Grün, aber nur ein bisschen aus Bielefeld

Bielefeld. Bie-le-feld. Vor ein paar Jahren war es angesagt, sich über diese Stadt in irgendeiner Form lustig zu machen, könnt Ihr Euch daran auch erinnern? Keine Ahnung, wieso, aber in sehr vielen Comedy-Shows wurden laufend Witze über Bielefeld gerissen. Anscheinend wurde mal das Gerücht in die Welt gesetzt, Bielefeld gäbe es doch gar nicht. Dem muss ich vehement widersprechen – ich war sogar selber schon mal da ;-),.  aber hier in diesem kleinen Video werden die Hintergründe recht nett erklärt. Soll mal einer sagen, die Deutschen hätten keinen Humor! Eine liebe Freundin von mir hat länger in Bielefeld gewohnt. Nicht so gern, dass sie nie wieder weg wollte, das jetzt nicht, aber sie hat es es dort ausgehalten. Ich fands bei meinem Besuch dort auch nicht schlimm, im Gegenteil, sogar irgendwie ganz charmant. Eine Studentenstadt halt (ich fühlte mich gleich ein paar Jahre jünger … oder doch älter?!). Davon abgesehen ist Bielefeld nun wirklich die Geburtsstadt DER deutschen Lebensmittelfirma schlechthin – Dr. Ö. Den kennt ja nun wirklich jedes Kind, und zwar entweder als leckeren Milchpudding oder als giftgrüne Götterspeise. Puristen und Gesundheitsfanatiker werden aufstöhnen, aber wir hatten damals ja nix! Im Ernst, vor 40 Jahren hat man sich da noch nicht so viele Gedanken drüber gemacht, ob ein Aroma jetzt natürlich ist oder eben doch nicht oder was da evtl. im Wackelpudding an fiesen Sachen drin sein könnte. Geschweige denn darüber, dass man so einen Waldmeisterpudding eventuell ja auch selber machen könnte!

Mirjam von Miris Hexenküche hatte neulich einen leckeren Rezeptvorschlag für einen Wackelpudding mit echtem Waldmeister, der mir keine Ruhe gelassen hat. Zum Glück hat meine Nachbarin Waldmeister im Garten, dem Versuch stand also nichts im Wege. Aber ich wollte einen grünen WaPu, soviel war klar. Auch kein Problem, vom Duschtablettenbasteln war noch ein bisschen Lebensmittelfarbe da. Fehlte noch ein Apfelsaft, dann konnte es losgehen. Die ganze Küche duftete nach dem welken Waldmeistersträußchen, das ich im Apfelsaft versenkte und einige Stunden sich selbst überließ. Klar, das künstliche Produkt riecht wesentlich intensiver, das kann man fast nicht vergleichen, aber mit etwas Geduld und Ziehzeit wird das schon. Ein paar Tropfen Grün und …. jaaaa, Gelatine, ich bin da altmodisch …, beides aus Bielefeld, wenn ich es mir recht überlege, taten ihr Übriges.

Tadaaa, ein grüner Ozean mit Schaumkrone!

Der Schaum kam wohl vom kräftigen Schneebesenrühren. Ich dachte, der fällt zusammen, aber nö, er blieb als dekorative Haube auf meinen waldgrünen Geleepudding. So klar wie das Kunstprodukt wurde der nicht, was zum Teil sicher auch dem vehementen Rühren geschuldet war, aber egal …

… ganz kalt aus dem Kühlschrank war das eine prima Erfrischung in den heißen Maitagen. Was man doch so alles selbermachen kann – faszinierend. Danke für die Inspiration, Miri! 🙂

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8 Kommentare zu “Grün, aber nur ein bisschen aus Bielefeld

  1. so eine tolle Idee, wird aber mit Holunderblüten und AgarAgar nachgemacht-für Waldmeister ist es viel zu spät (Kopfschmerzen ). Morgen kommt mein Enkel . Hihi die Bielefeldverschwörung hat sogar einen Wikipedia Eintrag
    LG Claudia

    • Hallo Claudia,
      Holunderblüten sind eine geniale Idee, das schmeckt bestimmt göttlich. Heute morgen haben die Blüten sooo geduftet, herrlich. Ich hatte auch Agar-Agar daheim, aber ich habe noch nie wirklich damit gearbeitet und außerdem war das Mindesthaltbarkeitsdatum doch schon eine Weile her … war mir zu riskant. Ich möchte das aber auch noch ausprobieren. Meine Mann mag gern Bratensülze, das wollten wir vor Jahren mal mit dem Agar-Agar testen. Müssen wir noch. 😉
      Schönen Feiertag!
      Doris

  2. Ach ja, die Bielefeld-Verschwörung 😉 Dabei war ich auch schon zweimal in Bielefeld – einmal an der zauberhaft betongrauen Uni und einmal in dem schönen türkischen Bad. Oder habe ich mir das nur eingebildet?

