Fast-VoMo ohne MoFi

Ich übe mich im Neudeutsch-Abkürzungssprech und komme nicht hinterher mit meinen ganzen Fotos und Themen, deshalb mal ganz schnell noch der Vollmond im August, ehe schon wieder alles zu spät ist! Wann war noch mal die partielle Mondfinsternis, auf Neudeutsch „MoFi“? Vergessen, aber sie war nicht an dem Abend, als ich den Mond fotografiert habe. Mal wieder typisch – von dem Ereignis hatte ich nichts mitbekommen und wunderte mich bei der Fahrt zur Eisdiele noch über diesen komischen blauen Fleck am Mond. Eine Wolke, dachten wir. Ja, Pfiffkas. Stell Dir vor, es ist MoFi und keiner merkts. Hätte ich besser mal die Zeitung vorher gelesen statt hinterher. Immerhin, ein paar Tage vorher konnte ich dem Beinhahe-VoMo beim Aufgehen und Strahlen zuschauen.Vollmond_082017_02Jeder Vollmond ein Erlebnis, und jeder ist anders. Dieser Hochsommermond war irgendwie außergewöhnlich. Vollmond_082017_01Zwischen den Bildern liegt eine Viertelstunde, da war es dann schon mondhell-dunkel. Taschenlampe fast überflüssig, und es war so still. Lange konnte ich den grauen Kater im gedroschenen Getreidefeld noch gut ausmachen. Wie ein Panther sah er aus, muskulös und geschmeidig. Der Vollmond war ihm wurscht, glaube ich, dem gings nur um unvorsichtige mondsüchtige Mäuse. Romantik ist nur was für Menschen.

 

Von Knochenarbeit und Staubwolken

Als Schülerin habe ich am Wochenende in der Gastronomie gejobbt und in der Küche Salate vorbereitet,  das Geschirr gespült und sonst auch allerlei Hilfsarbeiten erledigt. Im Sommer habe ich oft insgeheim so gehofft, es möge am Wochenende doch bitte – vorzugsweise aus Kübeln! – regnen, denn die Hitze in der Küche war manchmal schier unerträglich. Regen wäre natürlich schlecht fürs Tagesgeschäft gewesen, drum wünschte ich mir die Abkühlung lieber so insgeheim für mich selber, aber damals kamen die Gäste ohnehin noch oft per Busreise, so dass das Lokal nie leer gewesen wäre. Manchmal wurde mein Wunsch auch erfüllt, aber was nützt es, wenn dann die Sonne gleich wieder rauskommt und alles in eine rheinlandpfälzische Dampfsauna verwandelt? Nix, das machte es fast noch schlimmer. An manchen Tagen war es wirklich ein hart verdientes Taschengeld, aber ich möchte die Zeit trotzdem nicht missen. Das Gefühl einer gewissen finanziellen Unabhängigkeit damals war schlichtweg unbezahlbar.

In unserem Teil von Bayern war es in den vergangenen Tagen wieder sehr warm und drückend. Ende Juni sah das Wintergerstenfeld nicht weit von uns noch grün-gelb und eigentlich ganz frisch aus. Field_of_barley_0617Das Gelb wurde von Tag zu Tag dominanter und der Gesamteindruck immer trockener. Und der Geruch … kennt Ihr diesen typischen Getreidegeruch? Ganz eigentümlich, den kann ich gar nicht recht beschreiben. Mein Hund muss am Feldrand noch was ganz anderes erschnuppert haben (Füchse? Katzen? Rehe? Mäuse?), denn er wollte immer wieder ins Feld rein und Duftspuren folgen. Vielleicht entstehen so die ominösen Kornkreise, wenn Hundebesitzer ihren Vierbeiner loslassen? Vermutlich eher nicht, aber es wäre zumindest mal eine Theorie!Getreideernte_072017Nun weiß ich, dass es für die Getreideernte vorzugsweise trocken und vor allen Dingen auch in den Tagen davor sehr trocken gewesen sein soll, damit das Getreide nicht zu feucht ist. Das schadet der Qualität und drückt damit natürlich den Preis. Als Landwirtskind weiß ich aber auch, wie anstrengend die Getreideernte für alle Beteiligten ist. Es muss stauben, aber toll ist das nicht, wenn man in der Bruthitze auf dem Traktor hockt und seine Runden dreht. Am Donnerstagabend fielen mir beim Heimfahren Staubwolken auf, die über dem Feld weiter weg waberten. Sieht man nicht so gut, am besten mal aufs Foto klicken. Es war der heißeste Tag der Woche gewesen und irgendwie war die Szene so unwirklich. Gut, das kann auch an einem gewissen Grad der Dehydrierung gelegen haben, nachdem tagsüber selbst Unbeweglichkeit am Schreibtisch schon Schweißausbrüche ausgelöst hatte.

