Mistelland

Das neue Jahr ist nun schon wieder ein paar Tage alt. Wie schnell das immer geht: Eben noch Weihnachts- und Silvesterglanz und spätestens ab morgen wieder normaler Alltag, jedenfalls für die meisten von uns. Steht Euer Christbaum noch oder habt Ihr schon „geKNUTet“? Früher behielt man den Christbaum bis zum Lichtmesstag am 2. Februar, aber das machen wahrscheinlich nur noch die wenigsten. Ab Lichtmess soll das Tageslicht gemäß einem alten Sprichwort übrigens schon wieder um eine Stunde länger dauern als noch zur Wintersonnwende. Na, da schauen wir am 2.2. alle auf die Uhr, wenn es dunkel wird. Wäre doch toll, wenn das stimmen würde.Misteln_Baumkrone

Die Rauhnächte neigen sich mit dem heutigen Dreikönigstag dem Ende zu, das alte Jahr ist abgeschlossen – es kann wieder losgehen. Zum Arbeitsbeginn spendieren uns die kahlen Bäumen einen freien Blick auf die grünen Kugelsterne, die scheinbar schwerelos in den jetzt kahlen Baumkronen schweben. Ich wohne offenbar in einer mistelreichen Gegend und frage mich immer wieder, wieso die Schmarotzerpflanzen (na gut, Halbschmarotzer) sich hier über einige Quadratkilometer hinweg so gut verbreiten konnten. Irgendwie scheinen der Laubholz-Mistel (Viscum album) das Klima und die Baumarten (Pappel, Linde, Obstbäume) gut zu gefallen.

Misteln_BaumreiheTannen-Misteln (Viscum abietis) oder Kiefern-Misteln (Viscum laxum) sind mir bislang noch nicht aufgefallen, aber in den immergrünen und meist auch höheren Wirtsbäumen lebt es sich auch versteckter. Ich nehme an, das vergleichsweise gehäufte Vorkommen hat was mit der hohen Luftfeuchtigkeit zu tun, die hier nebelbedingt oft herrscht. Und vielleicht gibt es hier einfach auch viele Misteldrosseln, die die Samen verbreiten? Möglich. Mal schauen, ob ich diesem Geheimnis irgendwann mal auf die Spur kommen kann.

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21 Kommentare zu “Mistelland

  1. Hallo Doris,
    wie es scheint hast Du das neue Jahr ja gut angefangen. Unser Christbaum steht noch. Wahrscheinlich allerdings nicht bis 2. Ferbruar. Nächsten Samstag ist bei uns schon Abholtag für alle Knuts. Aber ein paar Tage hat er noch der Baum, wo er noch soooo schön ist und fast gar nicht nadelt. Da gab es mal eine Frau, die wollte den Baum erst weg machen, wenn er die Nadeln verliert. Sie hat ihn fleißig gegossen und so stand er Ostern immer noch und Monat um Monat länger. Als ich von der Geschichte erfuhr waren es schon Jahre. Wieviele weiß ich nicht mehr. Aber es war so besonders, das die Presse und das Fernsehen davon berichtet haben.
    Herzliche Grüße von Andrea!

    • Hallo Andrea,
      ich hoffe, Euer Jahr hat einigermaßen ruhig begonnen. Der ganz normale Wahnsinn kommt sowieso schneller als man denkt … 😉
      Die Geschichte mit dem ewigen Weihnachtsbaum ist ja irre – ich kann mir gar nicht vorstellen, wie ein abgeschnittener Baum so lange frisch bleiben soll, auch wenn man ihn gießt. Aber Wunder gibts immer wieder. Weiß auch nicht, dieses Jahr hatte ich wirklich die starke Tendenz,einen eingetopften Baum zu nehmen. Vielleicht machen wird das nächstes Weihnachten auch. Unser Baum wird zwar wirklich verwertet im Garten und in der Feuerschale, aber trotzdem.

      Herzliche Grüße zurück an Dich und Euch und bis bald,
      Doris

  2. Hallo Doris

    Ein ganz toller Beitrag. Ich finde Misteln wunderschön. Bei uns im Nordschwarzwald gibt es auch viele, in Obstbäumen und am Waldrand in Fichten. Ich habe heruntergefallene Obstbaummistelfrüchte gesammelt und habe sie auf meine Obstbäume gestrichen. Aber leider bis jetzt hat es noch nicht geklappt vielleicht fehlt doch noch ein Vogelmagen dazwischen.

