Herbstübergänge

In Übergangszeiten läuft das Leben manchmal schneller ab als in Zeiten, in denen alles gesetzt und geordnet ist. Was waren das noch für goldene Tage in der Monatsmitte, und jetzt ist alles dahin. Dabei war am 11. Oktober noch alles ganz prächtig golden und saftig. So hätte es ewig bleiben können!

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Doch mit jedem Tag und jedem Windstoß wurde die Blätterpracht ein klein bisschen weniger und dafür die Zahl der Nüsse am Boden immer mehr. Manchmal lief man direkt wie auf Eiern, das war echt der Wahnsinn. Am 18. Oktober war die Stimmung schon ganz deutlich spätherbstlich.

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Seit dem Wochenende ist alles dahin: Die Schwarznuss ist von allen Blättern befreit. Novemberstimmung!Schwarznuss_01_20171023Die Misteln künden schon von der bevorstehenden Weihnachtszeit. Dieser Übergang ging wahnsinnig schnell. Gern hätte ich die goldenen Tage noch ein bisschen festgehalten, aber es geht nicht. Die Welt bleibt ganz kurz stehen und dreht sich dann ruckelnd weiter. Gut so. Die Walnussbäume haben ihr Laub noch nicht abgeworfen, so wie viele andere Bäume auch nicht. Das scheint alles irgendwie verrückt, aber wahrscheinlich ist es ganz normal. So wie das Leben an sich halt auch oft.

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Farbwechsel zum Endspurt

Der Herbst hält unübersehbar Einzug, auch beim Achtsamkeitsbaum. Die Blätter der Schwarnuss verfärben sich augenscheinlich schneller als die der Walnussbäume in der Nähe und seit ein paar Tagen fällt mir die Gelbfärbung auf.  Ich bin gespannt, wie es im Jahresendspurt weitergeht.Schwarznuss_Blatter_02_102017Die Nüsse haben noch einmal zugelegt und sind inzwischen so groß wie kleine Äpfel. Sie sehen beim flüchtigen Hinsehen auch so ähnlich aus. Die Fruchthüllen sind nicht mehr so pelzig wie noch im September, sondern viel glatter. Sie duften immer noch ein bisschen nach Zitrone.Schwarznuss_Frucht_01_102017Gegen einen blauen Himmel sieht die grün-gelbe Komposition recht hübsch aus und wiegt mich noch in Sicherheit, dass es ja doch noch nicht soooo herbstlich ist.Schwarznuss_Blatter_01_102017Aber der Nebel und die kalten Regenfälle der letzten Tage lassen keinen Zweifel zu – der Herbst ist da. Wie immer mischt sich ein kleines bisschen Trauer in die Freude über bunte Ahornblätter und schöne Nebelmorgenstimmungen. Typisch Übergangsphase.Schwarznuss_Krone_01_102017Morgen früh schaue ich wieder bei der Schwarznuss vorbei und gucke, was sich verändert hat.

Wachstumsfortschritte

Mensch, schon Anfang September und seit Monaten kein Post mehr zum Thema „Achtsamkeitsbaum“. Dabei gab es dort durchaus öfter Neues zu beobachten, unter anderem eben die Wachstumsfortschritte. Die Schwarznüsse machen ganz schöne Sprünge!

Die beiden linken Bilder sind vom Juni, das rechte ist von ungefähr Anfang August. Die Früchte werden immer dicker und praller. Der Wind hatte auch schon einige Nüsse vom Baum geholt, die waren wohl überzählig? Die Natur hilft sich selber, denke ich mal, und verwirft die Früchte, die überzählig sind oder sowieso nichts werden. Eine – inzwischen getrocknete – Schwarznuss liegt hier vor meiner Tastatur. Ich war total überrascht über den zitrusartigen Duft der grünen Fruchthülle, der scheint mir recht ungewöhnlich. Übrigens habe ich gestern gesehen, dass wenigstens ein Walnussbaum hier im Dorf doch Früchte trägt. Nachbarn haben mir von Komplettausfällen ihrer Walnussbäume erzählt, aber demnach hat der Frost nicht alles erwischt. Ein bisschen was geht halt immer.

Fast-VoMo ohne MoFi

Ich übe mich im Neudeutsch-Abkürzungssprech und komme nicht hinterher mit meinen ganzen Fotos und Themen, deshalb mal ganz schnell noch der Vollmond im August, ehe schon wieder alles zu spät ist! Wann war noch mal die partielle Mondfinsternis, auf Neudeutsch „MoFi“? Vergessen, aber sie war nicht an dem Abend, als ich den Mond fotografiert habe. Mal wieder typisch – von dem Ereignis hatte ich nichts mitbekommen und wunderte mich bei der Fahrt zur Eisdiele noch über diesen komischen blauen Fleck am Mond. Eine Wolke, dachten wir. Ja, Pfiffkas. Stell Dir vor, es ist MoFi und keiner merkts. Hätte ich besser mal die Zeitung vorher gelesen statt hinterher. Immerhin, ein paar Tage vorher konnte ich dem Beinhahe-VoMo beim Aufgehen und Strahlen zuschauen.Vollmond_082017_02Jeder Vollmond ein Erlebnis, und jeder ist anders. Dieser Hochsommermond war irgendwie außergewöhnlich. Vollmond_082017_01Zwischen den Bildern liegt eine Viertelstunde, da war es dann schon mondhell-dunkel. Taschenlampe fast überflüssig, und es war so still. Lange konnte ich den grauen Kater im gedroschenen Getreidefeld noch gut ausmachen. Wie ein Panther sah er aus, muskulös und geschmeidig. Der Vollmond war ihm wurscht, glaube ich, dem gings nur um unvorsichtige mondsüchtige Mäuse. Romantik ist nur was für Menschen.

