Frühling im Glas

Der Titel liegt auf der Hand und ist nicht sonderlich originell, aber was solls: Auf meiner Fensterbank grünt was, und das verbreitet Frühlingslaune. Draußen kommt und geht die besagte Laune nach Belieben, obwohl sich der Alpenrand bei dem Bombenwetter heute wirklich nicht beschweren konnte. Es waren Massen unterwegs, jeden zog es raus. Mich auch, wenn auch „nur“ in den Garten, wo ich Knospen an Haselnuss und Kornelkirsche und die ersten Krokusspitzen gefunden habe. Diese Krokusse sitzen schon ewig, aber in meinem Fundus lagen noch Blumenzwiebeln, die es im Herbst nicht mehr bis in die Erde geschafft hatten. Das hat die Tulpen, Muscari und Krokusse aber keineswegs vom Treiben abgehalten, woraufhin sie schon vor Wochen auf meine To-Do-Liste für ein Wochenende gewandert … und erst mal auf Wiedervorlage geblieben sind. Aber vor zwei Wochen oder so hat mich der Frühlingstatendrang ganz spontan erwischt, auch ohne To-Do-Liste. Sonne, blauer Himmel und laue Temperaturen rufen mir fast immer zu: „Do what!“. Also, jedenfalls so ungefähr. Mangels Bäumen zum Ausreißen – den Sommerflieder habe ich im Herbst schon gestutzt und der Garten ist noch ganz schön matschig – musste was Kreatives her. Kurz überlegt, und mir fiel was ein, was ich schon länger ausprobiert haben wollte: Blumenzwiebeln im Glas treiben.

muscariglas

Leere Gläser horte ich ein bisschen, muss ich zugeben, denn es kann doch schließlich immer sein, dass man sowas noch brauchen kann. Kann man ja auch, so wie das große Olivenglas hier. Bisschen Blähton rein (das geht auch mit Erde, hatte ich halt zufällig da), Traubenhyazinthe, Tulpe und Krokus einigermaßen drin verankern, mit Moos aus dem Garten abdecken (Schattengarten, deshalb massenhaft vorhanden), anfeuchten, ins helle und relativ kühle Zimmer stellen und dann abwarten. Letztes Wochenende war ich nicht da, drum konnte ich nicht jeden Tag ungeduldig gucken gehen, aber wie groß war meine Freude, als ich bei der Heimkehr das erste Grün und weiße Wurzeln entdeckt habe. Es erfüllt mich immer wieder mit Staunen, wie das Prinzip „Zwiebel“ funktioniert: Kaum stimmen die Faktoren so einigermaßen, kommen die Wurzeln und fast zeitgleich der grüne Austrieb. Irre. Die Muscari wachsen gut, dafür lässt sich Krokus und Tuple noch betteln, aber ich bin sehr gespannt, wie das kleine Experiment weiter verläuft. So lassen sich auch Kälte- und Nebeleinbrüche im Vorfrühling gut verkraften, denn mein persönliches Frühlingswunder steht ja jetzt auf der Fensterbank.

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Aus eins mach zwei

Jahrzehntelang habe ich eine Art Hassliebe zu Tulpen gepflegt. Boah, nee, so piefig und laaangweeeiiilig, noch dazu im frühen Frühjahr dermaßen inflationär in jedem Supermarkt am Eingang zu haben, nee, kein Like, mochte ich nicht. Ich werde älter. Oder so. Oder mein Geschmack hat sich einfach verändert. Oder so. Seitdem ich einen Garten habe und vor Jahren ein paar Tulpenzwiebeln gesetzt habe, freue ich mich aufs Tulpenfrühjahr. Und kaufe mir doch den einen oder anderen Strauß, einfach zur Gaudi und als Farbtupfer in der Hütte, wenn die Sonne sich mal wieder bitten lässt. Die Gartentulpen sind eine ganz andere Liga, meine jedenfalls, denn die Blütenkelche werden bei mindestens zwei Sorten mit der Zeit immer größer. Sowas habe ich vorher nie bewusst wahrgenommen, aber wie gesagt, es kann auch einfach an der Sorte liegen. Ich kaufe sowas fast nie gezielt, sondern habe die wahrscheinlich irgendwann mal irgendwo mitgenommen, weil mir die Farben gefallen haben. Meine Lieblingstulpe habe ich schon in einem älteren Tulpenpost gezeigt, aber die gelb-rote-orange Variante entwickelt sich zu einem heimlichen zweiten Liebling, denn da haben die Züchter augenscheinlich zwei Blumen in eine Zwiebel gepackt.

  • Stufe 1: Normale Tulpe (habe gerade kein Foto da, aber Ihr glaubt mir das hoffentlich aus so).
  • Stufe 2: Windradtulpe!

