Halloween Summer

Der Sommer ist dieses Jahr ja schon ein ganz klein bisschen gruselig mit dem ständigen Hin und Her zwischen Heiß und Kalt, Nass und Trocken, Sonne und Wolken. Mir kommt es so vor, als ob alle Jahreszeiten sich in diesen Sommer 2016 hineingewürfelt hätten. Nur Schnee hatten wir noch keinen! Obwohl, stimmt auch nicht ganz – auf der Zugspitze hats diesen Sommer auch schon geschneit, wenn ich mich recht erinnere. Aktuell haben wir die wohl heißeste Woche und ganz pünktlich dazu werden die Kürbisse reif. Was sagt man dazu? Kuerbis_reif_2016Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich finde das ein bisschen verrückt. Heute konnte ich bei strahlendem Sonnenschein und ostwindgekühlter Augusthitze die ersten … Kürbisse ernten. Lag es am Frühbeet mit Frühjahrs-Kuschelfaktor, dass die Ernte gefühlt ziemlich früh ansteht?

Kuerbisernte_2016.jpgDie Gemüsehändlerin sagte am Wochenende auch, dass die Kürbisse dieses Jahr früh dran seien. Den nahenden Herbst spürt man schon deutlich (und die ersten Blätter fallen bereits!), aber trotzdem ist mir noch nicht so ganz nach Halloween. Was solls – nachdem die Zucchini einen Totalausfall hingelegt haben, kommen die kleinen Brummer in Orange gerade recht. Man sollte doch einfach das Beste aus diesen verrückten Zeiten machen, im Garten und überhaupt.

Was macht der denn hier?

Es ist schon eine Weile her, als mir beim Spazierengehen neben einem Betonweg vertraute kleine lila Blüten aufgefallen sind.

Wilder_Thymian_01

Ist das nicht …? Das sieht doch aus wie …? Genau, es sah aus wie der Thymian im Garten. Die Schnupperprobe bestätigte den Verdacht: Da blüht zwischen Viehweide und Betonstraße einfach so ein Feld-Thymian. Hatte ich noch nie bewusst wahrgenommen, aber da sieht man mal wieder, dass es sich ganz oft lohnt, den Blick rechts und links des Wegs schweifen zu lassen. Okay, meiner schweift eher nach links rüber, weil das die Seite ist, auf der der Hund gehen soll.😉 Tut er aber nicht immer *hüstel*, deshalb kann es durchaus sein, dass mir auf der anderen Wegesseite auch noch was auffällt.Wilder_Thymian_02 Wie auch immer – das ist dann wohl der Quendel aus meinem Brotbackbuch, bei dem ich mich so  oft beim Lesen gefragt habe, was das wohl sein mag. Jetzt weiß ichs. Ein Dankeschön ans Hundti.

Glänzt durch Abwesenheit

Müsste ich dieses Jahr in meinem Garten Zeugnisse austeilen, dann würde genau das in der Bewertung von Angelika Engelwurz stehen: Glänzt durch Abwesenheit, ist nicht da. Ja, wo isse denn? Wenn ich das wüsste! Irgendwann im Frühsommer fiel mir die Lücke am Gartenzaun unangenehm auf. Da war doch sonst was, ein Mordsdrumding an Pflanze mit einer riesigen Blütenkugel und einem  Blütenstängel mit bambusartigen Ausmaßen – ein halber Baum. Weg. Irgendwas war passiert, aber was?Angelika_2014_2Der heiße Sommer 2015 hatte ihr zugesetzt, das habe ich meinem Post Wilde Gartenecken nachlesen können. Ich erinnere mich auch wieder, dass die wirklich extrem große Pflanze nach der spektakulären Blütezeit sehr schnell in sich zusammengesackt war, aber ich dachte damals, die erholt sich wieder und treibt im Frühjahr wieder durch. Allerdings war sie in den Jahren davor mehr oder weniger immergrün gewesen – nicht so letztes Jahr. Ihre Blätter waren im Herbst komplett abgestorben. Jetzt dämmert mir langsam, dass die Engelwurz gar keine dauerhafte Pflanze ist. Das Internet gibt ihr 2 – 4 Jahre; meine wurde 3 Jahre alt, glaube ich. Da war ich ja noch gut dabei. Jungpflanzen habe ich noch keine entdeckt, aber vielleicht hat sich der Nachwuchs unter dem derzeit dichten Bewuchs mit Beifuß, Himbeere, Gilbweiderich, Berufkraut und Giersch versteckt. Das schaue ich mir im Herbst genauer an. Es wäre doch schön, wenn ich im kommenden Jahr wieder ein Fräulein Engelwurz in meiner Gartenklasse begrüßen dürfte. Ihr imposantes Strahlen fehlt mir ein bisschen.

