden. Schwarznussmistel_abgebr_02Einer der misteltragenden Äste ist bei Wind und Regen abgebrochen. Die Mistel war ein ziemlich stattliches Exemplar, sogar mit Beeren dran. Da war der Luftwiderstand beim letzten leichten Sturm offensichtlich zu groß (und der Ast ein bisschen marode). Sowas hätte man gern zu Weihnachten, aber dann fällt einem sowas meistens eher nicht ungefragt vor die Füße. Schwarznussmistel_abgebr_01Der Ast lag einige Tage unterm Baum und auch Anfang März gab es schon ein paar Nussherzen, die ich fürs Foto aufgesammelt habe. Irgendwann war das Prachtstück weg. Vielleicht hat jemand die Märzmistel mitgenommen und führt jetzt den Brauch des Küssens unterm Mistelzweig zu Ostern ein. 😉 Ich hatte keinen Platz dafür, sonst hätte ich sie schon auch gern gehabt. Andererseits wollte ich die Mistel aber auch nicht einfach so ohne den Baumbesitzer zu fragen mitnehmen, da hatte ich irgendwie Hemmungen. Schwarznuss_Nebel_0318Jetzt ist die Baumkrone ein bisschen gelichtet, aber die zähe Schwarznuss blinzelt immer noch zuversichtlich in die Morgensonne. Bei so vielen Naturgeschenken kann der Osterhase direkt mal eine Pause einlegen, sich in die Wiese legen und einfach mal … nix tun. Habt ein schönes Osterfest!

naturdonnerstag

Sorry, der Klick aufs Bild funktioniert nicht, aber geht einfach auf http://jahreszeitenbriefe.blogspot.de/2018/03/naturdonnerstag-78-43.html und schaut Euch weitere Naturgeschichten an.

 

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Jahresendstimmungen

Morgen ist es schon wieder so weit: Teile der örtlichen Blaskapelle werden durchs Dorf ziehen und das neue Jahr anblasen. Das wird von den Anwohnern natürlich hochprozentig honoriert, so dass die Melodiesicherheit am Dorfende nicht mehr unbedingt gegeben sein muss. 😉 Macht aber nichts, es ist so oder so eine Gaudi. Die Tage vor und um Neujahr scheinen mir irgendwie seltsam und schwer zu greifen. Die Stimmungen wechseln zwischen knallblauem Sonnenhimmel und aufziehenden Wolken bei eisiger Kälte oder angenehmen Plusgraden.Gestern habe ich ein Zitat gelesen, das für mich ganz gut zu dieser Jahresendstimmung passt:

„An der Schwelle des neuen Jahres lacht die Hoffnung und flüstert, es werde uns mehr Glück bringen.“

Alfred Lord Tennyson (1809 – 1892)

War es ein gutes Jahr? War es ein schlechtes Jahr? Oder war es ein Jahr wie alle anderen auch, gefüllt mit Gutem und mit Schlechtem? Vielleicht muss man nicht alles bewerten oder auswerten. Ich beschließe das Blog-Jahr mit dem Schwarznussbaum, der mich über Monate hinweg begleitet hat. Unterm Baum liegen immer noch viele Nüsse, die meisten davon inzwischen ohne die grüne Schale. Wind und Wetter haben das Auspacken erledigt, aber die Nussschalen sind noch ungeknackt, sofern nicht gerade ein Traktor drübergefahren ist. Den Baum juckt das nicht. Er wartet in aller Ruhe auf den Frühling, reckt seine kahle Krone in den Morgenhimmel und begrüsst die aufgehende Sonne. Hoffnung!Ich wünsche Euch eine zauberhafte Silvesternacht und einen hoffnungsfrohen Sonnenaufgang an Neujahr.

Herbstübergänge

In Übergangszeiten läuft das Leben manchmal schneller ab als in Zeiten, in denen alles gesetzt und geordnet ist. Was waren das noch für goldene Tage in der Monatsmitte, und jetzt ist alles dahin. Dabei war am 11. Oktober noch alles ganz prächtig golden und saftig. So hätte es ewig bleiben können!

Schwarznuss_03_20171011Schwarznuss_02_20171011Schwarznuss_01_20171011Schwarznuss_04_20171011

Doch mit jedem Tag und jedem Windstoß wurde die Blätterpracht ein klein bisschen weniger und dafür die Zahl der Nüsse am Boden immer mehr. Manchmal lief man direkt wie auf Eiern, das war echt der Wahnsinn. Am 18. Oktober war die Stimmung schon ganz deutlich spätherbstlich.

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Seit dem Wochenende ist alles dahin: Die Schwarznuss ist von allen Blättern befreit. Novemberstimmung!Schwarznuss_01_20171023Die Misteln künden schon von der bevorstehenden Weihnachtszeit. Dieser Übergang ging wahnsinnig schnell. Gern hätte ich die goldenen Tage noch ein bisschen festgehalten, aber es geht nicht. Die Welt bleibt ganz kurz stehen und dreht sich dann ruckelnd weiter. Gut so. Die Walnussbäume haben ihr Laub noch nicht abgeworfen, so wie viele andere Bäume auch nicht. Das scheint alles irgendwie verrückt, aber wahrscheinlich ist es ganz normal. So wie das Leben an sich halt auch oft.

