Fast-VoMo ohne MoFi

Ich übe mich im Neudeutsch-Abkürzungssprech und komme nicht hinterher mit meinen ganzen Fotos und Themen, deshalb mal ganz schnell noch der Vollmond im August, ehe schon wieder alles zu spät ist! Wann war noch mal die partielle Mondfinsternis, auf Neudeutsch „MoFi“? Vergessen, aber sie war nicht an dem Abend, als ich den Mond fotografiert habe. Mal wieder typisch – von dem Ereignis hatte ich nichts mitbekommen und wunderte mich bei der Fahrt zur Eisdiele noch über diesen komischen blauen Fleck am Mond. Eine Wolke, dachten wir. Ja, Pfiffkas. Stell Dir vor, es ist MoFi und keiner merkts. Hätte ich besser mal die Zeitung vorher gelesen statt hinterher. Immerhin, ein paar Tage vorher konnte ich dem Beinhahe-VoMo beim Aufgehen und Strahlen zuschauen.Vollmond_082017_02Jeder Vollmond ein Erlebnis, und jeder ist anders. Dieser Hochsommermond war irgendwie außergewöhnlich. Vollmond_082017_01Zwischen den Bildern liegt eine Viertelstunde, da war es dann schon mondhell-dunkel. Taschenlampe fast überflüssig, und es war so still. Lange konnte ich den grauen Kater im gedroschenen Getreidefeld noch gut ausmachen. Wie ein Panther sah er aus, muskulös und geschmeidig. Der Vollmond war ihm wurscht, glaube ich, dem gings nur um unvorsichtige mondsüchtige Mäuse. Romantik ist nur was für Menschen.

 

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Sommer auf der Überholspur

Der Sommer überholt sich doch gerade irgendwie selber – was haben wir denn jetzt gerade,  noch Früh- oder schon Hochsommer? Die Linden blühen schon und zumindest in meinem Garten werden die Johannisbeeren reif, was laut Wikipedia Anzeichen für den Hochsommer wären, aber  … das kann doch gar nicht sein. Oder doch? Wir gehen ja auch schon wieder auf Sonnwend zu. Das fiel mir vor ein paar Tagen direkt unangenehm auf, weil allerorten die Sonnwendfeuer und -feiern per Straßenschilderwerbung angekündigt werden. Jetzt kann es aber sein, dass in Bayern diverse Feuer wegen der akuten Waldbrandgefahr abgesagt werden müssen. Trocken ist es wirklich, und das obwohl wir irgendwann neulich noch mal Regen hatten. Wind und  Sonne dörren alles aus, wenigstens im Garten. Der „richtigen“ Natur macht die Hitze augenscheinlich noch nicht so viel aus (von den trockenen Wäldern mal abgesehen). Die Temperaturen passen zu den Augusttagen meiner Erinnerung anstatt zum Juni, die Grünheit draußen aber schon. Da kennt sich doch keiner mehr aus …

Ich nehme Euch jetzt mal mit auf einen Morgenspaziergang. Da gibt es so viel zu sehen und zu erschnuppern. Esche und Ahorn, Büsche und Kraut sind grün, der Holler blüht und duftet, die Linden auch. Vor allem abends ist der Lindenduft überwältigend! Prächtig schauts aus, überreich in der ganzen Sommerfülle.

Die Schafgarbe blüht auch, ganz zierlich und versteckt am Rand einer Heuwiese. Die schöne gelbe Sonnenblüte kann ich leider überhaupt nicht richtig zuordnen. Ist das ein Habichtskraut?

Schafe_0617Die Schafe blühen natürlich nicht. Denen ist es einfach nur warm! Hoffentlich kommt der Scherer bald mal vorbei und befreit sie vom Pelz. Die Schafskälte ist doch schon lange rum …

Die ersten Beeren wachsen schon heran, hier wohl am Gemeinen Schneeball. An Sonnenplätzen blüht das Mädesüß und verströmt seinen lieblichen Sommerduft. An schattigeren Standorten ist die Blüte noch nicht so weit.

Am Getreide sieht man am besten, wie flott der Sommer in der letzten Zeit unterwegs war: Die Gerstenfelder färben sich ins Gelbe. Da ist der Kontrast zum Mohn und den Kornblumen gleich noch schöner. Unvergleich, so ein Landsommer, auch wenn er gerade ein ganz klein wenig vom Gas gehen könnte. Damit er länger anhält …

Heute, am Freitag, verlinke ich meinen Beitrag von Dienstag rüber zum dieswöchigen Naturdonnerstag von Ghislanas Jahreszeitenbriefe-Blog.

Da gibts noch viel mehr tolle Sommergeschichten.

