Resturlaub oder die Kraft des freien Nachmittags

Wie herrlich es doch ist, auf fast verlassenen Pfaden zu wandern, wenn der Rest der arbeitenden Bevölkerung in der Arbeit ist. 😉 Es ist seltsam, wieviel erholsamer Freizeit erscheint, wenn man sie außerhalb von Urlaubshochzeiten wie Weihnachten, Ostern oder Pfingsten genießen kann. Da bringt ein halber freier Tag manchmal mehr als ein Wochenende.

Das gilt hier bei uns umso mehr, weil unsere Umgebung zum Münchner Naherholungsgebiet gehört und am schönen Wochenenden ganze Menschenhorden Richtung Steinsee wandern, joggen oder radeln. Dem war in der zweiten Januarwoche nicht so: Leere Wege im Sonnenwald und dazu ein unwahrscheinlich blauer Himmel.

Ich habe nach Kiefern Ausschau gehalten. Da gibt es imposante Exemplare!

Den Weg kannte ich nicht genau, ich wusste nur, dass irgendann mal der  sagenhafte Steinsee auftauchen müsste. Und das tat er auch. Märchenhaft schimmerte er durch die Bäume. Leider ist in dem Bereich hier alles eingezäunt, aus Biotopschutzgründen, wie die Beschilderung sagt. Mag sein. Im Sommer ist hier in aller Regel Hochbetrieb, da würde mit Sicherheit der ganze Uferbereich ohne Rücksicht auf Verluste zum Badestrand gemacht. So konnte ich nur aus etwas Entfernung aufs Wasser schauen. Für eine Seeumrundung war es mir schon zu spät, da hätte ich früher aufbrechen müssen. Aber eigentlich hatte ich diese Richtung ja auch gar nicht vorgehabt, sondern die hatte sich einfach beim Gehen ergeben. Ich glaube, es war Martin Walser, der sagte: „Dem Gehenden schiebt sich der Weg unter die Füße.“ Da ist wirklich was dran, im Leben oder auch einfach nur beim Spazierengehen am freien Nachmittag. Sich einfach nur mal treiben lassen und schauen, was passiert – in unserer durchgetakteten Zeit ist das doch der wahre Luxus.Kunstvolles Blattwerk konnte ich auch entdecken. Das leuchtete so in der Sonne, dass ich schon von weitem neugierig wurde und vom Weg abwich, um mir das genauer anzuschauen. Es war ein hartnäckiges Herbstblatt, das den Winter an seinem Ast überdauert hatte. Ob es nach den Januarstürmen noch dort hängt?

Eine große Birke hatte auch ein Geschenk – seht Ihr das Birkenherz auch? Das war ein echter Königinnennachmittag. Freie Tage mitten unter der Woche und einfach so sind was Wunderbares. Denkt dran, bis Ende März muss der Resturlaub sowieso weg, also: Auf zum kleinen Seelenurlaub zwischendurch.  🙂

Und eil es gerade so gut passt, verlinke ich diesen Beitrag gleich noch zum Naturdonnerstag auf Ghislanas Blog

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Jahresendstimmungen

Morgen ist es schon wieder so weit: Teile der örtlichen Blaskapelle werden durchs Dorf ziehen und das neue Jahr anblasen. Das wird von den Anwohnern natürlich hochprozentig honoriert, so dass die Melodiesicherheit am Dorfende nicht mehr unbedingt gegeben sein muss. 😉 Macht aber nichts, es ist so oder so eine Gaudi. Die Tage vor und um Neujahr scheinen mir irgendwie seltsam und schwer zu greifen. Die Stimmungen wechseln zwischen knallblauem Sonnenhimmel und aufziehenden Wolken bei eisiger Kälte oder angenehmen Plusgraden.Gestern habe ich ein Zitat gelesen, das für mich ganz gut zu dieser Jahresendstimmung passt:

„An der Schwelle des neuen Jahres lacht die Hoffnung und flüstert, es werde uns mehr Glück bringen.“

Alfred Lord Tennyson (1809 – 1892)

War es ein gutes Jahr? War es ein schlechtes Jahr? Oder war es ein Jahr wie alle anderen auch, gefüllt mit Gutem und mit Schlechtem? Vielleicht muss man nicht alles bewerten oder auswerten. Ich beschließe das Blog-Jahr mit dem Schwarznussbaum, der mich über Monate hinweg begleitet hat. Unterm Baum liegen immer noch viele Nüsse, die meisten davon inzwischen ohne die grüne Schale. Wind und Wetter haben das Auspacken erledigt, aber die Nussschalen sind noch ungeknackt, sofern nicht gerade ein Traktor drübergefahren ist. Den Baum juckt das nicht. Er wartet in aller Ruhe auf den Frühling, reckt seine kahle Krone in den Morgenhimmel und begrüsst die aufgehende Sonne. Hoffnung!Ich wünsche Euch eine zauberhafte Silvesternacht und einen hoffnungsfrohen Sonnenaufgang an Neujahr.