Farbwechsel zum Endspurt

Der Herbst hält unübersehbar Einzug, auch beim Achtsamkeitsbaum. Die Blätter der Schwarnuss verfärben sich augenscheinlich schneller als die der Walnussbäume in der Nähe und seit ein paar Tagen fällt mir die Gelbfärbung auf.  Ich bin gespannt, wie es im Jahresendspurt weitergeht.Schwarznuss_Blatter_02_102017Die Nüsse haben noch einmal zugelegt und sind inzwischen so groß wie kleine Äpfel. Sie sehen beim flüchtigen Hinsehen auch so ähnlich aus. Die Fruchthüllen sind nicht mehr so pelzig wie noch im September, sondern viel glatter. Sie duften immer noch ein bisschen nach Zitrone.Schwarznuss_Frucht_01_102017Gegen einen blauen Himmel sieht die grün-gelbe Komposition recht hübsch aus und wiegt mich noch in Sicherheit, dass es ja doch noch nicht soooo herbstlich ist.Schwarznuss_Blatter_01_102017Aber der Nebel und die kalten Regenfälle der letzten Tage lassen keinen Zweifel zu – der Herbst ist da. Wie immer mischt sich ein kleines bisschen Trauer in die Freude über bunte Ahornblätter und schöne Nebelmorgenstimmungen. Typisch Übergangsphase.Schwarznuss_Krone_01_102017Morgen früh schaue ich wieder bei der Schwarznuss vorbei und gucke, was sich verändert hat.

Wachstumsfortschritte

Mensch, schon Anfang September und seit Monaten kein Post mehr zum Thema „Achtsamkeitsbaum“. Dabei gab es dort durchaus öfter Neues zu beobachten, unter anderem eben die Wachstumsfortschritte. Die Schwarznüsse machen ganz schöne Sprünge!

Die beiden linken Bilder sind vom Juni, das rechte ist von ungefähr Anfang August. Die Früchte werden immer dicker und praller. Der Wind hatte auch schon einige Nüsse vom Baum geholt, die waren wohl überzählig? Die Natur hilft sich selber, denke ich mal, und verwirft die Früchte, die überzählig sind oder sowieso nichts werden. Eine – inzwischen getrocknete – Schwarznuss liegt hier vor meiner Tastatur. Ich war total überrascht über den zitrusartigen Duft der grünen Fruchthülle, der scheint mir recht ungewöhnlich. Übrigens habe ich gestern gesehen, dass wenigstens ein Walnussbaum hier im Dorf doch Früchte trägt. Nachbarn haben mir von Komplettausfällen ihrer Walnussbäume erzählt, aber demnach hat der Frost nicht alles erwischt. Ein bisschen was geht halt immer.

Achtsam, jetzt aber flott

Nein, das ist keine Empfehlung, im Schweinsgalopp durch die Achtsamkeit zu rasen. Das wäre ja nun auch ein Widerspruch in sich. Nein, ich bemerke einfach nur, dass die Zeit rast, das Frühjahr voranschreitet und mein Achtsamkeitsbaum von Woche zu Woche grüner wird.

Neulich noch Schwarznuss im Schnee, aber da weiß ich gerade nicht, wo die Fotos sind. Jedenfalls, da war der Austrieb noch zaghaft und wurde durch die Kälte wohl einfach aufgehalten, aber im Gegensatz zu den Walnussbäumen im Ort hat der Frost der Schwarznuss nicht viel ausgemacht. Ein paar Tage später wurde die ganze Angelegenheit schon wesentlich grüner, wie man auf den Fotos erkennen kann, und die (männlichen?) Blüten kamen gleich mit dazu. Die Krone sah aber immer noch ziemlich kahl aus, da schimmerte noch viel blauer Himmel durch die Äste.

Letzte Woche dann wieder ein ganz anderes Bild: Die Schwarznuss ist im Frühling angekommen und hat es augenscheinlich eilig: Begrünung im Schweinsgalopp.

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Zwischen den Fotos liegen ungefähr 9 Tage. Nach dem Kälteeinbruch schien der Baum erst mal in einer Art Schockstarre abzuwarten, ob es nicht doch noch einmal kalt wird. Da hat sich über Tage hinweg kaum etwas bewegt, zumindest nicht für das bloße Auge. Aber wie gesagt, erfroren war nichts – die Schwarnuss scheint hart im Nehmen zu sein.

Die Walnussbäume im Ort dagegen haben sichtlich gelitten und mussten weitestgehend noch einmal von vorne anfangen.

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Das Wimmelbild mit Nussbäumen zeigt ganz links außen „meine“ Schwarznuss und ganz rechts einen Walnussbaum. Gut, davon abgesehen, dass die Walnussblätter ohnehin dunkler sind, kann man aber einigermaßen gut erkennen, dass der Schwarznussaustrieb weiter gediehen ist. Vielleicht ist die Schwarznuss aufgrund der geographischen Herkunft nicht gar so kälteempfindlich.

Nüsse liegen auch noch rum. Vor einiger Zeit habe ich auch mal mitten im Dorf eine gefunden, wahrscheinlich von einer entnervten Krähe fallen- und liegengelassen. Diese hier ist zumindest einigermaßen geknackt.Schwarznuss_Schale_042017Wie heißt es doch so schön: Nur die Harten kommen in den Garten. Da ist was dran …