Jetzt aber hurtig!

Oh, schon zu spät? Echt, bei Euch ist alles schon alles vorbei? Warten bis nächstes Jahr oder doch zur gekauften Sirupflasche greifen? Herrje, dass die Zeit aber auch so schnell verfliegen muss … Von wegen „Tag nutzen“ und so, ja ja, klar, in der Theorie klingt das immer wunderbar – wenn da nicht das Arbeitsleben wäre und was man sonst noch so zu tun hat. Drum sage ich es sehr eindringlich: Wenn Ihr es nicht schon getan habt, wird’s jetzt höchste, was sage ich, allerhöchste Eisenbahn! Sonst wird das nichts mehr mit dem Hugo oder der eiskalten Hollerlimo an lauen Sommerabenden, jedenfalls nicht mit selbstgemachtem Holunderblütensirup.

Ich habe es vor einer Woche gerade noch so geschafft und einen guten Liter von dem köstlichen Gebräu fabriziert. In unserer Gegend sind die Holunderblüten in den letzten Tagen deutlich rarer geworden; dabei hat die Blütezeit dieses Jahr für mein Gefühl eher spät begonnen. Wie könnte es anders sein, sitzen die meisten Restblüten sitzen natürlich genau da, wo man nicht hinkommt: Ganz oben. Da muss man erfinderisch sein und mit allerlei Tricks und Werkzeug hantieren. Ein altmodischer Spazierstock könnte gute Dienste leisten; vielleicht habt Ihr sowas noch an der Garderobe hängen. Ansonsten hilft nur recken und strecken und in der Höhe nach den letzten Blüten angeln. Nicht erschrecken, wenn viele Blütenblümchen davon segeln. Das macht nichts, Ihr findet schon noch genug, keine Angst. Es dauert halt vielleicht ein bisschen länger.

Hollerblüten_Strauch

Damit Ihr nicht so lange im Internet nach einem Rezept suchen müsst und mehr Zeit zum Sammeln habt … bitteschön:

  • 1 l Wasser und 1,5 kg Zucker in einem großen Topf vermischen und ca. 10 Min. kochen lassen, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
  • Den Sirup abkühlen lassen und 2 Bio-Zitronen in Scheiben (oder Zitronensaft) und 50 g Zitronensäure unterrühren.
  • Etwa 25-30 Holunderblüten verlesen, auf kleine Krabbelviecher achten 😉 und die Stiele möglichst gut abschneiden (ich mache die Blüten meistens von den Stängeln ab).
  • Blüten in den Sirup geben und vorsichtig umrühren, bis alles gut bedeckt ist.
  • Abdecken und 2-3 Tage ziehen lassen, dann die Mischung durch ein Sieb und noch einmal durch ein Mulltuch gießen, bis der Sirup sauber ist.
  • Entweder gleich genießen (dann kühl aufbewahren) oder für den späteren Gebrauch aufkochen und heiß auf Flaschen ziehen.

Viel Spaß beim Sammeln, gutes Gelingen und später dann Prost!

Advertisements

12 Kommentare zu “Jetzt aber hurtig!

    • Hallo Heidrun,
      Du auch noch wach? 😉 Richtig, ich habe meine Blüten auch im Wald bzw. an einem Waldweg gesammelt, wo die Sonne nicht ganz so stark hinscheinen kann. Aber es gibt noch Blüten … für einen Last-Minute-Hollersirup wird es schon noch reichen.

      Viele Grüße,
      Doris

  1. Unser Holunder war voriges Jahr so in die Höhe geschossen, hatte viele Früchte (woraus ich leckere Marmelade gekocht habe) und dann hat mein Schatz ihn im Herbst radikal gestutzt. Folge: keine Blüten dieses Jahr und keine Chance Sirup zu machen.
    Da muß ich bis nächstes Jahr leider warten und welchen kaufen, aber der von YO (Eckes, Österreich) den es bei uns zu kaufen gibt schmeckt fast wie selbst gemacht.
    Doris, hast Du auch mal das Rezept für den leckeren Pfefferminzsirup ???

    • Hallo Christiane,
      tststs, da konnte sich der Gute nicht mehr stoppen, oder? 😉 Ich kenne das: Wenn man einmal zu schnippeln anfängt, gibt es kein Halten mehr. Ich halte mal Ausschau nach Deiner Kaufempfehlung, mal gucken, ob es den in Bayern auch gibt.
      Hm, der Pfefferminzsirup … wenn ich das noch so genau wüsste! Ich mache meistens so Sachen mehr oder weniger „frei Schnauze“ (was nicht immer funktioniert!), deshalb weiß ich das gerade gar nicht so genau. Vielleicht habe ich mir in meinem schlauen Buch etwas notiert. Ich schaue nach und melde mich bei Dir.