Sauer macht besinnlich

„Der Advent war aber auch dieses Jahr wieder kurz!“ Jawoll, dieser Satz ist wieder mal gefallen, so wie eigentlich jedes Jahr. Wenn Ihr mich fragt, dann wird der Advent sogar mit jedem Jahr kürzer. Anfangs scheint er noch ewig lang, und dann ist auf einmal Heiligabend. Was hatte ich alles für Pläne und Ideen. Dann kam ein Projektabschluss dazwischen (dass die Arbeit aber auch immer so stören muss) und das wars dann mit vorweihnachtlicher Besinnlichkeit, jedenfalls größtenteils. Aber wenigstens diese Tradition habe ich einhalten können: Eine liebe Freundin und ich schenken uns seit Jahren zu Weihnachten etwas Selbstgemachtes und als Beweis dafür, wie kurz der Advent eigentlich ist, habe ich Ihr ein Adventskalenderglas geschenkt. Adventsglas_DetailLeere Gläser durchlaufen bei mir immer eine genaue Prüfung, bevor sie den Weg in den Altglaskarton unter der Spülmaschine antreten. Sehe ich da eine Zukunft als Marmeladen- oder sonstiges Vorratsglas? Wenn nein, leider schepper und klirr. In unserem Haushalt werden gern und öfters saure Gurken verspeist, am besten die aus dem Riesenglas. Ja, und so ein Glas kann man doch nicht wegschmeißen! Da kann man Kerzen rein tun oder Essig oder Likör ansetzen, es irgendwie dekorieren, sowas halt. Und nachdem der Kalenderstempel letztes Jahr kurz vor Ostern beim örtlichen Deko- und Klimbimladen für einen Euro hergegangen war, hatte ich die Idee mit dem Adventskalender zum Ankreuzen schon länger im Kopf. Die ist auch nicht neu, sondern schwirrt schon länger durchs Netz. Wie auch immer, Ende November nahm ich eine kurze Auszeit vom Projektwahnsinn und habe den kalorienfreien Adventskalender mit Besinnlichkeitsfaktor gebastelt.Adventsglas_KorkenbaumWeil ich nun schon beim Basteln mit Material aus der Recycling-Kiste war, habe ich gleich noch einen Christbaum aus alten Weinkorken gewerkelt. Ebenfalls mit pinker Attitüde, weils grad so schön gepasst hat von wegen „Think Pink!“.KorkenbaumNein, die Weinflaschen wurden NICHT knapp vorher wegen Korkenmangels geleert. Die Korken lagen schon lange herum und sollten eigentlich zum Wertstoffhof, zusammen mit den leeren Batterien. Kann man aus alten Batterien eigentlich auch was Nettes basteln? Bestimmt, muss ich mal recherchieren. Adventsglas_KorkenbaumMeine Freundin macht also jetzt fleißig Kreuzchen und zündet die Adventskerze wohldosiert an, damit sie auch bis zum Sonntag hält. Und dann ist sie schon wieder vorbei, die Adventszeit. Ich wünsche Euch einen schönen Restadvent und dann ein wunderschönes Fest. Denkt dran: Nach Weihnachten ist vor Weihnachten! Man kann nicht früh genug anfangen mit dem Basteln. Vielleicht gibts ja mal die eine oder andere saure Gurke zum Menü?

Herbstübergänge

In Übergangszeiten läuft das Leben manchmal schneller ab als in Zeiten, in denen alles gesetzt und geordnet ist. Was waren das noch für goldene Tage in der Monatsmitte, und jetzt ist alles dahin. Dabei war am 11. Oktober noch alles ganz prächtig golden und saftig. So hätte es ewig bleiben können!

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Doch mit jedem Tag und jedem Windstoß wurde die Blätterpracht ein klein bisschen weniger und dafür die Zahl der Nüsse am Boden immer mehr. Manchmal lief man direkt wie auf Eiern, das war echt der Wahnsinn. Am 18. Oktober war die Stimmung schon ganz deutlich spätherbstlich.

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Seit dem Wochenende ist alles dahin: Die Schwarznuss ist von allen Blättern befreit. Novemberstimmung!Schwarznuss_01_20171023Die Misteln künden schon von der bevorstehenden Weihnachtszeit. Dieser Übergang ging wahnsinnig schnell. Gern hätte ich die goldenen Tage noch ein bisschen festgehalten, aber es geht nicht. Die Welt bleibt ganz kurz stehen und dreht sich dann ruckelnd weiter. Gut so. Die Walnussbäume haben ihr Laub noch nicht abgeworfen, so wie viele andere Bäume auch nicht. Das scheint alles irgendwie verrückt, aber wahrscheinlich ist es ganz normal. So wie das Leben an sich halt auch oft.

