Von Sonnwendfreuden am Arbeitsplatz

Heute haben wir Johanni. Den 24.6. vergesse ich eigentlich nie, weil da einer meiner Brüder Namenstag hat. Namenstag feiert zwar so gut wie kein Mensch mehr, scheint mir, aber ich gratuliere trotzdem. Das gehört sich so. 😉 Bei mir daheim war der Namenstag frühere eine größere Sache als der Geburtstag, da gabs Kuchen und Besuch mit Geschenken, aber die Zeiten haben sich gewandelt. Ich finde es eigentlich ein bisschen schade. Feiert Ihr Euren Namenstag noch?

Nun ist der Johannitag auch ein wichtiger Kräutertag im Jahreskreislauf, an dem die Wirkkraft für die Hausapotheke besonders stark sein soll. Kräuterbuschen zu Maria Himmelfahrt kennt ja mittlerweile fast jede Frau, aber ein Sonnwendstrauß war mir neu. Miriam hat auf ihrem Blog sehr schön darüber geschrieben, und ihr kleiner Sonnwendstrauß hat mir so gut gefallen, dass ich mir dachte, wozu bis zum 15.8. warten?

Ein kleiner Strauß zur Sonnwende

Gestern abend war mir so danach, und dann bin ich durch unseren Garten gestromert und habe mir ganz spontan meine Top 7 gesucht.

Johannisstrauss_Garten_2016Das ist mein Sonnwendsträußchen 2016, hier schnell mit einer nassen Serviette versehen, damit ich noch schnell eine Runde mit dem Hund absolvieren konnte, ohne dass mir die Abendsonne die kleine Pracht vorzeitig zum Verdorren bringt.

Johannisstrauss_einzeln_2016

Im Uhrzeigersinn haben wir da jeweils ein Stängelchen von folgenden Kräutlein:

  • blühender Giersch (Aegopodium podagraria),
  • Beifuß (Artemisia vulgaris),
  • Lavendel (Lavandula angustifolia),
  • blühendes Currykraut (Helichrysum italicum)
  • Berufkraut (wahrscheinlich das einjährige Erigeron annuus, aber ganz sicher bin ich mir nicht)
  • Beinwell (Symphytum officinale),
  • Johanniskraut (Hypericum perforatum).

Alles Heilkräuter auf die eine oder andere Weise.Beinwell und Johanniskraut sind schon mehrfach hier im Blog aufgetaucht, Beifuß und Giersch auch, und über das Berufkraut wollte ich schon lange mal was schreiben. Wie das immer so geht, viele Ideen und wenig Zeit! Das Sträußlein hat mir auf jeden Fall schon mal die Sonne auf den Schreibtisch gebracht heute. Freude und Sommer pur. So sollte der Arbeitsplatz immer bestrahlt sein, das wäre eine feine Sache. Eine Johannikräuterbutter habe ich heute abend auch noch gerührt. Na, die heilt dann gleich beim Essen. So muss es sein. 🙂

Johannisstrauss_Tisch_2016

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23 Kommentare zu “Von Sonnwendfreuden am Arbeitsplatz

  1. das ist ein wunderschöner Eintrag in Deinem Blog, liebe Doris. Das mit dem Johannisträußlein kannte ich auch nicht. Allerdings ist mir eine andere Geschichte zu diesem Tag aus meiner Kindheit in Erinnerung. Sie stammt aus dem Buch „die wunderbaren Fahrten und Abenteuer der kleinen Dott“. Ich habe es ca. 1962/63 geschenkt bekommen und es erzählt die Geschichte eines Mädchens, welches in der Johannisnacht die Blüte der Rennefarre (ein Kraut welches ich aber nirgends entdecken kann) in den Schuh bekommt, unsichtbar wird, die Sprache der Tiere verstehen kann und so eine wunderbare Zeitreise durch ihre Heimat macht. Schau mal bei Amazon, da gibt es das Buch noch. Allerdings nicht die Originalausgabe die ich habe. Ich habe das Buch damals verschlungen und es steht immer noch bei mir im Bücherregal. Ja und der Johannistag ist der letzte Tag wo Spargel gestochen werden soll. Viele Grüße und laß Dir die Butter schmecken. Welche Kräutlein hast Du darin verarbeitet ? Die gleichen wie im Strauß ?

