Die drehen alle durch!

Dieses Foto hat mir Claudia vom Kräuterklatsch heute abend gemailt. Danke, Claudia!Herbsstern.jpgDas aktuelle Herbstangebot aus dem Prospekt eines großen Discounters. Nee, oder? Ich bin sprachlos. Kann nicht mehr lange dauern, bis die Herbstbäume im Angebot sind, auf Wunsch angespitzt und im praktischen Netz verpackt für den Transport auf dem Autodach. Den passenden Herbstschmuck gibt es gleich nebenan. … jetzt flippen sie aber wirklich alle aus!

Quasi wie aus Madonnas Bäckerei

Nach diesem Regenwochenende gibt es wohl kein Leugnen mehr: Der Spätsommer ist vorbei und der Herbst steht vor der Tür.

wilde_traubenDa erscheinen wilde Farbmixereien, in denen die Rot- und Gelbtöne immer dominanter werden, je weiter der September ins Land geht. Jahr für Jahr das gleiche Spiel. felsenbirne_herbst_2016Eben, Jahr für das Jahr das gleiche Spiel, und zwar nicht nur in der Natur. In manchen Jahren tauchen die vertrauten Verpackungen, Düfte und Verlockungen in den Supermärkten schon ab Mitte August auf, aber dieses Jahr sind sie direkt spät dran. Wisst Ihr, was ich meine?

herbstgebaeckGenau. Die Lebku…, was sage ich, das HERBSTGEBÄCK ist wieder da! Äh, was fürn Gebäck?!  Madonna wird nachgesagt, das Sich-neu-erfinden sozusagen erfunden zu haben. „Aus alt mach neu“, das wäre meine lapidare Übersetzung, die mir gerade spontan eingefallen ist, aber findige Marketingstrategen erklären das Prinzip sicher ganz anders und viel fundamentaler. Aber nur weil man was anderes anzieht, eine anderen Religion Glaubensrichtung hip findet oder einen neuen Sound auflegt, ist er oder sie doch kein anderer Mensch. Naja, jedenfalls hat der deutsche Handel endlich eine stichhaltige Erklärung dafür gefunden, typisches Weihnachtsgebäck schon zum Sommerende anbieten müssen: Es ist ja kein reines Weihnachtsgebäck, nein: Der Kunde verlangt nach seinem geliebten Herbstgebäck. Als ich das neulich in der Zeitung gelesen habe. wäre ich vor Lachen fast unter dem Tisch gelegen. Ich finde das dermaßen grandios, Wahnsinn! Die Idee ist so einfach wie clever: Man benennt das Produkt einfach um, damit der Kunde entweder überhaupt erst zum Kauf animiert wird oder damit er kein so schlechtes Gewissen mehr hat, wenn er es kauft. Diese Marketingagentur war definitiv ihr Geld wert. Früher hätte die Oma einen Apfelkuchen gebacken. Wenn das kein Herbstgebäck ist, weiß ichs auch nicht. Jedenfalls finde ich es super, dass ich jetzt breit grinsend an den Verlockungen vorbeilaufen kann, mit meinem persönlichen Wort des Jahres vor Augen und einem glucksenden Kichern auf den Lippen. Bekannte haben mir bereits vor gut drei Wochen vom Genuss des ersten Lebkuchen der Saison berichtet – der Markt ist also tatsächlich da. Irgendwer kauft das Zeug. Seltsam, dass ich nie jemanden damit an der Kasse sehe … schleicht sich die Kundschaft durch den Hinterausgang raus? Leute, alles gut, es ist doch nur Herbstgebäck!😉

Vielleicht ist das mit den Lebkuchen so wie mit Mon Cherie und den vermeintlichen Piemontkirschen: Man könnte das Sach eigentlich das ganze Jahr über anbieten, aber eine zeitweise Abwesenheit steigert nun mal die Nachfrage und außerdem wären die Kühlkosten im Hochsommer doch vergleichsweise hoch. Vielleicht hat Madonna aber auch einfach nur nicht das ganze Jahr über Zeit zum Backen. Man weiß es nicht.