Seit Freitag herrscht nun auch Kahlschlag in dem hübschen Gerstenfeld vom Juni, das Ausmaß der Staubwolken habe ich aber nicht mitbekommen. Die Spatzen sammeln die restlichen Getreidekörner auf, da ist jetzt dauernd Remmidemmi. Mein Hund freut sich über den unversperrten Blick aufs Geschehen und darüber, dass wir jetzt auch mal wieder querfeldein laufen können. Spatzen jagen wäre ein netter Zeitvertreib, aber wie so vieles … verboten. 😉Field_of_barley_0717Der Sommer schreitet voran. Jetzt ist dann wirklich Hochsommer. Letzte Nacht hat es etwas geregnet und die Luft hat sich abgekühlt. Was für eine Wohltat!

Dramatic skies – können wir auch!

Die Angelsachsen mögen es gern mal dramatisch oder wenigstens dramatischer als wir hier so, zumindest sprachlich gesehen. Mir fällt jedenfalls beim besten Willen keine richtig griffige Übersetzung für dieses „dramatic skies“ ein, dass die englische Beschreibung für eine bombastisch-umwerfend-sagenhafte Himmelsszenerie sein soll. Reicht „Boah, sieht das toll aus!“? Nee, nicht so ganz, aber Ihr versteht vermutlich, worauf ich hinaus will. Bei den wechselnden Wetterlagen der letzten Tage sieht der Himmel immer wieder anders aus und je nach Wolkenfärbung und -menge auch direkt dramatisch aus. Dass er das vorzugsweise dann tut, wenn ich gerade nur mit Handy und ohne Kamera unterwegs bin – nun ja, kann man nichts machen, aber wenn das Handy dann wenigstens noch genug Saft für ein paar Fotos hat, ist doch alles in Ordnung. Das ist bei mir und meinem nicht mehr brandaktuellen Handymodell nämlich nicht selbstverständlich.

Sommerhimmel_0617_KirchturmGrün, blau, weiß und ein Kirchturm in der Ferne, der von der Sonne noch gerade so angestrahlt wurde. Sieht man vielleicht nicht so gut … wenn ich mal groß bin, kriege ich doch mal eine gute Kamera. 😉 Eine halbe Stunde später konnte ich ein Storchenpaar auf der Suche nach dem perfekten Ausguck beobachten. Zum Glück ist ein Storch ein richtig großer Vogel, den schafft sogar meine Handy-Kamera. Also, man erkennt, es ist ein Vogel und nicht irgendein schwarzer Punkt am Horizont.

Sommerhimmel_0617_Storch

Es geht aber noch dramatischer mit Storch.Sommerhimmel_0617_Storch_darkDas lag zwar mehr an der falschen Belichtung, die mein Handy da fabriziert hat als an meinem fotografischen Können (oder einem plötzlich aufziehenden Gewitter!), aber mir gefällt der Effekt ganz gut.

Vorm Heimgehen erhaschte ich dann quer übers Haferfeld noch ein Blick auf den Wendelstein.Sommerhimmel_0617_WendelsteinSo fern und doch so nah, und hier hat der Himmel auf einmal ein mildes Lila in den Blautönen dabei. Direkt Glück gehabt, dass das Telefon ausnahmsweise mal voll geladen war, als ich zum Spaziergang aufgebrochen bin. Wie heißt es doch so schön: So muss Technik! 😉

Sommer auf der Überholspur

Der Sommer überholt sich doch gerade irgendwie selber – was haben wir denn jetzt gerade,  noch Früh- oder schon Hochsommer? Die Linden blühen schon und zumindest in meinem Garten werden die Johannisbeeren reif, was laut Wikipedia Anzeichen für den Hochsommer wären, aber  … das kann doch gar nicht sein. Oder doch? Wir gehen ja auch schon wieder auf Sonnwend zu. Das fiel mir vor ein paar Tagen direkt unangenehm auf, weil allerorten die Sonnwendfeuer und -feiern per Straßenschilderwerbung angekündigt werden. Jetzt kann es aber sein, dass in Bayern diverse Feuer wegen der akuten Waldbrandgefahr abgesagt werden müssen. Trocken ist es wirklich, und das obwohl wir irgendwann neulich noch mal Regen hatten. Wind und  Sonne dörren alles aus, wenigstens im Garten. Der „richtigen“ Natur macht die Hitze augenscheinlich noch nicht so viel aus (von den trockenen Wäldern mal abgesehen). Die Temperaturen passen zu den Augusttagen meiner Erinnerung anstatt zum Juni, die Grünheit draußen aber schon. Da kennt sich doch keiner mehr aus …