 

Von Knochenarbeit und Staubwolken

Als Schülerin habe ich am Wochenende in der Gastronomie gejobbt und in der Küche Salate vorbereitet,  das Geschirr gespült und sonst auch allerlei Hilfsarbeiten erledigt. Im Sommer habe ich oft insgeheim so gehofft, es möge am Wochenende doch bitte – vorzugsweise aus Kübeln! – regnen, denn die Hitze in der Küche war manchmal schier unerträglich. Regen wäre natürlich schlecht fürs Tagesgeschäft gewesen, drum wünschte ich mir die Abkühlung lieber so insgeheim für mich selber, aber damals kamen die Gäste ohnehin noch oft per Busreise, so dass das Lokal nie leer gewesen wäre. Manchmal wurde mein Wunsch auch erfüllt, aber was nützt es, wenn dann die Sonne gleich wieder rauskommt und alles in eine rheinlandpfälzische Dampfsauna verwandelt? Nix, das machte es fast noch schlimmer. An manchen Tagen war es wirklich ein hart verdientes Taschengeld, aber ich möchte die Zeit trotzdem nicht missen. Das Gefühl einer gewissen finanziellen Unabhängigkeit damals war schlichtweg unbezahlbar.

In unserem Teil von Bayern war es in den vergangenen Tagen wieder sehr warm und drückend. Ende Juni sah das Wintergerstenfeld nicht weit von uns noch grün-gelb und eigentlich ganz frisch aus. Field_of_barley_0617Das Gelb wurde von Tag zu Tag dominanter und der Gesamteindruck immer trockener. Und der Geruch … kennt Ihr diesen typischen Getreidegeruch? Ganz eigentümlich, den kann ich gar nicht recht beschreiben. Mein Hund muss am Feldrand noch was ganz anderes erschnuppert haben (Füchse? Katzen? Rehe? Mäuse?), denn er wollte immer wieder ins Feld rein und Duftspuren folgen. Vielleicht entstehen so die ominösen Kornkreise, wenn Hundebesitzer ihren Vierbeiner loslassen? Vermutlich eher nicht, aber es wäre zumindest mal eine Theorie!Getreideernte_072017Nun weiß ich, dass es für die Getreideernte vorzugsweise trocken und vor allen Dingen auch in den Tagen davor sehr trocken gewesen sein soll, damit das Getreide nicht zu feucht ist. Das schadet der Qualität und drückt damit natürlich den Preis. Als Landwirtskind weiß ich aber auch, wie anstrengend die Getreideernte für alle Beteiligten ist. Es muss stauben, aber toll ist das nicht, wenn man in der Bruthitze auf dem Traktor hockt und seine Runden dreht. Am Donnerstagabend fielen mir beim Heimfahren Staubwolken auf, die über dem Feld weiter weg waberten. Sieht man nicht so gut, am besten mal aufs Foto klicken. Es war der heißeste Tag der Woche gewesen und irgendwie war die Szene so unwirklich. Gut, das kann auch an einem gewissen Grad der Dehydrierung gelegen haben, nachdem tagsüber selbst Unbeweglichkeit am Schreibtisch schon Schweißausbrüche ausgelöst hatte.

Seit Freitag herrscht nun auch Kahlschlag in dem hübschen Gerstenfeld vom Juni, das Ausmaß der Staubwolken habe ich aber nicht mitbekommen. Die Spatzen sammeln die restlichen Getreidekörner auf, da ist jetzt dauernd Remmidemmi. Mein Hund freut sich über den unversperrten Blick aufs Geschehen und darüber, dass wir jetzt auch mal wieder querfeldein laufen können. Spatzen jagen wäre ein netter Zeitvertreib, aber wie so vieles … verboten. 😉Field_of_barley_0717Der Sommer schreitet voran. Jetzt ist dann wirklich Hochsommer. Letzte Nacht hat es etwas geregnet und die Luft hat sich abgekühlt. Was für eine Wohltat!

Dramatic skies – können wir auch!