 

#webseidank und Mauerblümchen-Blog

Was das Internet und Blogparaden angeht, bin ich grundsätzlich mit allem zu spät dran. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich sowieso den ganzen Tag am Rechner verbringe. Das tun andere Leute auch und schaffen es auch noch, superkreative Texte und Blogeinträge zu verfassen. Ich schaffs nicht. It ain’t me, das muss ich einfach zugeben. Durchschnittliche 7-8 Stunden Rechnerzeit im Dienstleistergewerbe mit eher weniger kreativen Texten, aber manchmal recht kreativen Übersetzungen derselben reichen mir anscheinend, Internetzeit mit Pausen-Gebrowse und dienstlichen Recherchen eingeschlossen. Wie machen andere Leute das nur? Ich kapiere es nicht. Jedenfalls, durch Ghislanas Post Muster-Mittwoch – nicht nur dafür #webseidank zur bereits abgelaufenen Blogparade Was hat das Web Dir Gutes gebracht? von Annette und Thomas habe ich mich heute gedanklich damit beschäftigt, wie das Internet mein Leben beeinflusst, verändert und bereichert hat.

Gleich vorweg: Ich fürchte, es hat mich nicht nur bereichert. Manchmal nervt es mich einfach nur. Zu viel Information auf allen Kanälen, sei es auf Facebook, XING, LinkedIn oder was auch immer. Auch da frage ich mich immer wieder, woher die Leute die Zeit nehmen, wenn Arbeitnehmer eindeutig während normaler Arbeitszeiten posten und sich in Foren tummeln. Habe ich nicht die Zeit für, ich mache wohl was falsch. Meine Profile sind verweist, diverse vermeintlich wichtige Statusmeldungen, Anstupser und Werbebotschaften bleiben ungelesen, zig Urlaubs- und Essensfotos bleiben unbetrachtet und unkommentiert. Genauso selten sind Statusmeldungen meinerseits, sei es beruflicher oder privater Natur. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum sich immer noch nicht DER Headhunter mit dem Superjob ohne Arbeit, aber mit viel Bezahlung bei mir gemeldet hat.😉 Ich kann das nur begrenzt ertragen, wie toll alles ist und wie gut es allen geht, ich gebs zu. Hätte mir allerdings im Jahre 1988 jemand gesagt, ich würde Jahrzehnte später die Hochzeitsfotos von meinen damaligen Babysitting-Schützling in den USA Jahrzehnte online (was ist das denn?!) anschauen können, den hätte ich für verrückt erklärt. Klar, zuviel Raumschiff Enterprise geguckt. Dabei habe ich damals schon auf dem ersten Mac rumhacken dürfen. Amerika halt. Also, das ist definitiv toll und manchmal „mind-boggling“ – es haut mir den Schalter raus, wenn ich auf Facebook eine alte Freundin wiederfinde, die ich vor zig Jahren unter irgendwelchen Umständen in New Mexico kennengelernt habe. An ihre Wohnung kann ich mich noch erinnern, an das Drumrum nicht mehr. Ist auch egal. Kontakte halten, schauen, was Freunde, Kollegen und Bekannte so machen, wie sie sich verändern, wie ihr Leben aussieht – toll. Ginge mit altehrwürdigen Brieffreundschaften nicht, oder jedenfalls nicht so in der Masse. Was habe ich früher Briefe geschrieben, überhaupt so viel geschrieben. Auch hier: Den ganzen Tag irgendwie schreibend verbringen reicht dann auch, Batterie leer. Dabei habe ich viele Gedanken, schreibe in Gedanken Briefe oder Emails, aber die wenigsten schaffen es in die Realität. Leider!

Internet bedeutet für mich auch Masse, die manchmal genial ist, mich aber manchmal auch schier erschlägt. Was gibt es für tolle Blogs, für tolle Kreativseiten, für tolle Texte, Bilder, Videos. Unglaublich. Wie freigiebig wird Wissen geteilt, sei es bezüglich der Reparatur einer Senseo-Kaffeemaschine oder wie man seinem Hund das Leinegehen beibringt. Wahnsinn. Das ist eine der wirklich tollen Seiten am Internet: Es wird geteilt. Leider wird auch viel gehypt, hysterisch überall der Senf dazugegeben, überreagiert, dass es einem grausen kann. Es ist gut, eine Meinung zu haben, aber die muss man a) nicht überall äußern und b) sollte man das überlegt und dosiert tun. Nur weil man das Gegenüber nicht leibhaftig sieht, muss man es doch nicht gleich in die Pfanne hauen. Internet lässt Grenzen verschwimmen, im Guten wie im Schlechten. Dazu gehören auch Whatsapp-Schlachten in irgendwelchen Gruppen. Für eine schnelle Kommunikation sind Gruppen toll, aber auch hier haben manche Leute offenbar wesentlich mehr Zeit und Elan als ich.