    • Hallo Christiane,
      das ist wirklich ein schöner Buchtipp, vielen Dank, suche ich mir gleich mal beim Buchversender. Magisch! Stimmt, seit gestern ist es mit dem Spargel ja vorbei. Im Supermarkt gab es heute noch welchen (weißen), allerdings auch keine Unmengen mehr. Dazu würde die Kräuterbutter auch ganz gut schmecken, fällt mir gerade ein. Ich habe nicht 1:1 die gleichen Kräuter wie im Strauß genommen, aber ein bisschen Currykraut und sogar eine Lavendelblüte ist tatsächlich drin. Gestern abend bin ich nicht ganz fertig geworden, denn ich wollte auch noch eine Salbeibutter machen, ganz pur. Ich habe ihn im Kühlschrank zwischengeparkt. Jetzt gewittert es gerade bei uns, draußen kann ich eh nichts mehr machen – dann könnte ich mich wieder ans Buttern begeben. 😉
      Viele liebe Grüße!
      Doris

      • ja, das Buch ist wirklich magisch und ich liebe es auch heute nach über 50 Jahren immer noch. Die Originalausgabe hat auch wunderschöne Zeichnungen.
        Salbeibutter könnte ich auch mal probieren. Ich habe Fruchtsalbei, schmeckt nach Ananas und das wäre was fürs Frühstück. Danke für den Tip.
        Hier hat es gestern fast ununterbrochen geregnet. Mal ganz leicht, dann wieder heftiger. Ich habe es zwischendurch mal eben zum Einkaufen geschafft. Heute haben wir blauen Himmel mit weißen Wolken, aber am Nachmittag sind auch wieder Schauer angesagt.
        Liebe Sonntagsgrüße zu Euch, Knuddler für Minnie und Wastl
        Christiane & Co.

      • Ich dachte mir, die Salbeibutter kann man gut auf Vorrat haben für schnelle Nudeln oder sowas. Gestern habe ich die Butter in Förmchen gestrichen, nachdem sie mal eine Nacht durchgezogen hat. Schmeckt ganz gut. Wie sieht der Ananassalbei aus? Ich habe auch eine zweite Salbeisorte, kann sein, dass der sich „Ananas“ schimpft. Die Blätter sind panaschiert, also Grün mit Weiß marmoriert. Er schmeckt vielleicht ein bisschen milder als der normale Salbei, nicht ganz so kampferartig.
        Hier scheint wieder die Sonne, aber es ist irgendwie dampfig …

  2. Wie schön, dass du auch gleich einen Johannisstrauß gesammelt hast. Er sieht wunderbar sommerlich aus. Sind das auch die Kräuter, die du in deine Butter getan hast?

    Einen Namenstag hatte ich leider nie. Darum habe ich früher manche Klassenkameraden echt beneidet. Zu meinen Eltern hatte der Pfarrer bei der Taufe gemeint, ob sie mir nicht lieber doch einen christlichen Namen geben wollen…

    @ Christine: Ganz herzlichen Dank für den Buchtipp! Das klingt so schön, dass ich mir das Buch gleich bestellen werde 🙂

