Man nehme: Gemüse im Kuchen

Gemüse im Kuchen, ja sonst noch was. Dabei ist eine Rüblitorte doch schließlich auch nichts Herzhaftes, und über die wundert sich keiner mehr. Mehr Mut in der Küche, sage ich da nur! Die Amerikaner (ich nehme an, Zucchinikuchen ist wirklich eine amerikanische Erfindung) sind da ein bisschen anders gestrickt und Backexperimenten nicht abgeneigt. Mir scheint, da sind wir in Deutschland um einiges konservativer. Deshalb gerät so manches Muffin hierzulande auch mehr wie ein Rührkuchen im Kleinformat statt wie ein „richtiges“ Muffin, das allgemein von der Teigkonsistenz her kompakter, saftiger und insgesamt etwas schwerer ist. Das liegt an den Zutaten, dem Triebmittel und generell der Zubereitungsweise. „Do not overmix!“, also bloß nicht zuviel rühren, heißt es meistens an der Stelle, an der feuchte und trockene Zutaten vermischt werden. Das erfordert Übung und ein es-einfach-mal-so-lassen-Können. Es ist völlig okay, wenn man das Mehl noch als solches erkennt, ganz egal, was Dr. Oetker früher immer gepredigt hat. Also, innovatives Backen in den USA  … ach was, wahrscheinlich hatte eine Pionierin irgendwann mal einfach viel zu viele Zucchinis im Garten und hat sich überlegt, was sie nur mit dem ganzen Zeug anfangen sollte. Rein damit in den süßen Kuchen und fertig. Vielleicht mochten ihre Kinder aber auch einfach nur kein Gemüse.

ZucchiniblueteHier kommt mein süßer Beitrag wider die Zucchinischwemme: Das Rezept für den Zucchini Lemon Loaf, der sowohl in der Kastenform als auch in der muffin pan eine gute Figur macht. Es stammt aus meinem Lieblingskochbuch von Sheila Lukins und gebacken habe ich das Ganze in meiner uralten Muffinform, die ich vor über 20 Jahren aus Amerika mitgebracht habe, als in Deutschland noch kein Mensch überhaupt was von Muffins gehört hatte. Auch coffee to go war sowas von unbekannt. Wie sich die Zeiten doch ändern. Gerade heute las ich in der Zeitung von den Müllbergen, die der Kaffee auf die Hand vor sich herschiebt.

Aber jetzt zum Rezept:

Zucchini Lemon Loaf

Backofen auf 175/180 °C vorheizen.

knapp 200 g Mehl
1 1/2 TL Backpulver
1/2 TL Natron
1/2 TL Salz
1 TL gemahlener Zimt
1/2 TL  gemahlener Muskat (hatte ich nicht)
1/4 TL gemahlene Nelken (hatte ich nicht)

  • Alles in eine Schüssel sieben oder zusammenschütten und dann mit einem Schneebesen mischen und lockern.

2 Eier
125 ml Öl
250 g Zucker (war mir fast zu süß, aber GG war anderer Meinung)
3 EL saure Sahne
Vanillearoma nach Geschmack
geriebene Schale von 1 unbehandelten Zitrone

  • in einer zweiten Schüssel verquirlen. Die Mehlmischung zugeben und KURZ unterrühren.

ca. 140 g geriebene Zucchini (grün oder gelb, mit der Schale)

  • – Wichtig: Gut ausgedrückt! – unterheben.

Wer mag, kann noch 60 g Walnüsse untermischen. Hatte ich nicht, ich habe einen Rest geriebene Mandeln genommen.

Das Ganze ca. 55-60 Minuten backen, sagt das Kochbuch, aber bei Muffins reichen ca. 45 Minuten oder noch weniger. Das muss man ausprobieren, jeder Backofen ist ein bisschen anders.

  • Wer dann noch mag: Zuckerglasur mit Zitronensaft auf den noch warmen Kuchen bzw. die Muffins streichen.

Gemüse im Kuchen macht eben noch keinen Gemüsekuchen. Kann es aber, denn Zucchinimuffins gehen auch herzhaft. Mit diesem kulinarischen Cliffhanger wünsche ich Euch noch eine schöne Restwoche und nein … this is not a food blog.

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5 Kommentare zu “Man nehme: Gemüse im Kuchen

  1. Das klingt ja lecker! Ich liebe Zucchinikuchen, habe bisher aber selbst noch keinen gebacken. Das könnte sich bald ändern 😉 Vielen lieben Dank für das Rezept!
    Liebe Grüße,
    Miri

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