Adventsmandala in Eiche

Roteichen_MandalaDie seltsam großen Eichenblätter sind mir schon im vergangenen Herbst an einer bestimmten Stelle im Wald aufgefallen, dann aber wieder gedanklich entfallen. Diesen Herbst habe ich Beweisstücke aufgesammelt und ein paar Bücher gewälzt. Auf dem Foto sehen die großen Blätter gar nicht sooo groß aus, aber die waren länger als meine Hand. Riesenteile, eigentlich gar nicht typisch Eiche. Aber die Blattform spricht eindeutig dafür, außerdem musste es ein Kulturbaum in der Forstwirtschaft sein. Des Rätsels Lösung: Es handelt sich um eine Amerikanische Spitzeiche oder auch Roteiche (Quercus rubra), die da ihre Blätter abgeworfen hat. Diese Eichenart wird tatsächlich in der Forstwirtschaft verwendet, weil sie unter anderem etwas weniger anspruchsvoll und vor allem schnellwüchsiger als unsere gute alte deutsche Eiche ist. Die Farben waren viel intensiver in Rot und Gelb, aber leider sind meine Exemplare so schnell trocken geworden. Ob der Neubürger bewusst an diese Stelle gepflanzt wurde oder ob ein Eichelhäher sie dort angesiedelt hat, kann ich nicht genau sagen.  Der Standort kommt mir ein bisschen seltsam vor, weil der Baum ziemlich von Fichten umringt ist. Allerdings habe ich eben gelesen, dass die Roteichen gern als Brandschutz in Nadelwäldern gepflanzt werden, weil die stark säurehaltigen Blätter die Vegetation knapp halten und damit etwaigen Feuern die Nahrung entziehen. Ein interessanter Aspekt. Jedenfalls schaue ich im Frühjahr wieder vorbei, damit ich den Baum auch einmal bewusst in Grün sehe.

Einen schönen ersten Adventssonntag und einen guten Einstieg in die Adventszeit!

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14 Kommentare zu “Adventsmandala in Eiche

  1. Eine Roteiche ;-). Dankeschön! Die gibt’s hier auch und sie werden von Eichhörnchen und Eichelhähern gut im Wald verstreut… Zum Teil wachsen sie „zusammen“ mit heimischer Eiche, der beste Beweis, dass der Ursprung mal ein tierischer Wintervorrat war. Auch einige Alleen und Aufforstungen mit Roteichen kenne ich. Ich hatte sie in meiner Reihe auch mal. Ihre Laubfärbung im Herbst ist phänomenal…. (Die Farbe hält allerdings auch nicht beim Pressen der Blätter, sie werden braun…) Ein Unterschied zur heimischen Eiche ist die Eignung als Nahrung und Lebensraum für Tiere, insbesondere Insekten, da kommen die heimischen Eichen sehr sehr sehr viel besser weg wegen der evolutionären Anpassung… Liebe Grüße Ghislana

    • Ihr kennt die Roteiche schon alle. Ich kannte sie bis dato nicht wirklich, aber jetzt muss ich dann mal aufpassen, ob es im Staatsforst noch mehr davon gibt. Ehrlich gesagt finde ich die Anpflanzung von Neophyten gar nicht unbedingt so gut. Auch die Roteiche breitet sich ja gebietsweise offenbar schon relativ unkontrolliert aus, nachdem der Eichelhäher da keinen Unterschied macht, andere Tiere aber eventuell schon. Ich kann nur vermuten, dass hier wie so oft wirtschaftliche Interessen über den Schutz der einheimischen Natur gestellt werden. Man probiert es halt mal aus. Die Blätter wurden leider sehr schnell braun, das stimmt. Ich wollte sie eigentlich „frisch“ fotografieren, aber das habe ich nicht schnell genug geschafft. 😉

  2. Hallo Doris
    Ich liebe die Roteiche, ihre Eicheln sind so toll zum Basteln.Die Hütchen sehen wie Eulenaugen aus und sie sind bestimmt 3 x so groß wie normale Eicheln.
    Liebe Grüße
    Claudia

    • Hallo Claudia,
      ich muss noch mal da hin und schauen, ob ich noch ein paar Eicheln finde. Kann aber sein, dass die Wildschweine die schon schnabuliert haben. Jedenfalls wird mir jetzt auch klar, warum an dieser Stelle öfters Wildsauen durchziehen.
      Liebe Grüße,
      Doris

      • Nie hätte ich einen Neophyten hinter der Roteiche vermutet .Bei Neophyt denkt man eigentlich an Springkraut . Gerade habe ich gegoogelt: Douglasie, Robinie und Traubenkirsche sind es auch.
        Toller Beitrag viel gelernt
        Gruß Claudia

      • Wahnsinn, oder? Ich kann nicht sagen, wie „schlimm“ die Ausbreitung jetzt wirklich ist, aber es ist immer wieder auffällig, wie sich eingeschleppte/angesiedelte/eingewanderte Pflanzen in dem eigentlich fremden Lebensraum ausbreiten. Neulich habe ich in einem anderen Blog (bei Heidrun) gelesen, dass mancherorts schon Cosmeen wild blühen, obwohl sie eigentlich nicht hier heimisch sind. Das allerdings eher wegen dem Klimawandel, aber trotzdem.

  3. Eigentlich eine spannende Frage, ab wann eine Pflanze nicht mehr als Neophyth gilt. Die Rosskastanie kam auch erst vor 500 Jahren nach Mitteleuropa, was für einen Baum ja keine unendlich lange Zeit ist. Gilt die noch als Neophyth? Und könnte sich die Roteiche in unserem Wirtschaftswald überhaupt unkontrolliert ausbreiten?

    Liebe Grüße,
    Mirjam

    • Hallo Mirjam,
      das ist tatsächlich eine spannende Frage. Ich werde bei nächster Gelegenheit mal einen Förster dazu befragen, das interessiert mich jetzt selber. Die Roteiche wird im Wirtschaftswald vermutlich sogar ganz gern gesehen, weil sie weniger hohe Ansprüche an den Standort hat wie unsere heimische Eiche. Sie verträgt mehr Schatten und wächst auch schneller. Unkontrollierte Ausbreitung im Wirtschaftswald halte ich auch für unwahrscheinlich. Darum ist es ja ein Wirtschaftswald. 😉 Aber Vögel und andere Tiere werden schon auch punktuell für eine weitergehende Ausbreitung sorgen. Ob die Roteiche wirklich schon so „schädlich“ oder eben doch mehr eine Bereicherung ist, kann ich auch nicht sagen. Wie gesagt … muss bei nächster Gelegenheit mal den Förster befragen!
      Liebe Grüße,
      Doris

  4. Ah, das ist also das Stichdatum für die Neophythen. Auch ein bisschen willkürlich, aber irgendeine Unterscheidung braucht man ja. Bei uns gibt es die Pflanzeneinwanderer schon lange, wie in dem interessanten Artikel steht. Und dadurch, dass Europa und Asien eine recht große zusammenhängende Landmasse ist, wo schon lange viel Austausch durch den Menschen stattfand, ist unsere Flora an sich schon ein Mischmasch und sicher auch einiges „gewohnt“. Ganz anders habe ich das erst in Neuseeland erlebt. Die haben durch die lange Isolation in einem ganz anderen Ausmaß Probleme mit invasiven Arten als wir. Danke nochmal für den Link! Wieder was gelernt 😉

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