Magie im Suppentopf

Nein, das ist kein Vertipper. Es ist NICHT die Rede von der bekannten Suppenwürze mit dem zweiten G und ohne das E am Ende, sondern von einem Suppenrezept, das ich vor fast genau einem Jahr gesehen habe. Kann Farbe magisch sein? Aber ja, unbedingt. Es sei denn, es handelt sich um blaue Gummibären. Wer hat sich das denn bitte einfallen lassen?! Ich glaube, die hätten mich noch nicht mal als Kind froh gemacht. Weiß nicht, ein richtiger Schlumpffan war ich auch nie. Mit der Farbe „Blau“ habe ich es anscheinend nicht so, außer, sie befindet sich am Himmel und wird vom Planeten angestrahlt. Wie auch immer, wir waren beim Thema der magischen Farben. Rotkohl oder Blaukraut – beim Namen scheiden sich ja nun die Geister, was mich aber nicht weiter stört, weil ich das Gemüse im Geiste sowieso nur als „Ruude Kappes“ bezeichne. Muttersprachlich bedingt, Ihr versteht. Mein Mann kannte das Wort „Kappes“ früher nur aus Millowitsch-Theaterstücken und schaute mich sehr seltsam an, als ich es zum ersten Mal in seiner Gegenwart im Zusammenhang mit rotem oder weißen Kohlköpfen verwendete. Es kann schon auch mal Blödsinn sein, einen Kohlkopf zu erwerben, aber eigentlich liegt man damit nie verkehrt. Wir sprechen schließlich vom deutschen Wintergemüse par excellence! Rotkohl kannte ich bis zu dem Offenbarungsmoment auf chocolateandonions nur als Gemüsebeilage zu Rind oder Wild, am besten kombiniert mit reichlich Kartoffelknödeln („Tuffelsklüüß“), aber als Suppe? Nie gehört. Was soll ich sagen, die Fotos ließen mich nicht mehr los und fielen mir neulich beim Abtauchen in die Tiefkühltruhe wieder ein, als mir eine Dose mit einem großzügigen Rotkohlrest in die steifen Finger fiel. Diesen Rotkohl hatte ich selbst gezüchtet, jawoll, der würde auf jeden Fall bis zum letzten, nein, bis zum allerletzten Fitzel verspeist werden, soviel war klar. Das ist Kochen, wie es mag: Ratzfatz einmal aufwärmen, Pürierstab reinhalten, Flüssigkeit nachgießen, bisschen Gemüsebrühwürfel zugeben, aufkochen, fertig. Wow. Lecker! Ich kann nur bestätigen, dass der Geschmack für eine Kohlsuppe sehr, sehr fein und ganz speziell ist. Und die Farbe erst! Macht sich auch an den Fliesen hinterm Herd relativ gut, aber das nur nebenbei. Farblich hätten sie auch zu den Johannisbeersaftflecken an der Decke gepasst…

Beweisfotos von der magischen Suppenschüssel bekommt Ihr leider keine, denn die Sahnespirale in meiner Suppe sieht so verwackelt aus, dass sie mich beinahe an die Schlange Kaa erinnert. Das will ich Euch nicht antun, genießt lieber die schönen Fotos auf Mandarinenfalters Blog und notiert auf Eurem Einkaufszettel für nächste Woche: Zutaten für Rotkohlsuppe. Es lohnt sich.

PS: Der Brühwürfel stammte übrigens auch nicht aus der Produktreihe mit dem bekannten Namen und dem gelb-roten Logo, also war das wirklich reine Magie. 😉

Zum Schluss noch eine Sonntagsimpression von meinem heutigen Winterspaziergang. Das ist für Dich, Sabine!

Huehner

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8 Kommentare zu “Magie im Suppentopf

  1. Hallo Doris, ja „ruude Kappes“ kenn ich gut, die Familie meiner Mutti stammt aus Köln und ich bin mit Kölsch (der Sprache, nicht dem Gerstengebräu) groß geworden und versteh es sehr gut, kann es zwar nicht perfekt aber es reicht um die Kölner und die drumherum zu verstehen. Die Suppe werde ich bestimmt nachkochen, ich liebe die bodenständige Küche. Hier bei uns im Bergischen gibt es ja auch so viele leckere Gerichte. Kennst Du eigentlich Rübstiel ??? Liebe Grüße und ich bin auf Antwort gespannt. Eine schöne Woche und bis bald
    Christiane.

    • … Christiane, Du verstehst mich. 🙂 Bodenständige Küche ist was Schönes, einfach wie bei Muttern, gell? Das mit dem Rübstiel hast Du mir schon mal erklärt, ich muss das noch mal googeln. Das ist ein spezielles Gemüse, oder?

  2. „Und die Farbe erst! Macht sich auch an den Fliesen hinterm Herd relativ gut, aber das nur nebenbei. Farblich hätten sie auch zu den Johannisbeersaftflecken an der Decke gepasst…“ 😀 😀 😀
    Jetzt hätte ich gern das Bild dazu, auch wenn Dir der Sahnekringel peinlich ist 😀 😛
    Mit Kohlsuppen kann man prima abnehmen (ohne Sahne 😉 ) hab ich gehört. Bist Du etwa schon dabei, Deinem Winterspeck zu Leibe zu rücken? 😀 DIE Art von Kochen mag ich auch 🙂 Nix einfacher als Eintöpfe 😀
    Liebe Grüße
    【ツ】Knipsa

    • Hallo Knipsa,
      nee, das Foto ist echt nix. Hat mich so geärgert! Die Farbe ist ein tiefes Rot-Lila, echt cool, weil man sowas sonst nicht in der Suppenschüssel sieht. Das mit den Johannisbeersaftflecken ist kein Witz, ist mir letzten Sommer beim Saftkochen passiert. Klatsch, ist das doofe Sieb wieder im Topf verschwunden … DAS war eine Schweinerei. 😀 Die Flecken an der Decke sind mir erst viel später aufgefallen. Jaja, Kohlsuppe gibt es auch als Diätrezept oder einfach so als Gemüsesuppe. Da wird bunt gemixt mit allem möglichen Gemüse, aber die kriegt man auch relativ leicht über. Ich könnte mich nicht eine Woche am Stück davon ernähren …

      Liebe Grüße,
      Doris

  3. das ist ja eine tolle Seite – chocolateandonions – habe gerade mal drin geblättert. Übrigens, wir sind heute total eingeschneit, es liegen mindestens 15 cm. Günter war fast 1 1/2 Std. mit Räumen beschäftigt, da er heute nachmittag DRK Termine hat und ohne freie Einfahrt bei uns nicht rauskommt. LG von Christiane.

    • Oh ja, Christin kocht und backt ganz tolle Sachen. Ihr Blog ist immer einen Besuch wert.
      Wir sind auch eingeschneit und verkehrstechnisch war heute abend alles am Ende. Ich hoffe, dass es morgen etwa nachlässt!

  4. Hallo Doris
    Das hört sich aber super lecker an, wird auf jeden Fall nachgekocht. Wäre ich nie auf die Idee gekommen. Bei uns fängt es gerade wieder an zu schneien- dann ist es wenigstens nicht ganz so kalt wie die letzten Tage bei -11 Grad.

    • Hallo Claudia,
      Wahnsinn, was man alles noch nie so betrachtet hat, oder? Ich war damals völlig baff, als ich das Rezept gelesen habe. Auf die Idee wäre ich auch nie gekommen. Viel Spaß beim Ausprobieren!
      Liebe Grüße,
      Doris

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