    LG Claudia
    Achso bei uns gibt es viele Drosseln 🙂

    • Hallo Claudia,
      dankeschön! 🙂 Freut mich, dass Dir mein Beitrag gefällt. Ich habe gerade mal gegoogelt von wegen „Misteln vermehren“, schau mal hier http://www.lwg.bayern.de/gartentipps/2011/43040/. Du hast das bestimmt alles richtig gemacht, aber ich glaube, das dauert einfach ziemlich lange. Kann natürlich sein, dass die Passage durch den Vogelmagen die Samen irgendwie positiv beeinflusst, aber wenn überhaupt, dann nur minimal. Also besteht große Hoffnung für eine eigene Mistelplantage in Deine Obstbäumen! 🙂 Halt uns auf dem Laufenden, was so passiert.

      Liebe Grüße
      von Doris

      • Hallo Doris
        Danke für den Link. Dann habe ich ja noch Hoffnung 🙂 Also spätestens in diesem Jahr müsste ich die 1. Blättchen oder eine Wölbung in meinen Apfelbäumen vorfinden. Wenn es klappt wird natürlich darüber geschrieben .
        Ganz liebe Grüße
        Claudia

      • Hallo Claudia,
        ich bin echt gespannt, ob Deine vogelfreien 😉 Verbreitungsversuche funktionieren. Vielleicht klappt es nicht gleich beim ersten Mal, aber ich vermute, dass Gärtnereien das auch nicht anders machen.

        Liebe Grüße,
        Doris

  3. Hallo Doris, wir sind Silvester in Monheim am Rhein spazieren gewesen. Früher habe ich dort nur in einigen Bäumen Misteln entdeckt, aber dieses Jahr waren es so viele, ich konnte es nicht fassen. Habe auch ein paar Fotos gemacht.
    Übrigens unser Weihnachtsbaum wird auch noch ein wenig bei uns bleiben, er ist dieses Jahr so schön und war ganz frisch als wir ihn am 20.12. gekauft haben und nadeln tut er auch noch nicht.
    Liebe Grüße von Christiane.

    • Hallo Christiane,
      das ist ja interessant. Vielleicht hat es auch was mit dem Klimawandel zu tun in irgendeiner Form, dass Misteln jetzt augenscheinlich mehr auftreten als früher? Keine Ahnung. Wir hatten schon mal den Verdacht, ob es an der keltischen Vergangenheit im Ebersberger Land liegen könnte ;-),aber das glaube ich nicht so ganz. Es wird die Kombination Vögel und Klima sein.
      Grüß mir den Rhein, wenn Du ihn das nächste Mal siehst. Beim letzten Heimatbesuch hatte ich keine Zeit für einen Abstecher an den großen Fluss, leider.
      Viel Spaß weiter mit Eurem Weihanchtsbaum, der sieht echt schön aus auf dem Foto. 🙂

      Liebe Grüße,
      Doris

    • Hallo Sabine,
      oh ja, bei mir scheint die Sonne auch und der Himmel ist unwahrscheinlich blau. Heute morgen schon + 5° C! Das dicke Ende wird schon noch kommen, da mache ich mir keine Illusionen.
      Siehst Du auch so viele Misteln bei Dir in der Gegend? Ist doch merkwürdig, aber nachdem Misteln Feuchtigkeit lieben, kann es eigentlich nur was damit zu tun haben.

      Liebe Grüße!
      Doris

  4. Es gibt ja auch den Brauch Küssens unter dem Mistelzweig 🙂

    und ich glaube, für die Medizin sind die auch ganz wertvoll.

    Irgendwie sind bei mir gerade schöne Erinnerungen hochgekommen 🙂

    • Hallo Ines,
      ahaaa! 🙂 Schöne Erinnerungen sind was Feines. 🙂 Hat es diesen Brauch in Deutschland eigentlich auch schon immer gegeben oder ist der in den letzten 20 Jahren aus Amerika und England zu uns rübergeschwappt? Ich kannte den eigentlich nur aus den USA, aber er scheint auch hier inzwischen gängig zu sein. Oder?
      Ja, in der Medizin werden Misteln unter anderem in der Krebstherapie verwendet, soviel ich weiß, aber mir ist nicht ganz klar, wie „akzeptiert“ die Misteltherapie mittlerweile ist und ob sie in der Schulmedizin nicht immer noch belächelt wird. Wobei das letztendlich auch egal ist, denn wer heilt, hat Recht.