Grün, aber nur ein bisschen aus Bielefeld

Bielefeld. Bie-le-feld. Vor ein paar Jahren war es angesagt, sich über diese Stadt in irgendeiner Form lustig zu machen, könnt Ihr Euch daran auch erinnern? Keine Ahnung, wieso, aber in sehr vielen Comedy-Shows wurden laufend Witze über Bielefeld gerissen. Anscheinend wurde mal das Gerücht in die Welt gesetzt, Bielefeld gäbe es doch gar nicht. Dem muss ich vehement widersprechen – ich war sogar selber schon mal da ;-),.  aber hier in diesem kleinen Video werden die Hintergründe recht nett erklärt. Soll mal einer sagen, die Deutschen hätten keinen Humor! Eine liebe Freundin von mir hat länger in Bielefeld gewohnt. Nicht so gern, dass sie nie wieder weg wollte, das jetzt nicht, aber sie hat es es dort ausgehalten. Ich fands bei meinem Besuch dort auch nicht schlimm, im Gegenteil, sogar irgendwie ganz charmant. Eine Studentenstadt halt (ich fühlte mich gleich ein paar Jahre jünger … oder doch älter?!). Davon abgesehen ist Bielefeld nun wirklich die Geburtsstadt DER deutschen Lebensmittelfirma schlechthin – Dr. Ö. Den kennt ja nun wirklich jedes Kind, und zwar entweder als leckeren Milchpudding oder als giftgrüne Götterspeise. Puristen und Gesundheitsfanatiker werden aufstöhnen, aber wir hatten damals ja nix! Im Ernst, vor 40 Jahren hat man sich da noch nicht so viele Gedanken drüber gemacht, ob ein Aroma jetzt natürlich ist oder eben doch nicht oder was da evtl. im Wackelpudding an fiesen Sachen drin sein könnte. Geschweige denn darüber, dass man so einen Waldmeisterpudding eventuell ja auch selber machen könnte!

Mirjam von Miris Hexenküche hatte neulich einen leckeren Rezeptvorschlag für einen Wackelpudding mit echtem Waldmeister, der mir keine Ruhe gelassen hat. Zum Glück hat meine Nachbarin Waldmeister im Garten, dem Versuch stand also nichts im Wege. Aber ich wollte einen grünen WaPu, soviel war klar. Auch kein Problem, vom Duschtablettenbasteln war noch ein bisschen Lebensmittelfarbe da. Fehlte noch ein Apfelsaft, dann konnte es losgehen. Die ganze Küche duftete nach dem welken Waldmeistersträußchen, das ich im Apfelsaft versenkte und einige Stunden sich selbst überließ. Klar, das künstliche Produkt riecht wesentlich intensiver, das kann man fast nicht vergleichen, aber mit etwas Geduld und Ziehzeit wird das schon. Ein paar Tropfen Grün und …. jaaaa, Gelatine, ich bin da altmodisch …, beides aus Bielefeld, wenn ich es mir recht überlege, taten ihr Übriges.

Tadaaa, ein grüner Ozean mit Schaumkrone!

Der Schaum kam wohl vom kräftigen Schneebesenrühren. Ich dachte, der fällt zusammen, aber nö, er blieb als dekorative Haube auf meinen waldgrünen Geleepudding. So klar wie das Kunstprodukt wurde der nicht, was zum Teil sicher auch dem vehementen Rühren geschuldet war, aber egal …

… ganz kalt aus dem Kühlschrank war das eine prima Erfrischung in den heißen Maitagen. Was man doch so alles selbermachen kann – faszinierend. Danke für die Inspiration, Miri! 🙂

Jetzt grad extra!

Was mich gerade beschäftigt, will WordPress wissen. Kann ich Dir sagen, WordPress: Ich hab mich geärgert heute, über mich selber und über andere. Aber am meisten über mich selber. Das beschäftigte mich gerade in dem Moment, als Du mir diese Frage gestellt hast. Und über die Welt ganz allgemein habe ich mich auch geärgert, weil ich mir bei dem Krampf, der aktuell in der Deutschland- und der Weltpolitik abgeht nur noch ans Hirn schlagen kann. Aber ob ich mich ärgere oder nicht, ändern tut das nichts. Es verdirbt mir und meinem Umfeld nur die Laune, also: Genug. Es ist Abend. Feier-Abend. Oder auch nur Abend.

In meinem Bildern sehe ich gerade eine schöne Morgenszene von neulich, die ich bei passender Gelegenheit mit Euch teilen wollte. Rinder_am_Morgen_0517Schön, oder? Jetzt mal tieeeef durchschnaufen. 😉 Morgens um sieben ist die Welt in aller Regel noch in Ordnung. Mit diesem Gedanken beschließe ich diesen leicht bekloppten Tag und freue mich auf den besseren Tag morgen.