      Liebe Grüße,
      Doris

    • Hallo Christiane,
      tststs, da konnte sich der Gute nicht mehr stoppen, oder? 😉 Ich kenne das: Wenn man einmal zu schnippeln anfängt, gibt es kein Halten mehr. Ich halte mal Ausschau nach Deiner Kaufempfehlung, mal gucken, ob es den in Bayern auch gibt.
      Hm, der Pfefferminzsirup … wenn ich das noch so genau wüsste! Ich mache meistens so Sachen mehr oder weniger „frei Schnauze“ (was nicht immer funktioniert!), deshalb weiß ich das gerade gar nicht so genau. Vielleicht habe ich mir in meinem schlauen Buch etwas notiert. Ich schaue nach und melde mich bei Dir.

      Liebe Grüße,
      Doris

  2. Wir haben noch Blüten! Vor dem Urlaub habe ich allerdings schonmal 20 (Schein-)Dolden eingefroren, damit sie mir erhalten bleiben für den Fall der Fälle…

    Doris, sehr konzentriert, Dein Sirup 😉 Ich nehme nur halb so viele Blüten bzw. doppelt so viel vom Rest!

    Grüße!
    Martin

    • Hallo Martin,
      ich wäre nie auf die Idee gekommen, die Blüten einzufrieren. Funktioniert das? Das wäre ja super und eine prima Idee für nächstes Jahr, falls es dann zeitlich auch wieder eng sein sollte zur Hochzeit der Holunderblüte.
      Stimmt, das Rezept ist ziemlich konzentriert,aber ich finde es ganz okay. Das habe ich in einer Zeitschrift gefunden. Ich mache meine Sirups nicht jedes Jahr gleich, da bin ich sehr flexibel. 😉 Nein, mich hat es eigentlich immer ein wenig gestört, dass meine Sirups so „dünn“ waren, darum fand ich die Konzentration in jeglicher Hinsicht mal ganz gut. Dann braucht man auch nicht so viel davon …

      Viele Grüße,
      Doris

  3. Immer wieder zu empfehlen. Schmeckt hervorragend! Leider habe ich nur Gelee gekocht in Kombination mit Apfelsaft und Zitrone. Der Rest der Blüten soll mir eine reiche Beerenernte bescheren…
    LG, Sabine

    • Hallo Sabine,
      Apfelgelee mit Holunderblütensirup drin schmeckt ausgezeichnet! Ich bin sonst kein Fan von Apfelgelee, aber vor einiger Zeit habe ich mal ein Glas in der Kombi mit den Holunderblüten geschenkt bekommen – genial. Das bringt Dir im Winter den Sommer wieder zurück. 😉
      Viele Grüße,
      Doris

  4. Hallo Doris, Mensch, da war ich dermaßen abgestürzt, dass ich noch nicht einmal mitbekommen habe, dass Du so quasi bei mir um die Ecke in Urlaub warst 😦 Und Dein Rezept für den Hollersirup hört sich mehr nach Sirup an, als das was ich bisher gelesen habe, das war alles ziemlich dünn 🙂 Meine Mutter hat diese Blütendolden manchmal in Bierteig getunkt und dann in reichlich Fett/Öl gebraten. Meine Eltern haben es gern gegessen, ich hab es noch nicht einmal probiert, ich war da etwas zu jung um das damals wertschätzen zu können 😉 Probier mal und sag mir wie es schmeckt 😀

    Liebe Grüße
    Sigi

    • Hallo Sigi,
      schön, dass Du wieder da bist! Leider war ich aber nicht bei Dir um die Ecke im Urlaub, fürchte ich … schön wär’s gewesen. Das war wohl jemand anders. 🙂
      Yeah, ein Sirup, der den Namen verdient, genau. Manchmal muss man klotzen statt kleckern. Dein Rezept klingt echt gut, so eine Kombination aus herzhaft und süß. Oder? Ich kenne die Hollerblüten nur in einem dünnen Pfannkuchenteig ausgebacken, was auch superlecker ist, aber eben eher süß. Tja, mit der Wertschätzung in jungen Jahren ist das so eine Sache … für manche Dinge braucht man anscheinend eine gewisse Lebenserfahrung, um sie genießen zu können. Ob auf dem Teller oder sonstwie. 😉

      Liebe Grüße!
      Doris

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s