Ich nehme Euch jetzt mal mit auf einen Morgenspaziergang. Da gibt es so viel zu sehen und zu erschnuppern. Esche und Ahorn, Büsche und Kraut sind grün, der Holler blüht und duftet, die Linden auch. Vor allem abends ist der Lindenduft überwältigend! Prächtig schauts aus, überreich in der ganzen Sommerfülle.

Die Schafgarbe blüht auch, ganz zierlich und versteckt am Rand einer Heuwiese. Die schöne gelbe Sonnenblüte kann ich leider überhaupt nicht richtig zuordnen. Ist das ein Habichtskraut?

Schafe_0617Die Schafe blühen natürlich nicht. Denen ist es einfach nur warm! Hoffentlich kommt der Scherer bald mal vorbei und befreit sie vom Pelz. Die Schafskälte ist doch schon lange rum …

Die ersten Beeren wachsen schon heran, hier wohl am Gemeinen Schneeball. An Sonnenplätzen blüht das Mädesüß und verströmt seinen lieblichen Sommerduft. An schattigeren Standorten ist die Blüte noch nicht so weit.

Am Getreide sieht man am besten, wie flott der Sommer in der letzten Zeit unterwegs war: Die Gerstenfelder färben sich ins Gelbe. Da ist der Kontrast zum Mohn und den Kornblumen gleich noch schöner. Unvergleich, so ein Landsommer, auch wenn er gerade ein ganz klein wenig vom Gas gehen könnte. Damit er länger anhält …

Heute, am Freitag, verlinke ich meinen Beitrag von Dienstag rüber zum dieswöchigen Naturdonnerstag von Ghislanas Jahreszeitenbriefe-Blog.

Da gibts noch viel mehr tolle Sommergeschichten.

Achtsam, jetzt aber flott

Nein, das ist keine Empfehlung, im Schweinsgalopp durch die Achtsamkeit zu rasen. Das wäre ja nun auch ein Widerspruch in sich. Nein, ich bemerke einfach nur, dass die Zeit rast, das Frühjahr voranschreitet und mein Achtsamkeitsbaum von Woche zu Woche grüner wird.

Neulich noch Schwarznuss im Schnee, aber da weiß ich gerade nicht, wo die Fotos sind. Jedenfalls, da war der Austrieb noch zaghaft und wurde durch die Kälte wohl einfach aufgehalten, aber im Gegensatz zu den Walnussbäumen im Ort hat der Frost der Schwarznuss nicht viel ausgemacht. Ein paar Tage später wurde die ganze Angelegenheit schon wesentlich grüner, wie man auf den Fotos erkennen kann, und die (männlichen?) Blüten kamen gleich mit dazu. Die Krone sah aber immer noch ziemlich kahl aus, da schimmerte noch viel blauer Himmel durch die Äste.

Letzte Woche dann wieder ein ganz anderes Bild: Die Schwarznuss ist im Frühling angekommen und hat es augenscheinlich eilig: Begrünung im Schweinsgalopp.

Black_Walnut_gesamt_0517

Zwischen den Fotos liegen ungefähr 9 Tage. Nach dem Kälteeinbruch schien der Baum erst mal in einer Art Schockstarre abzuwarten, ob es nicht doch noch einmal kalt wird. Da hat sich über Tage hinweg kaum etwas bewegt, zumindest nicht für das bloße Auge. Aber wie gesagt, erfroren war nichts – die Schwarnuss scheint hart im Nehmen zu sein.

Die Walnussbäume im Ort dagegen haben sichtlich gelitten und mussten weitestgehend noch einmal von vorne anfangen.

Black_Walnut_Walnuss_Vergleich_0517

Das Wimmelbild mit Nussbäumen zeigt ganz links außen „meine“ Schwarznuss und ganz rechts einen Walnussbaum. Gut, davon abgesehen, dass die Walnussblätter ohnehin dunkler sind, kann man aber einigermaßen gut erkennen, dass der Schwarznussaustrieb weiter gediehen ist. Vielleicht ist die Schwarznuss aufgrund der geographischen Herkunft nicht gar so kälteempfindlich.