Saisonale Einparkhilfe

Auf einmal hatte mein Stellplatz ein Upgrade und das ohne Aufpreis und ohne Gepiepse oder andere lästige Geräusche oder Blinkereien. Kornblume_ParkplatzEin Blick genügt: Die Kornblume weist mir den richtigen Abstand zum Garagentor. Wäre doch eine Idee, Parkplätze statt mit weißen Farbstreifen mit der Saison angepassten Blumenstreifen zu versehen. Die Natur, dein Freund und Helfer.😉

Von Sonnwendfreuden am Arbeitsplatz

Heute haben wir Johanni. Den 24.6. vergesse ich eigentlich nie, weil da einer meiner Brüder Namenstag hat. Namenstag feiert zwar so gut wie kein Mensch mehr, scheint mir, aber ich gratuliere trotzdem. Das gehört sich so.😉 Bei mir daheim war der Namenstag frühere eine größere Sache als der Geburtstag, da gabs Kuchen und Besuch mit Geschenken, aber die Zeiten haben sich gewandelt. Ich finde es eigentlich ein bisschen schade. Feiert Ihr Euren Namenstag noch?

Nun ist der Johannitag auch ein wichtiger Kräutertag im Jahreskreislauf, an dem die Wirkkraft für die Hausapotheke besonders stark sein soll. Kräuterbuschen zu Maria Himmelfahrt kennt ja mittlerweile fast jede Frau, aber ein Sonnwendstrauß war mir neu. Miriam hat auf ihrem Blog sehr schön darüber geschrieben, und ihr kleiner Sonnwendstrauß hat mir so gut gefallen, dass ich mir dachte, wozu bis zum 15.8. warten?

Ein kleiner Strauß zur Sonnwende

Gestern abend war mir so danach, und dann bin ich durch unseren Garten gestromert und habe mir ganz spontan meine Top 7 gesucht.

Johannisstrauss_Garten_2016Das ist mein Sonnwendsträußchen 2016, hier schnell mit einer nassen Serviette versehen, damit ich noch schnell eine Runde mit dem Hund absolvieren konnte, ohne dass mir die Abendsonne die kleine Pracht vorzeitig zum Verdorren bringt.

Johannisstrauss_einzeln_2016

Im Uhrzeigersinn haben wir da jeweils ein Stängelchen von folgenden Kräutlein:

  • blühender Giersch (Aegopodium podagraria),
  • Beifuß (Artemisia vulgaris),
  • Lavendel (Lavandula angustifolia),
  • blühendes Currykraut (Helichrysum italicum)
  • Berufkraut (wahrscheinlich das einjährige Erigeron annuus, aber ganz sicher bin ich mir nicht)
  • Beinwell (Symphytum officinale),
  • Johanniskraut (Hypericum perforatum).

Alles Heilkräuter auf die eine oder andere Weise.Beinwell und Johanniskraut sind schon mehrfach hier im Blog aufgetaucht, Beifuß und Giersch auch, und über das Berufkraut wollte ich schon lange mal was schreiben. Wie das immer so geht, viele Ideen und wenig Zeit! Das Sträußlein hat mir auf jeden Fall schon mal die Sonne auf den Schreibtisch gebracht heute. Freude und Sommer pur. So sollte der Arbeitsplatz immer bestrahlt sein, das wäre eine feine Sache. Eine Johannikräuterbutter habe ich heute abend auch noch gerührt. Na, die heilt dann gleich beim Essen. So muss es sein.🙂

Johannisstrauss_Tisch_2016

Sommer bis zum Horizont

Auch wenn es sich nicht so anfühlt: Wir haben Sommer. Doch, wirklich. Und der sah in der letzten Zeit bei mir ganz in der Nähe je nach Wetterlage und Tageszeit so aus:

Klatschmohn_Berge_2016_ Hammer? Hammer.

Klatschmohn ist die Sommerblume schlechthin, und wenn ein ganzes Feld davon blüht, ja, dann muss es wohl Sommer sein.

Klatschmohn_Bäume_2016Bei der Masse glaube ich nicht an eine Selbstaussaat, sondern eher an ein Programm. Mal sehen, ob ich rausfinde, wem das außergewöhnliche Getreidefeld gehört, in dem neben dem Mohn auch Gerste und augenscheinlich Roggen wachsen. Das scheinbar endlose  Mohnfeld ist auf jeden Fall spektakulär, denn Spaziergänger und Radfahrer blieben in den letzten Tagen regelmäßig stehen und zückten Smartphone oder Kamera. Sowas sieht man eben nicht alle Tage, und außerdem versöhnt das „wilde“ rote Feld mit dem abwesenden klassischen Sommer. Aber er kann ja noch kommen – nächste Woche sollen die Temperaturen laut Wetterbericht ganz massiv steigen. In diesem Sinne wünsche ich Euch eine gute und wohltemperierte Woche.