WindradtulpeDie Blüte sieht wie eine ganz andere Blume aus. Ich finde das toll. Da soll noch mal einer sagen, Tulpen wären piefig und langweilig. 😉

Einfach mal geteilt: Etwas zu Gewinnen… — Miris Hexenküche

Jetzt ist der Frühling wirklich da 🙂 … gibt es bei der Haselmaus, weil heute Tag der Erde ist. Also, wenn ihr Lust habt mit zu machen, schaut doch mal hier vorbei. Und entschuldigt bitte, dass es hier so lange nichts neues gab. Nicht dass ich nicht genug Ideen gehabt hätte, aber an Zeit hat…

über Etwas zu Gewinnen… — Miris Hexenküche

Dekorativer Gegensatz

Deko_GegensatzJanuar und Februar sind komische Monate, in denen scheinbar nichts zusammenpasst.  Für mich sind die weder Fisch noch Fleisch. Gestern beim Einkaufen war ich total irritiert: In den Geschäften Primeln, Hyazynthen und Tulpen überall, aber draußen massives Schneegestöber mit Winterwind. Dabei hatten wir vormittags erst den Christbaum abgebaut. Wie jetzt? Da soll man gefühlsmäßig noch nachkommen, wenn die Landschaft draußen mit der Einkaufslandschaft drinnen so gar nicht harmoniert. Das ist mindestens so unzeitgemäß wie Erdbeeren im Dezember. Ein netter Tulpenstrauß war allerdings preislich gut reduziert und ich dachte mir, okay, bevor die den wegwerfen, nimmst ihn halt mit. Ein bisschen Farbe bei dem tristen Wetter kann  nicht schaden.

Heute morgen fiel mir dann der krasse Kontrast ins Auge: Reste von der Weihnachtsdeko und die frische Frühlingsdeko einträchtig nebeneinander. Ich sage doch, Januar und Februar sind irgendwie seltsam.

Verborgene Schönheit

Eigentlich wollte ich was Schönes über Tulpen erzählen. Darüber, wie man sie im Orient verehrt und geschätzt hat, wie Dichter ihnen viele Werke widmeten und sie für edle Damen in Europa später wertvoller waren als Gold.  In einem Gedicht heißt es, dass die Tulpe ihr Schmerzensmal im Inneren verbirgt. Mag sein.  All das wollte ich erzählen, aber mir fehlt die Zeit. Doch wozu viele Worte, das Bild spricht für sich: Manchmal liegt die wahre Schönheit im Verborgenen und kommt erst zum Vorschein, wenn die Blüte fast schon im Vergehen ist. Tulpenmandala

Gibt’s das auch in Gelb?

Da sieht man was und kann es beim besten Willen nicht einordnen, weil es bekannt aussieht, aber irgendwie doch ganz anders. Heute bin ich über ein Blümchen gestolpert, bei dem es mir genau so ging. Es sah aus wie ein Buschwindröschen, aber die Blüten waren gelb statt weiß. Komisch, sah irgendwie falsch aus. Gelbes_WindroeschenAber siehe da, das Buschwindröschen hat tatsächlich eine gelbblütige Verwandtschaft. Sie heißt  Gelbes Windröschen (Anemone ranunculoides) und kommt in Deutschland gar nicht mal sooo oft vor, wenn man dem Internet glauben darf. Da freut mich mein Osterfund am Bachlauf neben dem Acker natürlich doppelt. Was man für interessante Frühjahrsblüher findet, wenn man einfach mal querfeldein und ab vom Wege läuft.

Hugo wünscht „Glatte Ostern!“

Bei diesen Temperaturen hat sich bestimmt so mancher Osterhase nach getaner Arbeit in die nächste Saunalandschaft gewünscht. Oder doch zumindest in die heimische Badewanne, denn das Osterwetter hatte zumindest bei uns mit Schneeflocken und kaltem Wind durchaus eine Anmutung von Vorweihnachtszeit. Was gibt es da nach dem Osterspaziergang  Schöneres als ein heißes Bad oder eine heiße Dusche mit einem kreislaufanregenden Rubbeldiekatz? Peelings kann man natürlich kaufen, aber man kann sie auch ganz einfach selber machen ohne lange Zutatenlisten, ohne kompliziertes Anrühren und ohne Schnickschnack. Zucker und Öl reichen völlig aus und wer mag, gibt einen Tropfen ätherisches Lieblingsöl dazu, fertig.

Mein Zuckerpeeling oder auf Neudeutsch „Sugar Scrub“ trägt den Namen „Hugo“, wie der bekannte Cocktail mit Holunderblütensirup und Minze. Was da wohl drin ist?!

Hugo_PeelingGanz genau: Minzezucker und Holunderblütenöl. Beides war noch übrig vom vom letzten Sommer. Der Minzezucker war ein Experiment, das ich in der Form so nicht mehr machen würde: Frische Minze beduftet Zucker zwar wunderbar, aber er  bleibt in der Folge trotz diverser Trocknungsversuche immer ein bisschen feucht und klumpt irgendwann. Mit Hammer und Meißel in der Zuckerdose rumzumachen ist doch ein bisschen bescheuert. Das Holunderblütenöl hatte ich als Körperöl ausprobiert, das ging ganz gut, war nur auf die Dauer zu viel. Hugo ist also quasi eine Resteverwertung und eine sehr wirksame dazu, denn man rubbelt und cremt mehr oder weniger in einem Aufwasch. Und vor allem sind keine komischen Plastikkörnchen drin, die man auf einmal im Badesee wiedersieht.

Falls es also am Ostermontag weiter so frisch bleiben sollte und ihr nach Aufwärmung lechzt, verwandelt Euer Bad doch auch in eine kleine Wellness-Oase. Der Stress ist vorbei, alle Osterhasen dürfen entspannen. Das Internet ist voll mit einfach herzustellende Körperpeelings. In diesem Sinne: Frohe, glatte Ostern!