      Liebe Grüße!
      Doris

  5. Hallo Doris,
    erstaunlicherweise ist die merkwürdige Verbreitung der Mistel offenbar wenig erforscht.
    Da sie die Bäume in trockenen Sommern wohl gehörig schwächt, könnte ich mir gut vorstellen, dass luftfeuchte Lagen vielleicht die Wirtsbäume länger am Leben halten, es der Mistel aber womöglich egal ist?
    Seidenschwänze sind die besten Mistel-Verbreiter, die Samen bleiben nicht lange im Vogel, so dass sie nur über kurze Strecken transportiert werden. So trägt das auch zu der lokal gehäuften Verbreitung der Mistel bei.
    VG
    Elke

    • Hallo Elke,
      ja, komisch, oder? Will sich denn da kein Bio-Student dran versuchen, mehr über das geheimnisvolle Leben der Mistel in Erfahrung zu bringen? 😉
      Deine Theorie klingt durchaus plausibel. Die Sommer waren in den letzten Jahren auch nicht mehr sooo trocken, wenn ich mich richtig erinnere. Vielleicht begünstigt die Luftfeuchtigkeit auch, dass die Samen überhaupt keimen und anwachsen.
      Das mit den Seidenschwänzen ist interessant, das wusste ich noch nicht. Selber habe ich noch keine gesehen, aber neulich hat mir jemand erzählt, dass im letzten Winter Schwärme von Seidenschwänzen hier in der Gegend Station gemacht haben. Spannend! Diese Zusammenhänge werde ich mal weiter beobachten.

      Liebe Grüße!
      Doris

  6. Wird der Mistel nicht durch die Vögel übertragen? Bei mir steht der Baum, er würde auch bis zum 02. Februar halten – es ist ein Kunstbaum, schaut aber wie ein echter aus. Ich denke, eine Woche bleibt er aber noch stehen, danach kommt alles wieder in den Keller.

    • Hallo und dankeschön für den Kommentar :-). Ja, Vögel verbreiten die Mistelsamen. Ich wundere mich nur gerade, warum sie in manchen Gegend so gehäuft auftreten, aber ein paar Kilometer weiter dann auf einmal nicht mehr. Ein Kunstbaum kann durchaus eine Variante sein, warum nicht? Und wenn er gut gemacht ist, hat man auch viele Jahre was davon. Puristen mögen die Nase rümpfen, aber ich finde das nicht schlecht. Dann noch viel Freude damit in den letzten paar Tagen. Unser Baum sieht schon ziemlich vertrocknet aus, leider. Ein paar Tage noch, dann schneiden wir die Äste ab und legen sie im Garten auf die Beete.

      Viele Grüße!
      Doris

  7. Hallo Doris, ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute für das neue Jahr, viel Gesundheit, Glück und Erfolg und auch die Zeit, das alles zu genießen.

    Ich glaube, hier auf der Insel gibt es keine Misteln, die müsste ich ja jetzt richtig gut sehen können. 🙂

    Liebe Grüße
    Sigi

  8. Liebe Sigi,
    danke Dir für die guten Wünsche, die ich gerne zurückgebe an Dich – alles Liebe und Gute für 2014, vor allem Gesundheit, und ganz viel Lebensfreude! Ja, die Zeit zum Genießen ist manchmal knapp bemessen, gell?
    Schau Dich noch mal um, ob’s da oben wirklich keine Misteln gibt. Aber vielleicht stehen die auch nicht auf Salzluft, wer weiß.

    Liebe Grüße!
    Doris

  9. Hier am Ammersee gibt es sehr viele Misteln. Manche Bäume haben mehr Misteln als eigenes Astwerk … Eine Eiche um die Ecke wird wohl demnächst eingehen aufgrund der Menge von Schmarotzern.

    Liebe Grüße
    Renate

    • Hallo Renate,

      gestern ist mir auch ein Apfelbaum aufgefallen, dessen Krone eigentlich nur noch aus Misteln besteht. Wie so oft im Leben ist auch hier des einen Freud des anderen Leid….

      Liebe Grüße,
      Doris

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