Kalender in der Kiste

Hat jemand den November gesehen? Erst hat er sich so ewig lang angefühlt und dann war er auf einmal weg. Adventskränze, Weihnachtssterne und -kakteen, die den Namen endlich verdienen, Nikoläuse und natürlich Adventskalender … alles schreit „Adventszeit“. Wie immer musste es schnell gehen, aber wie noch auf die Schnelle einen selbstgemachten Adventskalender für den GöGa aus dem Boden stampfen? Na, zum Glück hatte ich da schon was vorbereitet.

adventskiste_zuDie Adventskiste kam vor ein Jahren schon mal zum Einsatz und stand seitdem als Sammelkiste im Schrank. Die habe ich am 30.11. abends heimlich, still und leise aus dem Schrank entführt, um sie neu zu füllen.

adventskiste_offenDie Tüten sind wie schon wie letztes Jahr einfache Butterbrotbeutel, bunt gefüllt mit verschiedenen süßen und nicht-süßen Kleinigkeiten wie zum Beispiel einem solarbetriebenen Wackelelch. Völlig überflüssig, ich weiß, aber witzig.😉 Die Nummern auf den Tüten sind übrigens die Türchen von einem alten Adventskalender, sieht man auf dem Foto nicht so gut. Die hatte ich schon länger fertig vorbereitet im Schrank liegen, weil ich mich ja kenne und weiß, dass ich vor dem 1. Dezember meistens nicht mehr alles in Ruhe schaffe. Zumal sich der November auf einmal immer so plötzlich aus dem Staub macht. Schöne Adventstage!

Oktoberfarben nachgereicht

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Ich bin schon wieder zu spät dran, denn die Fotos zeigen noch Oktoberfarben aus ein paar Tagen Österreichurlaub, wo ich in einer Schmuckwerbung das Gibran-Zitat entdeckt habe. Unser November ist trotz Kälteeinbrüchen mit Schnee eigentlich noch ziemlich mild, drum traue ich mich noch, sie zu zeigen. Es macht Spaß, die Welt unter dem Motto „Himmelsgedicht“ zu betrachten. Das war auch eine schöne Achtsamkeitsübung!

Herbstsonne macht … so groovy

The 59th Bridge Song (Feelin‘ Groovy) Songtext

Slow down, you move too fast, you’ve got to make the moment last
Just kickin‘ down the cobble-stones, lookin‘ for fun and feelin‘ groovy

Feeling groovy

Hello lamp-post, what cha knowing, I’ve come to watch your flowers growin‘
Ain’t cha got no rhymes for me, do-it-do-do, feelin‘ groovy

Feeling groovy

I’ve got no deeds to do, no promises to keep
I’m dappled and drowsy and ready to sleep
Let the morning time drop all its petals on me

Life I love you, all is groovy

Die drehen alle durch!

Dieses Foto hat mir Claudia vom Kräuterklatsch heute abend gemailt. Danke, Claudia!Herbsstern.jpgDas aktuelle Herbstangebot aus dem Prospekt eines großen Discounters. Nee, oder? Ich bin sprachlos. Kann nicht mehr lange dauern, bis die Herbstbäume im Angebot sind, auf Wunsch angespitzt und im praktischen Netz verpackt für den Transport auf dem Autodach. Den passenden Herbstschmuck gibt es gleich nebenan. … jetzt flippen sie aber wirklich alle aus!

Quasi wie aus Madonnas Bäckerei

Nach diesem Regenwochenende gibt es wohl kein Leugnen mehr: Der Spätsommer ist vorbei und der Herbst steht vor der Tür.

wilde_traubenDa erscheinen wilde Farbmixereien, in denen die Rot- und Gelbtöne immer dominanter werden, je weiter der September ins Land geht. Jahr für Jahr das gleiche Spiel. felsenbirne_herbst_2016Eben, Jahr für das Jahr das gleiche Spiel, und zwar nicht nur in der Natur. In manchen Jahren tauchen die vertrauten Verpackungen, Düfte und Verlockungen in den Supermärkten schon ab Mitte August auf, aber dieses Jahr sind sie direkt spät dran. Wisst Ihr, was ich meine?