Kleiner blauer Spätzünder

Von wegen, „Wer zu spät kommt, …“ – das Leben belohnt einen öfter, als man denkt! Denn wozu die Eile und im Herbst noch schnell-schnell die Blumenzwiebeln versenken? Klar ist das besser und zielführender, aber so funktioniert das Gartenleben nun mal nicht immer. Meine erste Pflanzenlektion dieses Jahr lautet: Zu spät gesetzte Vorfrühlingszwiebeln kommen einfach ein bisschen später, aber sie treiben aus. Gut, nicht alle, und manche machen eben keine Blüten, aber das macht es ja direkt noch spannender. Vor einigen Wochen habe ich von meinem kleinen Frühlingsprojekt erzählt, bei dem ich ein Frühlingsgärtchen im Glas gepflanzt habe. Zwei Gläser waren es, und aus dem größeren sind tatsächlich nur Blätter gewachsen, aber keine Blüten. Testweise habe ich daraufhin das andere Glas mal auf den Balkon gestellt, weil ich dachte, die Temperaturen wären vielleicht zu gleichmäßig und die Lichtimpulse im Zimmer nicht ausreichend. Ob das nun der Trick war, keine Ahnung, aber vor wenigen Tagen lacht mich eine kleine blaue Überraschung an: Die Traubenhyazynthe blüht!

Ich finde das so goldig, an diesem kleinen Spätzünder habe ich richtig viel Freude. Einfach, weil es geklappt hat, obwohl ich schon gar nicht mehr damit gerechnet habe. Wie im richtigen Leben halt. Eine auch erst im Februar gesteckte Tulpenzwiebel blüht ebenfalls seit zwei Wochen auf dem Balkon – mitten im asiatischen Pflücksalat. Ich pflücke um sie herum. 😉 So habe ich noch ein bisschen frühen Frühling auf dem Balkon, nachdem die Tulpensaison im Garten sich jetzt doch dem Ende zuneigt. Die hatte ja lange angehalten mit dem Kälteeinbruch im April, aber jetzt gewinnen Flieder, Pfingstrosen und Bartiris die Oberhand. Das ist doch ganz gut zu wissen, dass man vergessene Blumenzwiebeln auch früh im Jahr noch setzen und auf ein gutes Ergebnis hoffen kann. Vielleicht bringt ein Kühlschrankaufenthalt den Durchbruch, wenn es schon zu warm ist? Sollte mein Zeitmanagement im kommenden Herbst wieder versagen, wird das mein nächstes Zwiebelexperiment.

Like 4 seasons in 3 days

Als Nachtrag zum April habe ich nur noch einen Schüttelreim zu bieten, ansonsten fehlen mir eigentlich die Worte. Was für ein Durcheinander. Gab es früher auch schon verschneite Tulpen? Ich kann mich beim besten Willen nicht mehr erinnern. Am vergangenen Freitag hat es mehr oder weniger den ganzen Tag geschneit. Wäre es kälter gewesen, hätten wir die Schlitten wieder auspacken können, aber so war es am Samstag in Früh weiß und sonnig. Es war eine tolle Morgenstimmung, da drehe ich mit gern eine längere Runde mit unserem Hund. Auch, wenn ich anfangs gern noch im Bett geblieben wäre. 😉 Heute habe ich in der Zeitung von diversen heftigen Unfällen hier in der Umgebung gelesen – da wird man echt dankbar fürs Home Office.

Hier kommt noch mein Schüttelreim, der direkt als Bauernregel durchgehen könnte:

„Wenn man Schnee von Tulpen schüttelt

und ihn aus den Bäumen rüttelt,

damit sie nicht brechen von der Last,

hat der Mai noch keine Hast.“

Am Sonntagabend war der Schneespuk im Flachland längst vergessen, nachdem es tagsüber richtig warm geworden war. Die Sonne hat unheimlich viel Kraft, wenn sie denn mal da ist. Die Berge leuchteten weiß aus der Ferne.

Der Maimorgen war genauso einzigartig schön. Immerhin, das Wetter hat gehalten, bis die Maibäume standen. 😉

Abends hats dann wieder geschüttet und es war so kalt und baaah! wie im November. Einmal rund ums Jahreszeitenrad in drei Tagen. Trotzdem war es ein schönes langes Wochenende. Habt einen guten Start in den Mai!

Osterhasenevolution

Lindthase_2017

Endlich wissen wir, wer den Dinosauriern die Ostereier gebracht hat. Denen wurde dann schlecht, auch von der vielen Schokolade. Vielleicht sind sie deshalb ausgestorben, man weiß es nicht.

Gesehen im Kaufhof-Schaufenster in München. Der hintere Osterhase dürfte gut einen halben Meter hoch gewesen sein oder sogar noch etwas mehr. Ob der aus Schokolade war?!