Nüsse liegen auch noch rum. Vor einiger Zeit habe ich auch mal mitten im Dorf eine gefunden, wahrscheinlich von einer entnervten Krähe fallen- und liegengelassen. Diese hier ist zumindest einigermaßen geknackt.Schwarznuss_Schale_042017Wie heißt es doch so schön: Nur die Harten kommen in den Garten. Da ist was dran …

Kleiner blauer Spätzünder

Von wegen, „Wer zu spät kommt, …“ – das Leben belohnt einen öfter, als man denkt! Denn wozu die Eile und im Herbst noch schnell-schnell die Blumenzwiebeln versenken? Klar ist das besser und zielführender, aber so funktioniert das Gartenleben nun mal nicht immer. Meine erste Pflanzenlektion dieses Jahr lautet: Zu spät gesetzte Vorfrühlingszwiebeln kommen einfach ein bisschen später, aber sie treiben aus. Gut, nicht alle, und manche machen eben keine Blüten, aber das macht es ja direkt noch spannender. Vor einigen Wochen habe ich von meinem kleinen Frühlingsprojekt erzählt, bei dem ich ein Frühlingsgärtchen im Glas gepflanzt habe. Zwei Gläser waren es, und aus dem größeren sind tatsächlich nur Blätter gewachsen, aber keine Blüten. Testweise habe ich daraufhin das andere Glas mal auf den Balkon gestellt, weil ich dachte, die Temperaturen wären vielleicht zu gleichmäßig und die Lichtimpulse im Zimmer nicht ausreichend. Ob das nun der Trick war, keine Ahnung, aber vor wenigen Tagen lacht mich eine kleine blaue Überraschung an: Die Traubenhyazynthe blüht!

Ich finde das so goldig, an diesem kleinen Spätzünder habe ich richtig viel Freude. Einfach, weil es geklappt hat, obwohl ich schon gar nicht mehr damit gerechnet habe. Wie im richtigen Leben halt. Eine auch erst im Februar gesteckte Tulpenzwiebel blüht ebenfalls seit zwei Wochen auf dem Balkon – mitten im asiatischen Pflücksalat. Ich pflücke um sie herum. 😉 So habe ich noch ein bisschen frühen Frühling auf dem Balkon, nachdem die Tulpensaison im Garten sich jetzt doch dem Ende zuneigt. Die hatte ja lange angehalten mit dem Kälteeinbruch im April, aber jetzt gewinnen Flieder, Pfingstrosen und Bartiris die Oberhand. Das ist doch ganz gut zu wissen, dass man vergessene Blumenzwiebeln auch früh im Jahr noch setzen und auf ein gutes Ergebnis hoffen kann. Vielleicht bringt ein Kühlschrankaufenthalt den Durchbruch, wenn es schon zu warm ist? Sollte mein Zeitmanagement im kommenden Herbst wieder versagen, wird das mein nächstes Zwiebelexperiment.

Like 4 seasons in 3 days

Als Nachtrag zum April habe ich nur noch einen Schüttelreim zu bieten, ansonsten fehlen mir eigentlich die Worte. Was für ein Durcheinander. Gab es früher auch schon verschneite Tulpen? Ich kann mich beim besten Willen nicht mehr erinnern. Am vergangenen Freitag hat es mehr oder weniger den ganzen Tag geschneit. Wäre es kälter gewesen, hätten wir die Schlitten wieder auspacken können, aber so war es am Samstag in Früh weiß und sonnig. Es war eine tolle Morgenstimmung, da drehe ich mit gern eine längere Runde mit unserem Hund. Auch, wenn ich anfangs gern noch im Bett geblieben wäre. 😉 Heute habe ich in der Zeitung von diversen heftigen Unfällen hier in der Umgebung gelesen – da wird man echt dankbar fürs Home Office.

Hier kommt noch mein Schüttelreim, der direkt als Bauernregel durchgehen könnte:

„Wenn man Schnee von Tulpen schüttelt

und ihn aus den Bäumen rüttelt,

damit sie nicht brechen von der Last,

hat der Mai noch keine Hast.“

Am Sonntagabend war der Schneespuk im Flachland längst vergessen, nachdem es tagsüber richtig warm geworden war. Die Sonne hat unheimlich viel Kraft, wenn sie denn mal da ist. Die Berge leuchteten weiß aus der Ferne.

Der Maimorgen war genauso einzigartig schön. Immerhin, das Wetter hat gehalten, bis die Maibäume standen. 😉

Abends hats dann wieder geschüttet und es war so kalt und baaah! wie im November. Einmal rund ums Jahreszeitenrad in drei Tagen. Trotzdem war es ein schönes langes Wochenende. Habt einen guten Start in den Mai!