So. Und was ist denn nun gut für mich am Internet? Ganz einfach: Es sind so tolle Menschen da draußen, die ich sonst nie (virtuell) getroffen hätte und die so viele Sachen machen, die mein Herzen zum Klingen und Hüpfen bringen. Ghislana schreibt von ihrer vermeintlich chaotischen Gärtnerei und ich denke, ja, genau, ich auch! Ihre Fotos und Papierarbeiten begeistern mich regelmäßig, ihre Verlinkungen zu anderen tollen Blogs ebenfalls. Wow, so coole Sachen, so bunt, so kräftigend, so lebensbejahend. Wunderbar.

Ich spare mir viele, viele (Kilo-)Meter Buch. Bücher sind was Wunderbares, aber spätestens beim Umzug bereue ich es dann doch, bei den fetten Kochbüchern schwach geworden zu sein. Es gibt so geniale Foodblogs, da fällt mir echt nix mehr ein. Bis vor ein oder zwei Jahren dachte ich noch, boah, wer braucht denn sowas, aber hey – es gibt unglaubliche Rezeptinspirationen fürs Backen und Kochen, die ich nie gesucht, aber ganz überraschend gefunden habe. Beim Surfen. Andere Leute gucken TV, ich surfe halt. Das ist so ähnlich, aber wesentlich vielseitiger, dafür aber manchmal auch anstrengender. Arbeitstechniken, Organisationstechniken, Tipps zum professionellen und zum Blogschreiben  … es gibt nichts, was es nicht gibt, nur kann zumindest ich nicht alles wirklich umsetzen, weil mein Hirn ab einer gewissen Menge wegen Überfüllung schließt.

Das bringt mich zurück an den Anfang meines Monologs hier: Internet und alles, was dazu gehört kann auch ganz schön anstrengend sein. Bloggen auch. Deshalb tue ich es nicht so regelmäßig, wie ich es eigentlich gern täte. Es macht Spaß, aber kostet auch Zeit. Bilder knipsen, bearbeiten, hochladen, Themen finden und mit Worten und Leben zu füllen … es kostet Zeit. Den Blog in Schuß zu halten auch. Sina, die (gar nicht) Giftige Blonde mit dem leckeren Foodblog aus Österreich glaubt wahrscheinlich nicht mehr dran, dass ich meinen Blog mal neu organisiere.😉 Irgendwann mal, ja. Vielleicht schneller, als ich jetzt denke. Bis dahin lebt die efeuwildnis eher  ein Mauerblümchendasein und blüht im Verborgenen. Oder so.😉

Mauerblume_klein

 

Halloween Summer

Der Sommer ist dieses Jahr ja schon ein ganz klein bisschen gruselig mit dem ständigen Hin und Her zwischen Heiß und Kalt, Nass und Trocken, Sonne und Wolken. Mir kommt es so vor, als ob alle Jahreszeiten sich in diesen Sommer 2016 hineingewürfelt hätten. Nur Schnee hatten wir noch keinen! Obwohl, stimmt auch nicht ganz – auf der Zugspitze hats diesen Sommer auch schon geschneit, wenn ich mich recht erinnere. Aktuell haben wir die wohl heißeste Woche und ganz pünktlich dazu werden die Kürbisse reif. Was sagt man dazu? Kuerbis_reif_2016Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich finde das ein bisschen verrückt. Heute konnte ich bei strahlendem Sonnenschein und ostwindgekühlter Augusthitze die ersten … Kürbisse ernten. Lag es am Frühbeet mit Frühjahrs-Kuschelfaktor, dass die Ernte gefühlt ziemlich früh ansteht?

