Adventsmandala in Eiche

Roteichen_MandalaDie seltsam großen Eichenblätter sind mir schon im vergangenen Herbst an einer bestimmten Stelle im Wald aufgefallen, dann aber wieder gedanklich entfallen. Diesen Herbst habe ich Beweisstücke aufgesammelt und ein paar Bücher gewälzt. Auf dem Foto sehen die großen Blätter gar nicht sooo groß aus, aber die waren länger als meine Hand. Riesenteile, eigentlich gar nicht typisch Eiche. Aber die Blattform spricht eindeutig dafür, außerdem musste es ein Kulturbaum in der Forstwirtschaft sein. Des Rätsels Lösung: Es handelt sich um eine Amerikanische Spitzeiche oder auch Roteiche (Quercus rubra), die da ihre Blätter abgeworfen hat. Diese Eichenart wird tatsächlich in der Forstwirtschaft verwendet, weil sie unter anderem etwas weniger anspruchsvoll und vor allem schnellwüchsiger als unsere gute alte deutsche Eiche ist. Die Farben waren viel intensiver in Rot und Gelb, aber leider sind meine Exemplare so schnell trocken geworden. Ob der Neubürger bewusst an diese Stelle gepflanzt wurde oder ob ein Eichelhäher sie dort angesiedelt hat, kann ich nicht genau sagen.  Der Standort kommt mir ein bisschen seltsam vor, weil der Baum ziemlich von Fichten umringt ist. Allerdings habe ich eben gelesen, dass die Roteichen gern als Brandschutz in Nadelwäldern gepflanzt werden, weil die stark säurehaltigen Blätter die Vegetation knapp halten und damit etwaigen Feuern die Nahrung entziehen. Ein interessanter Aspekt. Jedenfalls schaue ich im Frühjahr wieder vorbei, damit ich den Baum auch einmal bewusst in Grün sehe.

Einen schönen ersten Adventssonntag und einen guten Einstieg in die Adventszeit!

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Warum sterben immer die Falschen?

Oder anders gefragt: Wer wären denn eigentlich die Richtigen? Heute ist Totensonntag und da passt das Thema, das mich seit Tagen beschäftigt doch eigentlich ganz gut. Die Frage fiel mir ein, nachdem ich ein bisschen in der November-Blogaktion auf dem Totenhemd-Blog geschmökert hatte (da ist ein Link hinterlegt, sieht man vielleicht nicht so gut). „Welches ist deine heimlichste Frage zum Sterben und zum Tod?“, heißt es da. Interessante Fragen werden dort gestellt, schaut mal rein. Interessante Fragen und Antworten gibt es dort zu lesen, schaut mal rein.

Die Zeiten haben sich geändert, der Tod gehört nicht mehr so wirklich zum Leben dazu. Wir verdrängen, wollen immer länger jung bleiben, bloß nicht alt werden, so  scheint mir wenigstens. Hier im ländlichen Bayern haben viele Menschen noch eine andere Beziehung zu Leben und Tod. Generationen hocken näher aufeinander (was nicht immer gut sein muss) und es ist oft noch üblich, den Verstorbenen oder die Verstorbene im Haus aufzubahren fürs Totengebet und die letzte Ehre. Ganz normal, genauso wie der Gang zum (konfessionsgebundenen) Begräbnis mit anschließender Einladung zum Leichenschmaus im Wirtshaus. Aber ich schweife ab. Warum also sterben immer die Falschen? Und wer sind „die Falschen“? In meinem Fall waren es dieses Jahr  jeweils noch relativ junge Menschen, die in meinen und wohl in den Augen aller Trauernden ihren Lebenskreis eigentlich noch nicht beendet hatten. Wenn ein Mensch 70 oder 80 Jahre alt geworden ist, okay, aber mit knapp oder noch nicht mal 50? Natürlich weiß ich, dass auch noch viel jüngere Menschen und oft auch Kinder viel zu früh sterben müssen, sei es aus Krankheit, Krieg oder Terror. Im Grunde sterben aus Sicht von Verwandten und Freunden immer „die Falschen“. Das waren Menschen, die man geliebt, gemocht, geachtet, respektiert hat. Ob die „Richtigen“ dann im Umkehrschluss Menschen sind, mit denen wir genau diese Beziehung nicht haben und die wir vielleicht sogar gar nicht mögen? Kann sein. Gibt es „die Richtigen“ überhaupt? Kommt drauf an, wen man fragt, würde ich angesichts der aktuellen Weltentwicklung sagen. Eine wirklich Antwort habe ich nicht, und das Thema führt in sehr tiefe Untiefen, wenn man sich nur ein bisschen damit befasst. Für den Betroffenen sterben immer die Falschen.

Efeu_Zentralfriedhof