    Dein Waldmeisterpudding sieht aber lecker aus. Mit Holunderblüten schmeckt das bestimmt auch. Demnächst möchte ich mich mal am Steinklee versuchen. Der blüht bei uns gerade üppig und die Blüten haben wohl auch ein Waldmeisteraroma. Ich hatte auch überlegt, ob ich zum Eindicken mal Stärke verwenden soll. Mein Lieblingswaldmeisterpudding aus dem Kühlregal ist nämlich einer auf Stärkebasis und nicht so glibberig. Ideen über Ideen 🙂

    Liebe Grüße,
    Mirjam

    • „Betongrau“, das trifft es sehr gut, Mirjam. Dieses Bild habe ich auch noch so irgendwie im Kopf von Bielefeld. Nee, Du wirst schon da gewesen sein. Es war halt so traumhaft irreal. 😉
      Steinklee hat ja auch einen umwerfend tollen Duft, das ist bestimmt auch eine super Variante. Spannend, aus was man alles einen Wackelpudding machen könnte, oder? Ich habe mir früher ab und zu mal einen aus Kirschsaft gemacht. Ein irres Rot mit gutem Geschmack. Da gäbe es noch viele Säfte, mit denen man wunderbar experimentieren und sich durchschlecken könnte!
      Liebe Grüße,
      Doris

  3. Ich war noch nie in Bielefeld ;-). Und zu Dr. Ö. habe ich kein so großes Vertrauen, schon zu Zeiten, als wir nur die Werbung aus dem „Westfernsehen“ kannten, war er mir nicht geheuer. Deine Waldmeistergötterspeise sieht allerdings sehr sehr gut aus… Gut gemacht! Ich komme gerade irgendwie zu nix solcherart, ein paar Arbeiten halten mich im Griff, dabei hab ich doch selber im Garten Waldmeister… Aber mehr als kleine Gartenspaziergänge, die Pflichtwässerungen mangels Regen und ein Stündchen Kreativurlaub an meinem Werktisch schaffe ich gerade an meinen normalen Werktagen nicht außer der Reihe. Liebe Grüße Ghislana

    • Ghislana, dann wirds aber Zeit – in Bielefeld würdest Du bestimmt viele grafische Muster fürs Mustern finden. 😉 Ich weiß nicht, wann Du die Dr. Oetker-Werbung geguckt hast, aber da hat es ganz gruselige Sachen gegeben von wegen, dass es ja wohl das einzige Glück und Lebensziel der Hausfrau ist, ihren gestressten Ehemann mit einem wunderbar lockeren Marmorkuchen oder einem cremigen Pudding zu verwöhnen. 😀 Die Dinger werden ab und zu in frauenlastigen Comedysendungen gezeigt. Gibt es bestimmt auch auf YouTube. Da frierts einen! Aber Du meinst vermutlich, dass Dir die Sachen wegen den Inhaltsstoffe nicht ganz geheuer waren, oder? Ich greife schon ab und zu auf die Produkte zurück, aber keineswegs ständig. Manchmal ist es praktischer. – Mich hat die Arbeit auch ziemlich in der Zange, ich komme mit einigen meiner „Projekte“ nicht weiter. Wie zum Beispiel, Dir endlich eine Sommerkarte zu schicken! Dazu fehlt mir noch ein Detail, das muss ich noch suchen …
      Liebe Grüße,
      Doris

  4. Wackelpudding … ich weiß nicht, wann ich den letzten gegessen habe. Muss SEHR viele Jahre her sein. Und vermutlich war das auch kein Wackelpudding, sondern Rote Grütze.
    Dein Rezept allerdings, liebe Doris, klingt sehr verheißungsvoll. Die Zutaten habe ich alle: Waldmeister im Wald (wo ich immer jogge) und Holunder im Garten. Und der wackelige Geselle schmeckt bestimmt auch im Juni.

    • Hallo Renate,
      oh ja, der wackelt auch im Juni gut, ganz sicher. Wie gesagt, schön kalt aus dem Kühlschrank tut sowas bei der Wärme richtig gut. Rote Grütze mag ich auch … die Beerenzeit beginnt ja so langsam!
      Liebe Grüße,
      Doris

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