Kuerbisernte_2016.jpgDie Gemüsehändlerin sagte am Wochenende auch, dass die Kürbisse dieses Jahr früh dran seien. Den nahenden Herbst spürt man schon deutlich (und die ersten Blätter fallen bereits!), aber trotzdem ist mir noch nicht so ganz nach Halloween. Was solls – nachdem die Zucchini einen Totalausfall hingelegt haben, kommen die kleinen Brummer in Orange gerade recht. Man sollte doch einfach das Beste aus diesen verrückten Zeiten machen, im Garten und überhaupt.

Was macht der denn hier?

Es ist schon eine Weile her, als mir beim Spazierengehen neben einem Betonweg vertraute kleine lila Blüten aufgefallen sind.

Wilder_Thymian_01

Ist das nicht …? Das sieht doch aus wie …? Genau, es sah aus wie der Thymian im Garten. Die Schnupperprobe bestätigte den Verdacht: Da blüht zwischen Viehweide und Betonstraße einfach so ein Feld-Thymian. Hatte ich noch nie bewusst wahrgenommen, aber da sieht man mal wieder, dass es sich ganz oft lohnt, den Blick rechts und links des Wegs schweifen zu lassen. Okay, meiner schweift eher nach links rüber, weil das die Seite ist, auf der der Hund gehen soll.😉 Tut er aber nicht immer *hüstel*, deshalb kann es durchaus sein, dass mir auf der anderen Wegesseite auch noch was auffällt.Wilder_Thymian_02 Wie auch immer – das ist dann wohl der Quendel aus meinem Brotbackbuch, bei dem ich mich so  oft beim Lesen gefragt habe, was das wohl sein mag. Jetzt weiß ichs. Ein Dankeschön ans Hundti.

Glänzt durch Abwesenheit

Müsste ich dieses Jahr in meinem Garten Zeugnisse austeilen, dann würde genau das in der Bewertung von Angelika Engelwurz stehen: Glänzt durch Abwesenheit, ist nicht da. Ja, wo isse denn? Wenn ich das wüsste! Irgendwann im Frühsommer fiel mir die Lücke am Gartenzaun unangenehm auf. Da war doch sonst was, ein Mordsdrumding an Pflanze mit einer riesigen Blütenkugel und einem  Blütenstängel mit bambusartigen Ausmaßen – ein halber Baum. Weg. Irgendwas war passiert, aber was?Angelika_2014_2Der heiße Sommer 2015 hatte ihr zugesetzt, das habe ich meinem Post Wilde Gartenecken nachlesen können. Ich erinnere mich auch wieder, dass die wirklich extrem große Pflanze nach der spektakulären Blütezeit sehr schnell in sich zusammengesackt war, aber ich dachte damals, die erholt sich wieder und treibt im Frühjahr wieder durch. Allerdings war sie in den Jahren davor mehr oder weniger immergrün gewesen – nicht so letztes Jahr. Ihre Blätter waren im Herbst komplett abgestorben. Jetzt dämmert mir langsam, dass die Engelwurz gar keine dauerhafte Pflanze ist. Das Internet gibt ihr 2 – 4 Jahre; meine wurde 3 Jahre alt, glaube ich. Da war ich ja noch gut dabei. Jungpflanzen habe ich noch keine entdeckt, aber vielleicht hat sich der Nachwuchs unter dem derzeit dichten Bewuchs mit Beifuß, Himbeere, Gilbweiderich, Berufkraut und Giersch versteckt. Das schaue ich mir im Herbst genauer an. Es wäre doch schön, wenn ich im kommenden Jahr wieder ein Fräulein Engelwurz in meiner Gartenklasse begrüßen dürfte. Ihr imposantes Strahlen fehlt mir ein bisschen.

Saisonale Einparkhilfe

Auf einmal hatte mein Stellplatz ein Upgrade und das ohne Aufpreis und ohne Gepiepse oder andere lästige Geräusche oder Blinkereien. Kornblume_ParkplatzEin Blick genügt: Die Kornblume weist mir den richtigen Abstand zum Garagentor. Wäre doch eine Idee, Parkplätze statt mit weißen Farbstreifen mit der Saison angepassten Blumenstreifen zu versehen. Die Natur, dein Freund und Helfer.😉