    • Hi Miri,
      mir war doch so, als ob ich Deinen Namen falsch geschrieben hätte … Entschuldige bitte! Die Bemerkung von dem Pfarrer damals ist ja echt witzig. Ich wusste nicht, dass Mirjam die alte bzw. hebräische Form von Maria ist, aber viel christlicher geht es ja dann eigentlich nicht mehr. 😉 Bei mir hat der Pfarrer wohl auch gemeint, ich müsste „Dorothea“ heißen. Naja, den Namenstag gab/gibt es (ausschließlich?) bei den Katholiken, das war damals einfach so. Heute denkt wirklich kaum noch einer dran und die Kinder wissen ihren in der Regel überhaupt nicht mehr. – Meine Kräuterbutter haben wir heute zu Brezen verkostet, ist ganz gut geworden. Ich bin einmal querbeet durchs Kräuterbeet mit Schnittlauch, Liebstöckl, Thymian, Oregano, Bohnenkraut, Salbei, bisschen Currykraut und einer versehentlich erwischten Lavendelblüte. Dazu etwas Salz und Knoblauch und natürlich Butter. Schmeckt recht herzhaft, diese wilde Mischung. Beifuß habe ich mich nicht getraut, aber vielleicht tue ich beim nächsten Mal einen Hauch davon mit rein.
      Schönes Wochenende!
      Doris

    • @Mirjam, das Buch ist wirklich wunderschön und schreibe mal, wenn Du es Dir bestellt und gelesen hast ob es Dir auch so gut gefällt wie mir. Liebe Grüße von Christiane.

      • @ Christiane: Das Buch ist bestellt. Ich bin schon ganz gespannt und werde gerne berichten 🙂 Sag mal, weiter oben hast du geschrieben, dass du auch Ananassalbei hast. Hast du vielleicht schon Erfahrungen, wofür der sich gut eignet? Ich habe nämlich seit kurzem auch einen.

    • @Mirjam, hast du das Buch schon bekommen ??? Schreib mal wie es Dir gefällt. Ich habe es wieder hervorgeholt und werde es nochmal lesen.

      • Ananassalbei schmeckt super im Salat, die hat wirklich einen Hauch von Ananas. Man kann sie aber auch in Mineralwasser geben (fein gehackt) und getrocknet Tee davon kochen. Meine erste hat im Garten auch 2 Jahre gehalten, dann wurde sie so übermächtig, da habe ich sie entfernt und jetzt wächst eine kleine im Topf in der Kräuterecke auf dem Balkon.

  3. Hallo Doris
    Ich bin evangelisch und habe meine katholischen Schulkameradinnen immer beneidet- 2 x Geschenke. Christiane das Buch ist der Hammer -brauche ich auch vor allem da ich heute zum 2. x Oma wurde , eine kleine Elsa, :). Soll Rennefarre vielleicht Rainfarn sein?
    So ein Kräutersträusschen werde ich mir morgen auch machen wobei das Johanniskraut bei uns leider noch nicht blüht.
    Liebe Grüße
    Claudia

    • Herzlichen Glückwunsch zum zweiten Enkelkind, Claudia, das sind ja schöne Neuigkeiten! Dann kannst Du der kleinen Elsa gleich ein Kräutersträußchen binden, das ist doch ein noch viel tollerer Anlass. Zeigst Du es uns dann?
      Liebe Grüße,
      Doris

      • Danke Schön, letzte Woche habe ich das Buch Wichtel Nick gekauft mein 2 jähriger Enkel liebt diese Buch .
        Liebe Grüße
        Claudia

  4. Ach schön, ich liebe diese Bräuche. Sie vermitteln irgendwie Geborgenheit. Hier in der Stadt gehen sie leider verloren. Einige meiner Kollegen feiern tatsächlich noch Namenstag. Ich hatte nie einen, weil ich der anderen Konfession angehöre… Lieben Gruß, Gaby

  5. Wie schön, dass dein Garten so eine Vielfalt hergibt 🙂 Ich kannte Namenstage überhaupt nicht, aber die sehr katholische französische Familie meines Mannes legt da sehr viel Wert drauf…seid gut einem Jahrzehnt verzweifelt seine Oma, dass sie keine Heilige Gesche in ihrem Kalender hat 😉

    • Das ist ja lustig! Stimmt, von einer Heiligen Gesche habe ich auch noch nicht gehört, aber offenbar ist der Name eine Ableitung von Gertrud – und die gibts doch auch in Heilig. Vielleicht bringt das die Schwiegeroma weiter. 😉 Die norddeutschen/friesischen Vornamen klingen manchmal so ungewohnt, aber eigentlich echt cool. 😉

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