Der Reiher wirds wissen

Weiß der Geier, warum ich noch dazu gekommen bin, über den bzw. die Reiher zu bloggen, die ich seit Monaten immer wieder mal sehe, wenn ich mit unserem Hund unterwegs bin. Da ist dieser kleine verborgene Fischweiher, der sie magisch anzuziehen scheint. Kommt es Euch auch so vor, als ob es irgendwie viel mehr Graureiher gibt als früher? Mir schon, die stehen hier öfters pulkweise in der Landschaft rum. Meine Spazierroute scheint das Revier von mindestens einem Graureiherpaar zu sein, und einer davon landet gern in seinem Ausguck auf einer Fichtenspitze.Ich bin immer wieder platt, dass diese Riesenviecher überhaupt in einem Baum landen können und das auch noch so präzise. Wobei, der oder die Gute hat schon manchmal Gleichgewichtsprobleme. Wahrscheinlich waren die Fische, Frösche und Mäuse im Kropf gerade ungünstig verrutscht oder sie hatten noch mal gezappelt!  😉 Die Verwandtschaft oder die Nachbarschaft aus der Kolonie kommt gern vorbei und schaut, ob sich der Fichtenspitzenreiher vielleicht von seinem Plätzchen vertreiben lässt. Mitnichten, das fällt dem im Traum nicht ein. Stoisch bleibt er/sie sitzen und kreischt den Fliegern höchstens mal empört hinterher. Auf dem Foto (das natürlich nicht brandaktuell ist, sondern aus dem Frühjahr stammt) erkennt man leider nur zwei Punkte, denn kaum zücke ich Kamera, drehen die Reiher ab. Das konnte ich heute auch wieder beobachten. Die müssen eine extrem gute Sicht haben und sind außerdem ganz schön vorsichtig. Und dass, obwohl sie nur eine relativ kurze Jagdzeit haben (in Bayern: 16.09.-31.10. im Umkreis von 200 m um geschlossene Gewässer, d.h. angelegte Fischgewässer) und meines Wissens auch nicht sonderlich bejagt werden.Heute nachmittag hatte ich mich kurz auf die untersten Leitersprosse von einem Hochsitz gesetzt, der auf dem Hügel vor dem Reiherausguck steht. Während ich so meinem Hund beim Mäusesuchen und den Eintagsfliegen beim Schwärmen zuschaute, fiel mir der nie gepostete Reiher-Post ein. Genau in dem Moment tauchte besagter Reiher in meinem Sichtfeld auf! Zufall oder Gedankenübertragung? Der Reiher wirds wissen, der Geier eher … nicht. Er kam direkt auf mich zu geflogen, aber als ich nach einiger Pfriemelei endlich die Kamera aus der Jackentasche und in der Hand hatte, drehte er wieder ab. Kamerascheu, sag ich doch! Er ließ sich auf einem Baum ganz weit weg nieder, wo ich ihn kaum noch sehen konnte. Na gut, dachte ich, dann tue ich desinteressiert und warte einfach ab. Es dauerte tatsächlich nicht lange, bis er wiederkam. Aber nicht wegen mir oder um zu schauen, wo mein Hund die Mäuse vermutete, sondern um eben die nervige Verwandtschaft in die Schranken zu weisen. Auf der Fichte ist nur Platz für einen, basta!Die Aussicht da oben muss ziemlich gut und erfolgversprechend sein. Wiesen, Felder, Weiher – was will Reiher mehr? Ich sah ihm noch eine Weile zu, wie er den Kopf nach hier und nach da verdrehte, und fühlte mich ein kleines bisschen beobachtet.Die Reiher wissen wohl nicht, wie sehr sie gegen einen dunklen Hintergrund hervorstechen, aber ist es ihnen wahrscheinlich auch ziemlich egal. Wenn man das Bild vergrößert, erkennt man links bei den Fichten etwas Weißes – das ist der Fichtenspitzenreiher. Warum er da so gern sitzt … er wirds wissen.

Verlinkt zum Naturdonnerstag bei Ghislana

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Herbstübergänge

In Übergangszeiten läuft das Leben manchmal schneller ab als in Zeiten, in denen alles gesetzt und geordnet ist. Was waren das noch für goldene Tage in der Monatsmitte, und jetzt ist alles dahin. Dabei war am 11. Oktober noch alles ganz prächtig golden und saftig. So hätte es ewig bleiben können!

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Doch mit jedem Tag und jedem Windstoß wurde die Blätterpracht ein klein bisschen weniger und dafür die Zahl der Nüsse am Boden immer mehr. Manchmal lief man direkt wie auf Eiern, das war echt der Wahnsinn. Am 18. Oktober war die Stimmung schon ganz deutlich spätherbstlich.

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Seit dem Wochenende ist alles dahin: Die Schwarznuss ist von allen Blättern befreit. Novemberstimmung!Schwarznuss_01_20171023Die Misteln künden schon von der bevorstehenden Weihnachtszeit. Dieser Übergang ging wahnsinnig schnell. Gern hätte ich die goldenen Tage noch ein bisschen festgehalten, aber es geht nicht. Die Welt bleibt ganz kurz stehen und dreht sich dann ruckelnd weiter. Gut so. Die Walnussbäume haben ihr Laub noch nicht abgeworfen, so wie viele andere Bäume auch nicht. Das scheint alles irgendwie verrückt, aber wahrscheinlich ist es ganz normal. So wie das Leben an sich halt auch oft.

Farbwechsel zum Endspurt

Der Herbst hält unübersehbar Einzug, auch beim Achtsamkeitsbaum. Die Blätter der Schwarnuss verfärben sich augenscheinlich schneller als die der Walnussbäume in der Nähe und seit ein paar Tagen fällt mir die Gelbfärbung auf.  Ich bin gespannt, wie es im Jahresendspurt weitergeht.Schwarznuss_Blatter_02_102017Die Nüsse haben noch einmal zugelegt und sind inzwischen so groß wie kleine Äpfel. Sie sehen beim flüchtigen Hinsehen auch so ähnlich aus. Die Fruchthüllen sind nicht mehr so pelzig wie noch im September, sondern viel glatter. Sie duften immer noch ein bisschen nach Zitrone.Schwarznuss_Frucht_01_102017Gegen einen blauen Himmel sieht die grün-gelbe Komposition recht hübsch aus und wiegt mich noch in Sicherheit, dass es ja doch noch nicht soooo herbstlich ist.Schwarznuss_Blatter_01_102017Aber der Nebel und die kalten Regenfälle der letzten Tage lassen keinen Zweifel zu – der Herbst ist da. Wie immer mischt sich ein kleines bisschen Trauer in die Freude über bunte Ahornblätter und schöne Nebelmorgenstimmungen. Typisch Übergangsphase.Schwarznuss_Krone_01_102017Morgen früh schaue ich wieder bei der Schwarznuss vorbei und gucke, was sich verändert hat.