Her mit der Helmpflicht!

Die gute Nachricht ist, diese Art von Kopfschmerz ist zeitlich begrenzt, denn sie tritt eigentlich nur im September/Oktober eines jeden Jahres auf. Das aber mit schöner Regelmäßigkeit. Präventiv hilft eine gute Unterlage in Form einer fetten Schweinshaxe oder eines rotglänzenden Liebesapfels leider nur bedingt. Andererseits ist diese Art von Kopfschmerz verbunden mit Heißhunger vermutlich nur noch nervig, deshalb würde ich sagen, eine deftige Mahlzeit kann auf keinen Fall schaden. Wenn es dann passiert ist, bringt Aspirin allerdings auch nichts. Fragt die Bedienung lieber nach einem Eisbeutel, alternativ nach einer kalten Bier- oder Limoflasche. Das Kalte muss an die Beule. Ahhh, tut das gut, wenn das Biergarten-kopfweh nachlässt.

Einige dieser Tipps sind selbstverständlich auch auf das Münchner Oktoberfest anwendbar, aber soweit ich weiß, stehen auf der Theresienwiese keine der schmerzauslösenden Bäume rum. Nein, auf der Theresienwiese kommt massives Schädelweh normalerweise vom ungezügelten Biergenuss, von rumfliegenden Maßkrügen oder anderen Grobheiten. Und für jede Variante braucht man ungleich mehr Eisbeutel, bis der Schmerz nachlässt. … Groschen gefallen? Genau, ich rede von den reifen Kastanien, die es zur Zeit in den bayerischen und sonstigen klassisch bewachsenen Biergärten regnet. Eigentlich müssten die am Eingang Helme verteilen. Dass das Gesundsheitsamt, Ordnungsamt oder sonst ein Amt noch nicht auf die Idee gekommen sind? Oder irgendein findiger Biergartenwirt, wäre doch ein prima Marketing-Gag („Unser Bier macht kein Kopfweh, unser Biergarten momentan schon. Wir schützen Sie! Helme gratis!“). Kommt vielleicht noch, denn heuer tragen die Rosskastanien sehr reichlich – das dauert, bis da alles unten liegt.

Viele Kastanienbäume sind allerdings schon fast ohne Laub oder tragen nur noch verdorrte Blätter. Schuld daran dürfte wohl die Kastanienminiermotte sein, deren Larven die Blätter so nachhaltig schädigen, dass sie vertrocknen und zum Teil schon im Sommer abfallen. Dieses Foto habe ich Anfang September gemacht, pikanterweise in einem ehemaligen Biergarten. Die Bäume sind jetzt beinahe ganz kahl. Ein trauriger Anblick, vor allem, weil rundherum noch so viel Grünes steht. Kastanie_braunAber es gibt noch Enklaven, wie das nächste Foto beweist. Durch Zufall kam ich im heute im Nachbardorf am krassen Gegenteil einer schädlingsbefallenen Rosskastanie vorbei. Kastanie_buntHeureka! Ich habe schon lange keine so bunte und augenscheinlich gesunde Kastanie mehr gesehen. Toll. So sieht er aus, der Oktober. Und wenn er noch einen oder zwei sonnig-goldene Biergartentage abwirft, ist das umso schöner. Ich setze dann auch einen Helm auf. 😉

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8 Kommentare zu “Her mit der Helmpflicht!

  1. Die ersten Kastanien habe ich vor zwei Wochen gesammelt, als sie mir nicht auf den Kopf, sondern auf die Füße fielen 😉 Hier auf dem Lande sehen sie auch noch ganz ordentlich aus… Danke fürs Verlinken bei meinen Baumfreunden 😉 Liebe Grüße Ghislana

    • Hallo Sabine,
      bist Du fündig geworden? 🙂 Ich glaube, jetzt ist es so langsam vorbei mit der Prasselei. Ein paar Kastanien habe ich bei mir ins Beet gesteckt. Bin gespannt, ob sich im Frühjahr was tut.

      Viele Grüße,
      Doris

  2. Ich liebe Kastanien und dieses Jahr habe ich sehr viele gesammelt und meinen ganzen Hauseingang dekoriert. Letzte Woche kam eine Natursendung im TV da haben sie aus Kastanien ein Shampoo hergestellt und verschiedene Arzneimittel. War sehr interessant.
    Gruß

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