Beinwellsalbe auf der Zielgeraden

Eigentlich wäre der trübe und verregnete Sonntag heute wie geschaffen für den letzten Akt im Projekt „Beinwellsalbe“, aber es gibt noch so viele andere Dinge zu erledigen, dass ich wohl auf einen nächsten Sonntag von diesem Kaliber warten werde. Dabei wird es allmählich wirklich Zeit, denn erfahrungsgemäß fallen mir im Frühjahr und Sommer wieder neue Sachen ein, die ich machen oder ausprobieren möchte, und dann wird es zeitlich eng. Aber wer weiß, der Abend ist noch lang – mal schauen, ob es mich nicht doch noch an den Herd treibt.

Immerhin ist die schleimige Küchenschlacht (noch einmal danke für diese treffende Bezeichnung, Andrea!) jetzt in der Endphase und kurz vor der Vollendung. Die Beinwellauszüge in Alkohol und Öl durften länger als geplant in aller Ruhe auf der Fensterbank reifen, nur gestört durch mein gelegentliches Geschüttle und Geschaue, ob denn auch alles in Ordnung ist. In einem Seminar habe ich neulich gelernt, dass man Teefilter recht gut zum Abfiltern von derlei Flüssigkeiten verwenden kann. Stimmt, prima Tipp. Man kann die Filter gut auftrennen und in einem Sieb ausbreiten, das ist total praktisch. Damit war das Thema Mulltuch passé.

Der alkoholische Auszug lief erwartungsgemäß recht flott und flüssig durch. Das zäh-schleimige Beinwellöl ließ sich dagegen etwas bitten und verschliss insgesamt 3 Teefilter auf dem Weg vom Glas in die Flasche.


Hier seht Ihr die Salbenzutaten auf einem Gruppenfoto vereint. Die Tinktur ist ganz dunkelbraun geworden, während sich das Öl farblich kaum verändert hat. Der Geruch hat sich allerdings im Laufe der Zeit bei beiden wesentlich intensiviert, und der ist nichts für hochempfindliche Nasen. Das Bienenwachs duftet zwar sehr schön nach Honig, aber ob das allein zum „Abfedern“ der Duftnote reicht? Na, ich habe vorsichtshalber ein Lavendelöl besorgt, damit ich zur Not eingreifen kann. Wenn die Salbe auch noch aromatherapeutisch entspannend wirkt, hätte ich zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen. 😉 Ich bin wirklich gespannt auf das Endergebnis und freue mich aufs Köcheln.

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7 Kommentare zu “Beinwellsalbe auf der Zielgeraden

  1. Ich kam schon in den Genuss von Beinwellsalbe. Ein kleines Wunderkraut! Meine Beinwellsalbe riecht sehr angenehm, kann aber nicht sagen, was die Salbenbasis ist. Müsste ich mal meine Homöopathin fragen 🙂 Sie rührt auch selber.

    • Hallo Heidrun,

      ah, noch ein Beinwellsalbenfan. 🙂 Ich hoffe, dass sich der intensive Eigengeruch etwas verflüchtigt beim Rühren und Mischen. Wenn nicht, okay, dann ist es halt so. Ich packe mir die Salbe ja nicht direkt vor die Nase. 😉

      Liebe Grüße!
      Doris

  2. Da ich ja nun auch wieder einen Garten haben werde, der von traditionell pflegeleicht, überschaubar und irgendwie langweilig auf einen lebendigen, etwas wilden Garten mit vielfältigsten Nutzungsmöglichkeiten umgewandelt werden will, hier ein paar Tipps zum Beinwell im eigenen Garten:

    Beinwell wächst wie andere Borretschgewächse auch gerne an feuchteren Gartenstellen.
    Er kann Nährstoffe aus tieferen Erdschichten lösen und mit den reichlich nachwachsenden Blättern kann man wunderbar den Kompost anreichern oder eine Jauche zum Stärken anderer Pflanzen ansetzen.
    Den frischen Pressaft kann man als natürliche Bewurzelungshilfe für Stecklinge, vor allem Kräuter, verwenden.

    Will man besonders starkes Blattwachstum der Beinwellpflanze erzielen, kann man die Blüten zurückschneiden.

    Übrigens ist der Wirkstoff Allantoin, der bei Wund- und Knochen heilend wirkt in allen Pflanzenteilen enthalten, in der Wurzel allerdings am meisten.
    Daher kann man auch frische, mit dem Nudelholz saftig gerollte Blätter auf schmerzende Stellen legen. Allerdings nicht auf offene Wunden!

    Herzliche Grüße!

    Andrea!

      • Hallo Heidrun,
        mein Bio-Gartenbuch lobt eben auch die Beinwelljauche über alle Maßen. Klar, die Kieselsäure muss ja stärkend wirken. Hoffentlich schiebt mein Beinwell im Garten bald so flott wie meine Tomatenppflänzchen. Die freuen sich total über das Sonnenwetter und geben richtig Gas!

        Viele Grüße,
        Doris

  3. Hallo Andrea,

    gibts dann mal Fotos von Deinem verwandelten Garten? Ich habe letzten Herbst ein paar Beinwellwurzeln im feuchten Gartenbeet versenkt und schau schon immer, ob sich schon was tut. Ich würde eben auch gern eine Jauche ansetzen, weil ich schon oft gelesen und gehört habe, dass die sehr gut ist für Tomaten und andere Pflänzchen. Mein Garten ist so ein Mittelding zwischen Ordnung und Chaos – ich bin nicht die ordentlichste Gärtnerin, glaube ich. 😉

    Liebe Grüße!
    Doris

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