Geschenke aus der Hexenküche: Was für Warmduscher!

Leute ohne Badewannenzugang sind ein klitzekleines bisschen vom Leben benachteiligt, kommen sie doch nie in den Genuss von Köstlichkeiten wie sprudelnden Badebomben oder cupcake-ähnlichen Gebilden aus Kakaobutter und Kokosöl. Was gibt es da für herrliche Sachen! Als mir eine Freundin vor vielen Jahren in London die damals brandneuen Lush-Läden zeigte, dachte ich wirklich, ich wäre im Paradies gelandet. Meine Güte, die gabs in Deutschland noch gar nicht und waren so eine andere Liga als der Body Shop. Body Shop war auch toll, aber eben anders. Lush hing das Flair des Handgemachten und Handgerührten an, das war für mich so besonders. Und siehe da, es dauerte nicht lange und die ersten DIY-Ideen schwappten rein. Badebomben selbermachen? Kein Problem, sogar ohne einen Einser in Chemie. Man brauchte nur was, was sprudelt, Farbe und einen Duft. Aber wie gesagt, ohne Badewanne macht es nur halb so viel Freude,  wenn man den Lush in der Fußgängerzone 20 m gegen den Wind erschnuppern kann. Was tun also die Warm- oder auch Kaltduscher, wenn sie zum Beispiel eine fiese Erkältung befallen hat oder wenn sie vorm Schlafgehen eine kleine Duftentspannung brauchen?

duschtabs_01Ganz einfach: Sie funktionieren die heimische Duschkabine mit dem entsprechenden Duschfizzie (Achtung, Neudeutsch!) zum Dampfbad um. Und das geht ungefähr so:

100 g Natron,
80 g Zitronensäure,
30 – 50 Tropfen ätherisches Öl wie z. B. Pfefferminze, Thymian, Lavendel, Rosmarin, usw. (zwischendurch Schnupperprobe machen, damit es nicht zu heftig wird!),
evtl. etwas Lebensmittelfarbe und
wenige Tropfen Wasser

vermischen und mit den Fingern verkneten, bis die Masse eine Konsistenz hat wie Schnee, aus dem man einen festen Schneeball formen kann. Wirklich nur ganz wenig Wasser nehmen, am besten tropfenweise mit der Pipette, denn sonst sprudelt der Schüsselinhalt  fröhlich los.

Manche Rezepte verwenden auch etwas Stärke. Ob das ein Muss ist, weiß ich nicht genau, glaube ich aber nicht. Es funktioniert sowohl mit als auch ohne Stärke. Man knetet die Masse also schnell zusammen und presst diese in beliebige Förmchen (Eiswürfelbehälter, Muffinform, die Plastikschalen aus Pralinenschachteln, usw.). Fest pressen, gaaanz fest, damit nichts krümelt. Die Fizzies gut trocknen lassen, sanft aus den Förmchen klopfen, und schon kann es losgehen: Die Duschpraline (endlich fällt mir ein passendes deutsches Wort ein) auf den Boden in der Dusche legen, Wasser aufdrehen, tief einatmen. Die kleine Duschbombe löst sich sprudelnd auf und setzt die ätherischen Öle frei, die durch den warmen Wasserdampf ihre wohltuende Wirkung tun. Herrlich. Die Benachteiligung hat ein Ende. Natürlich kann man die Duftbömbchen auch ganz nach Geschmack mit Vanille, Zimt, Kaffee, Schokolade oder zitronigeren Duftnoten versehen. Mir fiel das Ganze nur wieder ein, weil ich eben eine Erkältung hatte und nach einer Wohltat für Kopf und Nase gesucht habe.

duschtabs_02

Einziger Wermutstropfen: Meine Fizzies ziehen ganz schön Feuchtigkeit an; die sind leider nicht strohtrocken. Vielleicht sollte man sie besser ein bisschen im Backofen trocknen. Und noch etwas: Die Dinger duften wirklich extrem intensiv und müssen unbedingt in einem Glas mit Schraubverschluss oder sonstwie luftdicht aufbewahrt werden. Es braucht eine gute Dosis an ätherischem Öl für das Dufterlebnis unter der Dusche. Damit muss man vermutlich ein bisschen experimentieren, bis man die passende Menge gefunden hat. Aber ist das nicht toll? Endlich sind die Warmduscher mal im Vorteil!

Diese kleine Geschenkidee schicke ich zu Miri in die Hexenküche.

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11 Kommentare zu “Geschenke aus der Hexenküche: Was für Warmduscher!

  1. Das ist so eine schöne Idee! Vor allem auch, weil es auch für die Dusche geht. Das hatte ich vorher noch nicht gesehen. Und toll schauen sie aus! Ganz, ganz vielen lieben Dank für die schöne Geschenkidee aus deiner Hexenküche! Wird bestimmt in meiner bald nachgemacht 🙂

    Liebe Grüße,
    Mirjam

    • Viel Spaß dabei! Mit der Menge an Duftöl muss man echt ein wenig ausprobieren. Meine sind ziemlich heftig geworden, glaube ich, wobei sich die Heftigkeit aber mit der Zeit etwas relativiert. In die Duschbomben kommt mehr ätherisches Öl rein als in die Badebomben, der Wasserdampf verdünnt das Ganze dann doch recht gut.

  2. das ist wirklich eine tolle Idee, vorallem für Leute wie uns, die die Badewanne endlich entsorgt haben und nun über eine ganz tolle Dusche verfügen. Das Rezept werde ich bestimmt ausprobieren und danke für den Tipp. Liebe Grüße sendet Dir Christiane.

  3. Pingback: Geschenke aus der Hexenküche: Zwischenstand – Miris Hexenküche

  4. Habs mit meinem Enkel heute nachgebastelt. Es sollte eigentlich sein Weihnachtsgeschenk für die Mama sein aber er war so stolz und hat ihr die tolle Überraschung ( mit Kokosgeschmack) gleich geschenkt. Super Idee hat sehr viel Spass gemacht.

    Liebe Grüße
    Claudia

    • Das ist ja super, Claudia, vielen Dank für das Feedback. Hmmm, mit Kokos stelle ich mir das auch richtig schön vor. Wie ein Sommerregen auf einer tropischen Insel. 😉 Es ist so goldig, dass Dein Kleiner es dann gar nicht erwarten konnte. Die Mama hat sich bestimmt jetzt schon riesig gefreut.

  5. Pingback: Geschenke aus der Hexenküche: Endstand und Verlosung – Miris Hexenküche

  6. Oh großartig! Ich habe durch meinen Umzug jetzt nämlich keine Badewanne mehr =D Aber ich dusche eh viel lieber als das ich bade, also wird dein Rezept bald getestet 🙂

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