Nee, der heißt echt so!

Der Name klingt doch nach einer findigen Marketingkampagne zur Weihnachtszeit: Lebkuchenbaum. Bilder vom Schlaraffenland und dem nachwachsenden Rohstoff Lebkuchen sausen einem da durchs Hirn, verbunden mit dem einzigartigen würzigen Duft nach eben diesen. Branding at its best, könnte man meinen, aber erfunden hat’s keine Marketingagentur, sondern der Volksmund, der die Dinge einfach gern auf den Punkt bringt. Judasblattbaum heißt der gebürtige Asiate zwar auch, aber das klingt nicht so positiv, und Cercidiphyllum japonicum kann sich kein Mensch merken. Lebkuchenbaum ist definitiv eingängiger.

Die Pflanze stammt aus Japan und China und ist bei uns als Ziergehölz in Parks und Gärten zu finden. Sie wächst als Strauch oder Baum. Wilde Vorkommen stelle ich mir mit Herbstlaub echt hammermäßig vor, wenn schon eine Solitärpflanze in einem Park eine solche Strahlkraft hat. Allein dafür würde ich gern mal nach China reisen, wo es die Pflanze in Wäldern und an Bachläufen geben soll. Judasblattbaum

Sobald die herzförmigen Blätter zu welken beginnen und sich allmählich verfärben, verströmen sie einen markanten Duft nach Zuckerwatte und Karamell, vor allem bei feuchter Witterung. Nase steuert Gehirn und die Gedanken wandern automatisch in Richtung Christkindlsmarkt und Weihnachtszeit, auch bei 22°C im September. Da ensteht dann auch mal eine Weihnachtskarte im Herzblattdesign.

Etwas später habe ich einem Katalog kleine Weihnachtskärtchen mit Lebkuchenbaumsamen entdeckt und versuche jetzt, einen solchen duftenden Lichtblick für unseren eigenen Garten zu züchten. Mal sehen, was draus wird. Jedenfalls war das eine meiner spektakulärsten Pflanzenbekanntschaften 2013. Habt Ihr auch eine neue Herzenspflanze kennengelernt im vergangenen Jahr?

Euch allen frohe Weihnachten mit vielen Lebkuchen und anderen Leckereien, gefolgt von einem guten Start in ein neues Wildkräuter und -pflanzenjahr. Bis bald!

Advertisements

9 Kommentare zu “Nee, der heißt echt so!

  1. Hallo Doris
    Eigentlich müsste ich mir sofort diesen Baum in meinen Garten stellen: Zuckerwatte-lecker 🙂 Aber so viel Platz habe ich leider nicht , der Baum wird ganz schön groß.
    Meine Entdeckung in diesem Jahr: die Zitronenmyrte. Ich habe ein Tütchen davon gekauft und verwende das Pulver im Tee und beim Backen. Das Aroma ist so intensiv nach Zitrone – einfach herrlich. Im Frühjahr möchte ich mir eine Pflanze kaufen, leider ist die Myrte nicht winterhart. ( aber ich finde im Winter bestimmt ein Plätzchen )
    Auch dir und deiner Familie Frohe Weihnacht

    Gruß Claudia

  2. Hallo Doris, den Baum habe ich im Sommer in Nettetal in einem privaten Park wo Mammutbäume stehen gesehen, da hat mich schon der Name fasziniert. Schau mal hier: sequoiafarm-kaldenkirchen.de/
    Das ist eine interessante Geschichte und wir haben mit dem Sohn der Parkgründer einen Rundgang machen dürfen, war ganz toll. Wir fahren im neuen Jahr bestimmt nochmal dort vorbei, denn das ist ja nicht so weit von uns weg.
    Mehr wieder per Mail…..
    Liebe Grüße von Christiane

    • Hallo Christiane,
      wow, das ist ja eine tolle Geschichte da in Kaldenkirchen. Mammutbäume! In Deutschland! Andererseits, warum eigentlich nicht – die hat es in der Urzeit hier vermutlich auch gegeben. Danke für den Link, das sieht wirklich sehr beeindruckend aus.

      Liebe Grüße,
      Doris

  3. Hallo zusammen,
    danke für Eure lieben Kommentare! Der Lebkuchenbaum ist wirklich außergewöhnlich. Man muss ihn einfach gernhaben. Wenn ihr die Gelegenheit habt, schaut ihn Euch unbedingt mal an.

    Einen guten Rutsch!
    Doris

  4. Liebe Doris, danke, dass der besondere „Weihnachts“baum jetzt in unserer Sammlung ist. Er passt ja wunderbar in die Jahreszeit nun… Und sag mal, haben die Samen gekeimt? Ich hab noch nie einen (bewusst) gesehen. Muss doch das nächste mal im Chinesischen Garten in den Gärten der Welt mal danach schauen… Liebe Grüße Ghislana

    • Liebe Ghislana,
      freut mich, dass Dir der Lebkuchenbaum gefällt. 🙂 Leider hat das mit der Aussaat nicht funktioniert. Dabei habe ich mich genau an die Anleitung gehalten, die Samen im Kühlschrank gehabt für den Kälteschock, usw. Vielleicht war das Saatgut auch schon nix mehr. Wenn Du die Gelegenheit hast, schau Dir den Baum an, am allerbesten im Herbst. Er ist dann wirklich spektakulär.

      Liebe Grüße,
      Doris

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s