Die Angelsachsen mögen es gern mal dramatisch oder wenigstens dramatischer als wir hier so, zumindest sprachlich gesehen. Mir fällt jedenfalls beim besten Willen keine richtig griffige Übersetzung für dieses „dramatic skies“ ein, dass die englische Beschreibung für eine bombastisch-umwerfend-sagenhafte Himmelsszenerie sein soll. Reicht „Boah, sieht das toll aus!“? Nee, nicht so ganz, aber Ihr versteht vermutlich, worauf ich hinaus will. Bei den wechselnden Wetterlagen der letzten Tage sieht der Himmel immer wieder anders aus und je nach Wolkenfärbung und -menge auch direkt dramatisch aus. Dass er das vorzugsweise dann tut, wenn ich gerade nur mit Handy und ohne Kamera unterwegs bin – nun ja, kann man nichts machen, aber wenn das Handy dann wenigstens noch genug Saft für ein paar Fotos hat, ist doch alles in Ordnung. Das ist bei mir und meinem nicht mehr brandaktuellen Handymodell nämlich nicht selbstverständlich.

Sommerhimmel_0617_KirchturmGrün, blau, weiß und ein Kirchturm in der Ferne, der von der Sonne noch gerade so angestrahlt wurde. Sieht man vielleicht nicht so gut … wenn ich mal groß bin, kriege ich doch mal eine gute Kamera. 😉 Eine halbe Stunde später konnte ich ein Storchenpaar auf der Suche nach dem perfekten Ausguck beobachten. Zum Glück ist ein Storch ein richtig großer Vogel, den schafft sogar meine Handy-Kamera. Also, man erkennt, es ist ein Vogel und nicht irgendein schwarzer Punkt am Horizont.

Sommerhimmel_0617_Storch

Es geht aber noch dramatischer mit Storch.Sommerhimmel_0617_Storch_darkDas lag zwar mehr an der falschen Belichtung, die mein Handy da fabriziert hat als an meinem fotografischen Können (oder einem plötzlich aufziehenden Gewitter!), aber mir gefällt der Effekt ganz gut.

Vorm Heimgehen erhaschte ich dann quer übers Haferfeld noch ein Blick auf den Wendelstein.Sommerhimmel_0617_WendelsteinSo fern und doch so nah, und hier hat der Himmel auf einmal ein mildes Lila in den Blautönen dabei. Direkt Glück gehabt, dass das Telefon ausnahmsweise mal voll geladen war, als ich zum Spaziergang aufgebrochen bin. Wie heißt es doch so schön: So muss Technik! 😉

Sommer auf der Überholspur

Der Sommer überholt sich doch gerade irgendwie selber – was haben wir denn jetzt gerade,  noch Früh- oder schon Hochsommer? Die Linden blühen schon und zumindest in meinem Garten werden die Johannisbeeren reif, was laut Wikipedia Anzeichen für den Hochsommer wären, aber  … das kann doch gar nicht sein. Oder doch? Wir gehen ja auch schon wieder auf Sonnwend zu. Das fiel mir vor ein paar Tagen direkt unangenehm auf, weil allerorten die Sonnwendfeuer und -feiern per Straßenschilderwerbung angekündigt werden. Jetzt kann es aber sein, dass in Bayern diverse Feuer wegen der akuten Waldbrandgefahr abgesagt werden müssen. Trocken ist es wirklich, und das obwohl wir irgendwann neulich noch mal Regen hatten. Wind und  Sonne dörren alles aus, wenigstens im Garten. Der „richtigen“ Natur macht die Hitze augenscheinlich noch nicht so viel aus (von den trockenen Wäldern mal abgesehen). Die Temperaturen passen zu den Augusttagen meiner Erinnerung anstatt zum Juni, die Grünheit draußen aber schon. Da kennt sich doch keiner mehr aus …

Ich nehme Euch jetzt mal mit auf einen Morgenspaziergang. Da gibt es so viel zu sehen und zu erschnuppern. Esche und Ahorn, Büsche und Kraut sind grün, der Holler blüht und duftet, die Linden auch. Vor allem abends ist der Lindenduft überwältigend! Prächtig schauts aus, überreich in der ganzen Sommerfülle.

Die Schafgarbe blüht auch, ganz zierlich und versteckt am Rand einer Heuwiese. Die schöne gelbe Sonnenblüte kann ich leider überhaupt nicht richtig zuordnen. Ist das ein Habichtskraut?

Schafe_0617Die Schafe blühen natürlich nicht. Denen ist es einfach nur warm! Hoffentlich kommt der Scherer bald mal vorbei und befreit sie vom Pelz. Die Schafskälte ist doch schon lange rum …

Die ersten Beeren wachsen schon heran, hier wohl am Gemeinen Schneeball. An Sonnenplätzen blüht das Mädesüß und verströmt seinen lieblichen Sommerduft. An schattigeren Standorten ist die Blüte noch nicht so weit.

Am Getreide sieht man am besten, wie flott der Sommer in der letzten Zeit unterwegs war: Die Gerstenfelder färben sich ins Gelbe. Da ist der Kontrast zum Mohn und den Kornblumen gleich noch schöner. Unvergleich, so ein Landsommer, auch wenn er gerade ein ganz klein wenig vom Gas gehen könnte. Damit er länger anhält …

Heute, am Freitag, verlinke ich meinen Beitrag von Dienstag rüber zum dieswöchigen Naturdonnerstag von Ghislanas Jahreszeitenbriefe-Blog.

Da gibts noch viel mehr tolle Sommergeschichten.