herbstgebaeckGenau. Die Lebku…, was sage ich, das HERBSTGEBÄCK ist wieder da! Äh, was fürn Gebäck?!  Madonna wird nachgesagt, das Sich-neu-erfinden sozusagen erfunden zu haben. „Aus alt mach neu“, das wäre meine lapidare Übersetzung, die mir gerade spontan eingefallen ist, aber findige Marketingstrategen erklären das Prinzip sicher ganz anders und viel fundamentaler. Aber nur weil man was anderes anzieht, eine anderen Religion Glaubensrichtung hip findet oder einen neuen Sound auflegt, ist er oder sie doch kein anderer Mensch. Naja, jedenfalls hat der deutsche Handel endlich eine stichhaltige Erklärung dafür gefunden, typisches Weihnachtsgebäck schon zum Sommerende anbieten müssen: Es ist ja kein reines Weihnachtsgebäck, nein: Der Kunde verlangt nach seinem geliebten Herbstgebäck. Als ich das neulich in der Zeitung gelesen habe. wäre ich vor Lachen fast unter dem Tisch gelegen. Ich finde das dermaßen grandios, Wahnsinn! Die Idee ist so einfach wie clever: Man benennt das Produkt einfach um, damit der Kunde entweder überhaupt erst zum Kauf animiert wird oder damit er kein so schlechtes Gewissen mehr hat, wenn er es kauft. Diese Marketingagentur war definitiv ihr Geld wert. Früher hätte die Oma einen Apfelkuchen gebacken. Wenn das kein Herbstgebäck ist, weiß ichs auch nicht. Jedenfalls finde ich es super, dass ich jetzt breit grinsend an den Verlockungen vorbeilaufen kann, mit meinem persönlichen Wort des Jahres vor Augen und einem glucksenden Kichern auf den Lippen. Bekannte haben mir bereits vor gut drei Wochen vom Genuss des ersten Lebkuchen der Saison berichtet – der Markt ist also tatsächlich da. Irgendwer kauft das Zeug. Seltsam, dass ich nie jemanden damit an der Kasse sehe … schleicht sich die Kundschaft durch den Hinterausgang raus? Leute, alles gut, es ist doch nur Herbstgebäck!😉

Vielleicht ist das mit den Lebkuchen so wie mit Mon Cherie und den vermeintlichen Piemontkirschen: Man könnte das Sach eigentlich das ganze Jahr über anbieten, aber eine zeitweise Abwesenheit steigert nun mal die Nachfrage und außerdem wären die Kühlkosten im Hochsommer doch vergleichsweise hoch. Vielleicht hat Madonna aber auch einfach nur nicht das ganze Jahr über Zeit zum Backen. Man weiß es nicht.

 

#webseidank und Mauerblümchen-Blog

Was das Internet und Blogparaden angeht, bin ich grundsätzlich mit allem zu spät dran. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich sowieso den ganzen Tag am Rechner verbringe. Das tun andere Leute auch und schaffen es auch noch, superkreative Texte und Blogeinträge zu verfassen. Ich schaffs nicht. It ain’t me, das muss ich einfach zugeben. Durchschnittliche 7-8 Stunden Rechnerzeit im Dienstleistergewerbe mit eher weniger kreativen Texten, aber manchmal recht kreativen Übersetzungen derselben reichen mir anscheinend, Internetzeit mit Pausen-Gebrowse und dienstlichen Recherchen eingeschlossen. Wie machen andere Leute das nur? Ich kapiere es nicht. Jedenfalls, durch Ghislanas Post Muster-Mittwoch – nicht nur dafür #webseidank zur bereits abgelaufenen Blogparade Was hat das Web Dir Gutes gebracht? von Annette und Thomas habe ich mich heute gedanklich damit beschäftigt, wie das Internet mein Leben beeinflusst, verändert und bereichert hat.

Gleich vorweg: Ich fürchte, es hat mich nicht nur bereichert. Manchmal nervt es mich einfach nur. Zu viel Information auf allen Kanälen, sei es auf Facebook, XING, LinkedIn oder was auch immer. Auch da frage ich mich immer wieder, woher die Leute die Zeit nehmen, wenn Arbeitnehmer eindeutig während normaler Arbeitszeiten posten und sich in Foren tummeln. Habe ich nicht die Zeit für, ich mache wohl was falsch. Meine Profile sind verweist, diverse vermeintlich wichtige Statusmeldungen, Anstupser und Werbebotschaften bleiben ungelesen, zig Urlaubs- und Essensfotos bleiben unbetrachtet und unkommentiert. Genauso selten sind Statusmeldungen meinerseits, sei es beruflicher oder privater Natur. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum sich immer noch nicht DER Headhunter mit dem Superjob ohne Arbeit, aber mit viel Bezahlung bei mir gemeldet hat.😉 Ich kann das nur begrenzt ertragen, wie toll alles ist und wie gut es allen geht, ich gebs zu. Hätte mir allerdings im Jahre 1988 jemand gesagt, ich würde Jahrzehnte später die Hochzeitsfotos von meinen damaligen Babysitting-Schützling in den USA Jahrzehnte online (was ist das denn?!) anschauen können, den hätte ich für verrückt erklärt. Klar, zuviel Raumschiff Enterprise geguckt. Dabei habe ich damals schon auf dem ersten Mac rumhacken dürfen. Amerika halt. Also, das ist definitiv toll und manchmal „mind-boggling“ – es haut mir den Schalter raus, wenn ich auf Facebook eine alte Freundin wiederfinde, die ich vor zig Jahren unter irgendwelchen Umständen in New Mexico kennengelernt habe. An ihre Wohnung kann ich mich noch erinnern, an das Drumrum nicht mehr. Ist auch egal. Kontakte halten, schauen, was Freunde, Kollegen und Bekannte so machen, wie sie sich verändern, wie ihr Leben aussieht – toll. Ginge mit altehrwürdigen Brieffreundschaften nicht, oder jedenfalls nicht so in der Masse. Was habe ich früher Briefe geschrieben, überhaupt so viel geschrieben. Auch hier: Den ganzen Tag irgendwie schreibend verbringen reicht dann auch, Batterie leer. Dabei habe ich viele Gedanken, schreibe in Gedanken Briefe oder Emails, aber die wenigsten schaffen es in die Realität. Leider!