Farbwechsel zum Endspurt

Der Herbst hält unübersehbar Einzug, auch beim Achtsamkeitsbaum. Die Blätter der Schwarnuss verfärben sich augenscheinlich schneller als die der Walnussbäume in der Nähe und seit ein paar Tagen fällt mir die Gelbfärbung auf.  Ich bin gespannt, wie es im Jahresendspurt weitergeht.Schwarznuss_Blatter_02_102017Die Nüsse haben noch einmal zugelegt und sind inzwischen so groß wie kleine Äpfel. Sie sehen beim flüchtigen Hinsehen auch so ähnlich aus. Die Fruchthüllen sind nicht mehr so pelzig wie noch im September, sondern viel glatter. Sie duften immer noch ein bisschen nach Zitrone.Schwarznuss_Frucht_01_102017Gegen einen blauen Himmel sieht die grün-gelbe Komposition recht hübsch aus und wiegt mich noch in Sicherheit, dass es ja doch noch nicht soooo herbstlich ist.Schwarznuss_Blatter_01_102017Aber der Nebel und die kalten Regenfälle der letzten Tage lassen keinen Zweifel zu – der Herbst ist da. Wie immer mischt sich ein kleines bisschen Trauer in die Freude über bunte Ahornblätter und schöne Nebelmorgenstimmungen. Typisch Übergangsphase.Schwarznuss_Krone_01_102017Morgen früh schaue ich wieder bei der Schwarznuss vorbei und gucke, was sich verändert hat.

Wachstumsfortschritte

Mensch, schon Anfang September und seit Monaten kein Post mehr zum Thema „Achtsamkeitsbaum“. Dabei gab es dort durchaus öfter Neues zu beobachten, unter anderem eben die Wachstumsfortschritte. Die Schwarznüsse machen ganz schöne Sprünge!

Die beiden linken Bilder sind vom Juni, das rechte ist von ungefähr Anfang August. Die Früchte werden immer dicker und praller. Der Wind hatte auch schon einige Nüsse vom Baum geholt, die waren wohl überzählig? Die Natur hilft sich selber, denke ich mal, und verwirft die Früchte, die überzählig sind oder sowieso nichts werden. Eine – inzwischen getrocknete – Schwarznuss liegt hier vor meiner Tastatur. Ich war total überrascht über den zitrusartigen Duft der grünen Fruchthülle, der scheint mir recht ungewöhnlich. Übrigens habe ich gestern gesehen, dass wenigstens ein Walnussbaum hier im Dorf doch Früchte trägt. Nachbarn haben mir von Komplettausfällen ihrer Walnussbäume erzählt, aber demnach hat der Frost nicht alles erwischt. Ein bisschen was geht halt immer.

Fast-VoMo ohne MoFi

Ich übe mich im Neudeutsch-Abkürzungssprech und komme nicht hinterher mit meinen ganzen Fotos und Themen, deshalb mal ganz schnell noch der Vollmond im August, ehe schon wieder alles zu spät ist! Wann war noch mal die partielle Mondfinsternis, auf Neudeutsch „MoFi“? Vergessen, aber sie war nicht an dem Abend, als ich den Mond fotografiert habe. Mal wieder typisch – von dem Ereignis hatte ich nichts mitbekommen und wunderte mich bei der Fahrt zur Eisdiele noch über diesen komischen blauen Fleck am Mond. Eine Wolke, dachten wir. Ja, Pfiffkas. Stell Dir vor, es ist MoFi und keiner merkts. Hätte ich besser mal die Zeitung vorher gelesen statt hinterher. Immerhin, ein paar Tage vorher konnte ich dem Beinhahe-VoMo beim Aufgehen und Strahlen zuschauen.Vollmond_082017_02Jeder Vollmond ein Erlebnis, und jeder ist anders. Dieser Hochsommermond war irgendwie außergewöhnlich. Vollmond_082017_01Zwischen den Bildern liegt eine Viertelstunde, da war es dann schon mondhell-dunkel. Taschenlampe fast überflüssig, und es war so still. Lange konnte ich den grauen Kater im gedroschenen Getreidefeld noch gut ausmachen. Wie ein Panther sah er aus, muskulös und geschmeidig. Der Vollmond war ihm wurscht, glaube ich, dem gings nur um unvorsichtige mondsüchtige Mäuse. Romantik ist nur was für Menschen.