Schneerauschen

Schneerauschen_01Vielleicht liegt es ja daran, dass ich irgendwie Urlaub brauchen könnte. Ganz oft, wenn ich momentan beim Spazierengehen oder Autofahren ganz genau hinsehe, sehe ich Meere aus Schnee und höre dazu das Rauschen der wogenden Wellen. Wenn dann noch die Sonne auf die Schneewellen glitzert, ist die Illusion beinahe perfekt.

Dabei mischt sich ein paar Tagen ein noch süßerer Klang zum Schneerauschen hinzu. Der macht „Tropf, Tropf, Platsch, Tropf“. Jetzt habe ich aber wirklich Februarhoffnung und habe deshalb endlich mal Chilis angesät.

Februarhoffnung

Gestern strahlender Sonnenschein, heute trüb mit Schneeschauern. Ohne Sonne ist es direkt unwirtlich kalt, vor allem mit den schneidenden Windböen. Wildtiere verraten ihre Wege im tiefen Schnee und es sind immer wieder spannende Geschichten, die man im Schnee lesen kann. Wer kam von wo, wessen Wege haben sich gekreuzt. Erstaunt hat mich aber heute wirklich, dass der Amselhahn sich trotz Kälte in Positur geworfen und lauthals drauflos gezwitschert hat. Ich glaube jetzt mal nicht, dass das ein Dankesständchen für die leckeren Rosinen im Futterhäuschen war, die er sich gern im Kunstflug stibitzt. Vielleicht weiß er ja was, was wir noch nicht wissen? Die Vögel haben die ganze letzte Woche schon so frühlingshaft gezwitschert, schien es mir. Kam Euch das auch so vor?

Magie im Suppentopf

Nein, das ist kein Vertipper. Es ist NICHT die Rede von der bekannten Suppenwürze mit dem zweiten G und ohne das E am Ende, sondern von einem Suppenrezept, das ich vor fast genau einem Jahr gesehen habe. Kann Farbe magisch sein? Aber ja, unbedingt. Es sei denn, es handelt sich um blaue Gummibären. Wer hat sich das denn bitte einfallen lassen?! Ich glaube, die hätten mich noch nicht mal als Kind froh gemacht. Weiß nicht, ein richtiger Schlumpffan war ich auch nie. Mit der Farbe „Blau“ habe ich es anscheinend nicht so, außer, sie befindet sich am Himmel und wird vom Planeten angestrahlt. Wie auch immer, wir waren beim Thema der magischen Farben. Rotkohl oder Blaukraut – beim Namen scheiden sich ja nun die Geister, was mich aber nicht weiter stört, weil ich das Gemüse im Geiste sowieso nur als „Ruude Kappes“ bezeichne. Muttersprachlich bedingt, Ihr versteht. Mein Mann kannte das Wort „Kappes“ früher nur aus Millowitsch-Theaterstücken und schaute mich sehr seltsam an, als ich es zum ersten Mal in seiner Gegenwart im Zusammenhang mit rotem oder weißen Kohlköpfen verwendete. Es kann schon auch mal Blödsinn sein, einen Kohlkopf zu erwerben, aber eigentlich liegt man damit nie verkehrt. Wir sprechen schließlich vom deutschen Wintergemüse par excellence! Rotkohl kannte ich bis zu dem Offenbarungsmoment auf chocolateandonions nur als Gemüsebeilage zu Rind oder Wild, am besten kombiniert mit reichlich Kartoffelknödeln („Tuffelsklüüß“), aber als Suppe? Nie gehört. Was soll ich sagen, die Fotos ließen mich nicht mehr los und fielen mir neulich beim Abtauchen in die Tiefkühltruhe wieder ein, als mir eine Dose mit einem großzügigen Rotkohlrest in die steifen Finger fiel. Diesen Rotkohl hatte ich selbst gezüchtet, jawoll, der würde auf jeden Fall bis zum letzten, nein, bis zum allerletzten Fitzel verspeist werden, soviel war klar. Das ist Kochen, wie es mag: Ratzfatz einmal aufwärmen, Pürierstab reinhalten, Flüssigkeit nachgießen, bisschen Gemüsebrühwürfel zugeben, aufkochen, fertig. Wow. Lecker! Ich kann nur bestätigen, dass der Geschmack für eine Kohlsuppe sehr, sehr fein und ganz speziell ist. Und die Farbe erst! Macht sich auch an den Fliesen hinterm Herd relativ gut, aber das nur nebenbei. Farblich hätten sie auch zu den Johannisbeersaftflecken an der Decke gepasst…

Beweisfotos von der magischen Suppenschüssel bekommt Ihr leider keine, denn die Sahnespirale in meiner Suppe sieht so verwackelt aus, dass sie mich beinahe an die Schlange Kaa erinnert. Das will ich Euch nicht antun, genießt lieber die schönen Fotos auf Mandarinenfalters Blog und notiert auf Eurem Einkaufszettel für nächste Woche: Zutaten für Rotkohlsuppe. Es lohnt sich.

PS: Der Brühwürfel stammte übrigens auch nicht aus der Produktreihe mit dem bekannten Namen und dem gelb-roten Logo, also war das wirklich reine Magie. 😉

Zum Schluss noch eine Sonntagsimpression von meinem heutigen Winterspaziergang. Das ist für Dich, Sabine!

Huehner