Internet bedeutet für mich auch Masse, die manchmal genial ist, mich aber manchmal auch schier erschlägt. Was gibt es für tolle Blogs, für tolle Kreativseiten, für tolle Texte, Bilder, Videos. Unglaublich. Wie freigiebig wird Wissen geteilt, sei es bezüglich der Reparatur einer Senseo-Kaffeemaschine oder wie man seinem Hund das Leinegehen beibringt. Wahnsinn. Das ist eine der wirklich tollen Seiten am Internet: Es wird geteilt. Leider wird auch viel gehypt, hysterisch überall der Senf dazugegeben, überreagiert, dass es einem grausen kann. Es ist gut, eine Meinung zu haben, aber die muss man a) nicht überall äußern und b) sollte man das überlegt und dosiert tun. Nur weil man das Gegenüber nicht leibhaftig sieht, muss man es doch nicht gleich in die Pfanne hauen. Internet lässt Grenzen verschwimmen, im Guten wie im Schlechten. Dazu gehören auch Whatsapp-Schlachten in irgendwelchen Gruppen. Für eine schnelle Kommunikation sind Gruppen toll, aber auch hier haben manche Leute offenbar wesentlich mehr Zeit und Elan als ich.

So. Und was ist denn nun gut für mich am Internet? Ganz einfach: Es sind so tolle Menschen da draußen, die ich sonst nie (virtuell) getroffen hätte und die so viele Sachen machen, die mein Herzen zum Klingen und Hüpfen bringen. Ghislana schreibt von ihrer vermeintlich chaotischen Gärtnerei und ich denke, ja, genau, ich auch! Ihre Fotos und Papierarbeiten begeistern mich regelmäßig, ihre Verlinkungen zu anderen tollen Blogs ebenfalls. Wow, so coole Sachen, so bunt, so kräftigend, so lebensbejahend. Wunderbar.

Ich spare mir viele, viele (Kilo-)Meter Buch. Bücher sind was Wunderbares, aber spätestens beim Umzug bereue ich es dann doch, bei den fetten Kochbüchern schwach geworden zu sein. Es gibt so geniale Foodblogs, da fällt mir echt nix mehr ein. Bis vor ein oder zwei Jahren dachte ich noch, boah, wer braucht denn sowas, aber hey – es gibt unglaubliche Rezeptinspirationen fürs Backen und Kochen, die ich nie gesucht, aber ganz überraschend gefunden habe. Beim Surfen. Andere Leute gucken TV, ich surfe halt. Das ist so ähnlich, aber wesentlich vielseitiger, dafür aber manchmal auch anstrengender. Arbeitstechniken, Organisationstechniken, Tipps zum professionellen und zum Blogschreiben  … es gibt nichts, was es nicht gibt, nur kann zumindest ich nicht alles wirklich umsetzen, weil mein Hirn ab einer gewissen Menge wegen Überfüllung schließt.

Das bringt mich zurück an den Anfang meines Monologs hier: Internet und alles, was dazu gehört kann auch ganz schön anstrengend sein. Bloggen auch. Deshalb tue ich es nicht so regelmäßig, wie ich es eigentlich gern täte. Es macht Spaß, aber kostet auch Zeit. Bilder knipsen, bearbeiten, hochladen, Themen finden und mit Worten und Leben zu füllen … es kostet Zeit. Den Blog in Schuß zu halten auch. Sina, die (gar nicht) Giftige Blonde mit dem leckeren Foodblog aus Österreich glaubt wahrscheinlich nicht mehr dran, dass ich meinen Blog mal neu organisiere.😉 Irgendwann mal, ja. Vielleicht schneller, als ich jetzt denke. Bis dahin lebt die efeuwildnis eher  ein Mauerblümchendasein und blüht im Verborgenen. Oder so.😉

Mauerblume_klein